WA-Serie

Zwischen Tempel und Palast: So holen Sie sich den Indien-Urlaub nach Hamm

Touristen-Attraktion in Hamm: Der Hindu-Tempel in Uentrop ist der größte seiner Art in Mitteleuropa.
+
Touristen-Attraktion in Hamm: Der Hindu-Tempel in Uentrop ist der größte seiner Art in Mitteleuropa.

Zum Abschluss der Urlaubsreihe zieht es uns in dieser Woche noch ein Stückchen weiter gen Osten, Richtung Indien und Sri Lanka. Bunte Farben, ungewöhnlich klingende Musik, der Duft von Räucherstäbchen und orientalischen Gewürzen und scharfes Essen gibt es auch bei uns in Hamm.

Hamm – Für alle, die in den Ferien (auch aus Vorsicht vor Corona) keine große Reise geplant haben, hat der WA sechs Urlaubsziele heraus gesucht, für die man Hamm nicht verlassen muss. Zuerst stand Österreich auf dem Programm mit ein paar Tipps, wie sich das Alpenflair in die Stadt holen lässt, danach wurde es mit England very british.

Anschließend kamen an die mediterranen Vorzüge von Hamm heraus, danach blickten wir gen Norden und holten einen Hauch von Skandinavien in die Stadt. Ein türkeitypischer Tag zeigt (kulinarische) Vorzüge aus dem mittleren Osten – und zum Schluss standen nun Indien und Sri Lanka auf der Reisetafel.

Besuch im Hindutempel

In Hamm gibt es vier Hindutempel. Der größte und wohl auch bekannteste steht im Uentroper Industriegebiet. Der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel ist der größte seiner Art in Westeuropa und zieht jährlich Tausende Hindus aus der ganzen Welt an. Und das nicht nur zur großen Prozession am Tempelfest Anfang Juli. Auch unter der Woche kommen Hindus aus verschiedenen Städten nach Hamm, um im Tempel zu beten. So auch die 38-jährige Venuja. Sie ist extra aus Sindelfingen (bei Stuttgart) angereist. „Ich versuche immer, wenn ich in der Nähe bin, in den Tempel zu kommen“, sagt sie.

Südasienurlaub in Hamm

Südasienurlaub in Hamm
Südasienurlaub in Hamm
Südasienurlaub in Hamm
Südasienurlaub in Hamm
Südasienurlaub in Hamm

Ulrich Kroker, Sprecher des Hindu Tempels, kennt sämtliche Daten und Fakten zum Tempel und den verschiedenen Göttern. Und hat auch kuriose Geschichte zu erzählen: „Als der Tempel vor 19 Jahren eingeweiht wurde, haben sie eine Kuh hergeholt. Kühe und ihre Gaben, wie Milch aber eben auch Exkremente sind heilig und deshalb sollte diese Kuh zur Einweihung etwas in den Tempel legen. Leider wollte sie nicht so ganz und es brauchte sechs Personen, um sie hineinzubegleiten. Irgendwann hat es dann geklappt und der Tempel war eingeweiht“, erinnert er sich.

Von der besonderen Gabe ist heute nichts mehr zu sehen oder zu riechen. Jetzt schwebt der Duft von Räucherstäbchen durch den großen Raum mit den verschiedenen Altären für verschiedene Götter und ihrer Inkarnationen.

Auch Touristen zieht es in den Hindutempel. Wenn sie wollen, können sie einem der drei Gottesdienste (um 8, 12 und 18 Uhr) zusehen, oder sich so im Tempel umsehen .Wer mehr über die Hinduistische Weltanschauung und den Tempel erfahren möchte, kann online eine Führung buchen.

Einkaufen im Asia-Markt

Wer sich den Urlaub nach Hause holen will, kann in einem der vielen Asia-Märkte einkaufen gehen. Der größte ist der Himalaya Markt in Rhynern. Doch auch in den kleineren gibt es eine Menge zu entdecken. „Ich kaufe am liebsten beim Pakistani an der Sedanstraße ein. Da gibt es frisches Gemüse und Fisch und viele Sachen, die wir für unsere Gerichte brauchen, auch wenn es kein Tamile ist“, sagt Trinitta Anthony.

Die Familie der 35-Jährigen kommt aus Sri Lanka. Alle paar Jahre besuchen sie und ihre Schwester Jhenitta die Verwandtschaft dort. „Dann wird hauptsächlich gegessen“, sagt die Hammerin. Eines ihrer Lieblingsgerichte ist Koth-Thu-Rotti, ein Currygericht. Abgesehen vom Hindutempel gibt es in Hamm nicht viel, das die Tamilinnen an die Heimat erinnert. „In Dortmund gibt es eine Straße auf der man sich vorkommt wie in Sri Lanka, da fahren wir manchmal hin“, sagt sie.

Essen im Taj Mahal

Zum Abschluss des Indien-Urlaubs lohnt sich der Besuch im indischen Restaurant. Davon gibt es in Hamm zwei. Das Maharani und das Taj Mahal. Schräg gegenüber von der Musikschule können Gäste im Taj Mahal für kurze Zeit in eine andere Welt abtauchen. „Wir haben viele verschiedene indische Gerichte. Viel mit Chicken und vegetarisch, weil Viele hier vegetarisch essen“, erklärt Besitzer Raj Kumar.

Rinder- und Schweinefleisch hat er nicht auf der Karte. „Aus Respekt, dass jeder bei uns essen kann“, erklärt er. Die Schärfe der Gerichte können die Gäste selbst bestimmen, sollte es doch einmal zu scharf sein, hilft ein Schluck Lassi – ein indisches Joghurtgetränk.

Tamilisches Lieblings-Rezept: Koth-Thu-Rotti

10 Rotti1 TL Senfkörner (schwarz oder braun)
500 g Rindfleisch4-5 Kapseln Kardamon
3 Zwiebeln4-5 Nelken
4-5 Zehen Knoblauch1 EL Currypulver (Suryaa roasted curry)
1 cm Ingwer1 TL Kurkuma
1 TL Fenchelsamen½ Zitrone (Saft)
1 TL Fenchelpulver6-10 Curry-Blätter
1 TL Salz½ Stange Zimt (eine Prise Pulver)
4 grüne Chilli6 Eier
Öl Hitzefest (Sonnenblumenöl)bei Bedarf Kokosmilch

Zubereitung:

Für das Curry den Boden eines großen Topfes mit Öl bedecken. Senfkörner anbraten bis sie hochspringen, dann Fenchelsamen und eine gewürfelte Zwiebel dazugeben und braten, bis sie goldbraun sind. Anschließend Nelken, Kardamon, Curryblätter und Zimt hinzugeben. Knoblauch und Ingwer im Mörser (oder mit einem Glas) zerdrücken bis Saft austritt und dazugeben.

Fleisch würfeln und zusammen mit Salz und Kurkuma in den Topf geben. 20 bis 30 Min köcheln, bis das Fleisch zart ist. (Bei Bedarf ½ Glas Wasser hinzugeben). Dann mit dem Currypulver würzen und nochmal 5 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und Fenchelpulver und Zitronensaft untermischen.

Währenddessen Rotti in der Pfanne von beiden Seiten anbraten, etwas abkühlen lassen und in Quadrate schneiden.

Eier mit zwei gewürfelten Zwiebeln und dünn geschnittenen Chillischeiben verquirlen und salzen (½ TL). Wie Rührei in einer Pfanne braten.

In großem Wok oder Pfanne erst die Rotti, dann das Ei und nach und nach das Curry vermengen. Auf einen tiefen Teller geben und genießen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare