44 Flüchtlinge sind in Hamm 2016 untergetaucht

+
Anlaufstelle für alle Flüchtlinge in Hamm.

Hamm - Der Attentäter von Berlin hat sich unbehelligt in mehreren Bundesländern bewegen können. Ein Vorgehen, das auch dem Hammer Flüchtlingsamt bekannt ist. 44 Personen verschwanden in diesem Jahr aus Hamm. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt.

Offiziellen Angaben zufolge sind in Hamm in diesem Jahr 44 Flüchtlinge verschwunden. Sie sind untergetaucht und das Amt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten bei der Stadt weiß nichts über deren Verbleib. Das sagte der Hammer Pressesprecher Tom Herberg auf WA-Anfrage.

Nicht auszuschließen ist, dass sich potenzielle Gefährder zeitweise auch in Hamm aufgehalten haben könnten. Die Anzahl der untergetauchten Flüchtlinge hat in diesem Jahr rasant zugenommen. 2015 waren es noch weniger als zehn Personen, die spurlos aus Hamm verschwanden. Bis Donnerstag wurden in diesem Jahr mehr als vier Mal so viele Untergetauchte gezählt.

Attentäter von Berlin in Hamm nicht aktenkundig

Anis Amri, der sich nach jetzigem Stand der Ermittlungen immer wieder in Dortmund aufhielt und dort auch in Moscheen verkehrte, ist in Hamm aber nicht aktenkundig. „Nach unserer Kenntnis hatte der Berliner Attentäter keine Beziehungen nach Hamm“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg.

Anders als die Stadt Hamm weiß die für die Flüchtlingszuweisung zuständige Bezirksregierung Arnsberg nicht einmal, wie viele Flüchtlinge ihr im Verlauf des Jahres abhanden gekommen sind. Sie ist in Hamm für die Menschen in der ZUE verantwortlich. „Abgängige Personen werden tagesscharf in der Datenbank zu den Landeseinrichtungen ausgewiesen“, sagte Behördensprecher Benjamin Hahn. „Wenn die Personen jedoch zurückkehren oder sich an einer anderen Stelle melden, wird diese Angabe zurückgesetzt.“ Eine Anzahl von Personen, die „abgetaucht“ sind, „ist daher nicht valide“, so Hahn weiter.

Tragbare Scanner helfen gegen Verwirrspiele

Verwirrspiele mit der Identität wäre in Hamm heute nicht mehr ohne weiteres möglich. Die Stadt habe tragbare Scanner angeschafft. „Binnen Sekunden ist klar, ob ein vorgelegtes Ausweisdokument echt ist oder nicht“, so Herberg. Zwei Geräte seien bereits im Einsatz, weitere seien schon bestellt. Die Scanner würden außerdem auch vom Job-Center eingesetzt, um die Echtheit von Dokumenten der Zuwanderer aus Südost-Europa zu prüfen. Auch bei Razzien seien solche Scanner im Gebrauch, so Herberg.

Bleibt noch die Frage nach der Aufklärung und der Anzahl der Fälle von Doppel- und Mehrfachidentitäten: „Dazu können wir keine Auskunft erteilen“, sagte Benjamin Hahn. „Sobald eine Person mit einer Doppelidentität bekannt wird, wird das sofort im Ausländerzentralregister vermerkt.“ Diese Daten würden aber nicht statistisch erhoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare