400 Zuschauer bei der Raubtier-Dressur im Zirkus Charles Knie

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Streicheleinheiten brauchen auch große Katzen. Aber selbst Profis wie Stardompteur Alex Lacey bevorzugen ein Gitter zwischen Mensch und Tier. Für die Besucher der Raubtierprobe beim Zirkus Charles Knie ein ganz besonderer Augenblick.

HAMM - Ob Tiger oder Löwen, Raubtierdompteur Alex Lacey vom Zirkus Charles Knie hat ein Händchen für die wilden Tiere. Davon konnten sich jetzt 400 Zuschauer, die an einer Verlosung des WA teilgenommen hatten, überzeugen. Von Saskia Wolf

„Vielen Dank für diesen interessanten Einblick,“ brachte es eine Dame am Ende der Raubtierprobe auf den Punkt und die geladenen Gäste applaudierten zustimmend.

Bilder sehen Sie hier:

Lehrstunde Raubtierdressur im Circus Charles Knie in Hamm

Besonders viele Familien nutzten das Angebot, einen Einblick in die tägliche Arbeit des Dompteurs zu bekommen. Diese Transparenz ist dem Zirkus besonders wichtig. Daher ließ sich Lacey beim Training nicht nur über die Schulter schauen, sondern der Brite erklärte im charmanten Deutsch auch, wie die Tiere lernen und wie er mit ihnen trainiert. So demonstrierte er, dass die Tiere vor den Stöcken und der Peitsche, die er beim Training als Hilfsmittel für die Kommandos nutzt, keine Angst hätten, sondern diese nur als seinen verlängerten Arm wahrnehmen würden. Bis zu dreimal täglich trainiert der 34-Jährige mit den Tieren Kunststücke wie Sprünge, sich auf dem Boden zu rollen oder auf zwei Pfoten zu stehen.

Während die Kinder vor allem von den Tieren fasziniert waren, beeindruckte die Erwachsenen in erster Linie die Arbeit des Dompteurs. Denn was in den Zirkusvorstellungen so selbstverständlich und leicht aussieht, erfordert im Vorfeld besonders viel Geduld. Während die älteren Tiere schon gut auf die Kommandos hörten, sind die Jungtiere, wie Bella und Suzie, zwei elf Monate alte Tigerdamen, noch sehr verspielt. Geduldig wiederholte Lacey die Kommandos und lockte die Tiere mit Fleischstücken, bis sie endlich auf ihren Podesten saßen und was viel schwieriger war: auch sitzen blieben.

Lacey trainierte vor dem Publikum auch ein paar Minuten mit Leopardenbaby Mogli. Dass man aber selbst diesem kleinen Tier gegenüber nicht eine Sekunde unaufmerksam sein darf, zeigte sich beim Hinausführen. Blitzschnell schnappte das elf Monate alte Tier nach dem Eimer mit den Fleischstücken, warf ihn um und ergatterte so einige zusätzliche Stücke. Ein nicht abgesprochenes Kunststück, das für Lacher im Publikum sorgte.

Nach der Probe konnten die Zuschauer Fragen stellen und nur ein kleiner Besucher war von der Antwort vermutlich enttäuscht, denn beim Zirkus Knie gibt es leider keine Krokodile.

Dafür aber viele andere Tiere, die anschließend noch in Ruhe besichtigt werden konnten: Pferde, Kamele und sogar, für einen Zirkus eher untypisch: Kängurus. Das freute besonders den zweijährigen Julian, der begeistert die Hüpfbewegungen nachahmte.

Das Fazit

Über 10 000 Zuschauer besuchten die Vorstellungen des Zirkus Charles Knie, inklusive Freikarten. „Damit sind wir sehr zufrieden“,erklärte Zirkus-Sprecher Sascha Grodotzki. Die Besucher seien begeistert gewesen, hätten ihr Lob auch direkt, per E-Mail oder facebook mitgeteilt. Hamm sei für Zirkusse ein attraktiver Ort. „Die Zentralhallen achten bei der Platzvergabe auf Qualität. Das kommt unserem Anspruch entgegen“, so der Zirkus-Sprecher. In zwei bis drei Jahren werde der Zirkus vermutlich wieder in Hamm gastieren. - uw

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