Verfahren eingeleitet: Vorläufiges Insolvenzverfahren des Golfplatzes in Drechen

Der Golfplatz müsste dringend gepflegt werden – doch der Insolvenzverwalter kann nicht einfach den Schlüssel an den Golfclub Hamm weitergeben.
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Der Golfplatz müsste dringend gepflegt werden – doch der Insolvenzverwalter kann nicht einfach den Schlüssel an den Golfclub Hamm weitergeben.

Quo vadis, Golfclub Hamm? Die Zukunft des Golfplatzes in Drechen und damit des Golfclubs Hamm ist ungewisser denn je. Denn was die Spatzen zuletzt bereits von den Dächern pfiffen, ist Realität geworden.

Drechen –Die Betreibergesellschaft des Golfplatzes, die „Golfplatz Hamm – Gut Drechen – GmbH & Co. KG“ hat die Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Dortmund beantragt. Bedeutet dies das Ende des Golfspielens in Drechen? Oder birgt die neue Situation sogar Chancen auf eine bessere Zukunft für den Golfclub?

„Wir müssen zunächst die weitere Entwicklung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter abwarten“, bittet der Club-Präsident, Eugen Brinkkötter, seine Mitglieder um Geduld. Dabei hilft ihm – so absurd das klingt – die derzeitige Corona-Krise sogar ein wenig. Der Spielbetrieb ruht dadurch, das verschafft ihm und seinem Vorstandsteam Zeit, um die weitere Entwicklung abzuwarten und womöglich neue Voraussetzungen für den Club und seine Mitglieder zu schaffen.

Platz wird weiterhin nicht gepflegt

Große Sorgen bereitet die ausbleibende Platzpflege. Die Anlage sei schon seit Wochen nicht mehr gepflegt worden, meint Brinkkötter. Und gerade jetzt, bei der Witterung, sei es enorm wichtig, Arbeiten auf dem Platz durchzuführen, um ihn spielfähig zu behalten für die Zeit nach Corona. „Wir als Verein dürfen da nicht tätig werden, da uns das Gelände nicht gehört“, erklärt Brinkkötter. Das sähe anders aus, wenn der Insolvenzverwalter, Anwalt Thorsten Kapitza aus Remscheid, quasi den Schlüssel für den Golfplatz an den Club oder den Eigentümer, Jan-Henrik Schulze-Steinen, „rausrücken“ würde.

„Dann würde der Verein die Platzpflege in Auftrag geben“, erklärt Brinkkötter, der unter anderem „konstruktive Gespräche“ mit Schulze-Steinen geführt habe. „Für den Fall, dass der Insolvenzverwalter grünes Licht gibt, werden wir als Golfclub Hamm einen Pachtvertrag mit Herrn Schulze-Steinen abschließen. Sobald dann die Corona-Pause beendet ist, kann der Golfbetrieb mit dem bisherigen Clubhausprovisorium nebst Kläranlage wieder aufgenommen werden“, sagt Brinkkötter.

Sachverhalt wird geprüft

So einfach den „Schlüssel rausrücken“ kann Insolvenzverwalter Kapitza natürlich nicht. Ohnehin muss jetzt erst seine Arbeit abgewartet werden. Er sei dabei, den Sachverhalt zu prüfen, um schließlich eine gute Lösung zu finden, teilte Kapitza mit. Zum jetzigen Zeitpunkt aber wolle und könne er sich dazu nicht näher äußern.

Was hat dazu geführt, dass die Golfplatz-Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist? Das habe wie immer mehrere Gründe, erklärt Sabine Kley als persönlich haftende Gesellschafterin auf Anfrage. Ins Detail wolle sie aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht gehen.

Unterschiede bei Insolvenzverfahren

Fakt sei, dass sie sich mit Blick auf die Risiken für das Unternehmen dazu entschlossen habe, den Gang zum Amtsgericht anzutreten. Das vorläufige Insolvenzverfahren unterscheidet sich von dem „klassischen Verfahren“ insbesondere dadurch, dass die Organe der Gesellschaft in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter weiter für die Gesellschaft tätig sein können und der Insolvenzantrag auch zurückgezogen werden kann.

In jedem Fall sei Kley weiterhin sehr daran interessiert, an einer konstruktiven Lösung mitzuarbeiten, die für alle, aber eben auch für die Golfplatz GmbH, akzeptabel sein müsse. Der vom Verein vorgelegte Lösungsvorschlag war dies offenbar (noch) nicht.

Zuvor berichtete der WA hier über den geplanten Abriss des Clubhauses.

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