Zukunftsfabrik ist gerettet

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Hamm - Die Stadt Hamm hat ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfabrik abgegeben. Sie soll trotz auslaufender Landesförderung zunächst für den Bewilligungszeitraum vom 1. September 2018 bis zum 31. Dezember 2019 und dann auch darüber hinaus weitergeführt werden.

Dafür sollen im Wesentlichen Bundesmittel umgeschichtet werden. „Wir können nicht auf diese Einrichtung verzichten“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gestern gegenüber unserer Zeitung. Das Projekt Zukunftswerkstatt, das beim Kommunalen Jobcenter (KJC) angesiedelt ist, sei sehr erfolgreich.

Das zeige eine regelmäßige Auswertung, so der OB. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hätten 87 Teilnehmer den Sprung in den Ersten Arbeitsmarkt geschafft. Es sei davon auszugehen, dass die Zahl bis zum Ende des jetzigen Förderzeitraums am 31. August auf 100 steige.

 Oskar Burkert (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration sowie Mitglied im Beirat für Arbeitsmarktpolitik des KJC, wertete die Zukunftsfabrik als „einen gelungenen Baustein zur Integration“.

Der Beirat hatte am Mittwoch einstimmig die Fortführung des Projektes beschlossen (wir berichteten). Ralf-Dieter Lenz (SPD), Burkerts Stellvertreter im Sozialausschuss, stellte heraus, die Zukunftsfabrik bilde eine wichtige Brücke zum Arbeitsmarkt. Die Regelinstrumente würden die Teilnehmer dagegen selten erreichen. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren ohne Schul- oder Berufsausbildung oder mit sonstigen Vermittlungshemmnissen. Oft geht es darum, ihren Tagesablauf überhaupt zu strukturieren. Die Zukunftsfabrik bietet ihnen eine Perspektive. Nach der Gründung 2011 und vor Beginn der Landesförderung wurde die Zukunftsfabrik schon einmal aus SGB II-, also Bundesmitteln finanziert. Die Mittel für den Zeitraum bis Ende Dezember 2019 sind bereits im Eingliederungsetat reserviert worden. 

Sie werden sich auf einen höheren sechsstelligen Betrag belaufen. Das Jobcenter kehre nun zur ursprünglichen Finanzierungsstruktur zurück, so der OB. Auch Produktionsschule wird weitergeführt Der Oberbürgermeister machte darüber hinaus deutlich, dass auch der Produktionsschulstandort auf der ehemaligen Zeche Radbod im Rahmen des „Werkstattjahres“, das das Land künftig fördert, fortgeführt wird. Derzeit gibt es hier 20 Plätze. Insgesamt seien beim Land nun 36 Plätze für eine Förderung beantragt worden. „Das würde die heutigen Kapazitäten sogar erhöhen“, so der OB. 

Die Zusage über die Landesförderung werde Ende Mai erwartet. Zielgruppe sind hier künftig Jugendliche bis 19 Jahre mit ähnlichen Voraussetzungen wie in der Zukunftsfabrik. Sollte der – laut OB unwahrscheinliche – Fall eintreten, dass keine Förderung möglich ist, werde das Projekt auch eigenfinanziert weitergeführt. Seit Anfang des Jahres war bekannt, dass die neue Landesregierung das Förderprogramm Produktionsschule.NRW nicht fortschreiben und stattdessen andere Programme wie das „Werkstattjahr“ auflegen würde. Mitte April ertönte ein Aufschrei in Hamm: Verunsicherung machte sich breit, was aus dem Projekt Zukunftsfabrik und den Produktionsschulen, den Teilnehmern und den Anleitern werden würde. Jetzt besteht Gewissheit, dass die Zukunftsfabrik und viele junge Menschen eine Zukunft haben.

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