Kuriosität nach Beben in Pelkum

Ziege doch nicht vor Schreck umgefallen! Wie Elsa aus Hamm im Netz die Karriereleiter erklomm

Karriereleiter? Fernsehanfragen soll es für die Pelkumer Ziege Elsa immerhin noch nicht gegeben haben.
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Karriereleiter? Fernsehanfragen soll es für die Pelkumer Ziege Elsa immerhin noch nicht gegeben haben.

„Neues Beben in Pelkum: Ziege soll vor Schreck umgefallen sein“ lautete im Januar eine Schlagzeile im WA und auf WA.de. Dass der Boden in Hamm-Westen ab und zu mal bebt: geschenkt - wissen wir. Aber wie kam eigentlich die Ziege ins Spiel, die plötzlich bundesweit bekannt wurde!?

Hamm – Wer das Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ kennt, wird wissen, wie schnell aus einer sprichwörtlichen Mücke ein Elefant wird – oder in diesem Fall besser gesagt eine Ziege. Auch die Mechanismen der sozialen Netzwerke haben dazu beigetragen, dass die Ziege Elsa aus Hamm-Pelkum inzwischen bundesweit eine kleine Berühmtheit ist.

Alles fing mit einem Eintrag in die „Pelkum“-Facebook-Gruppe im Internet an. Dort sind fast 900 Menschen Mitglied und teilen Fotos, Nachrichten, Nettigkeiten oder andere Informationen rund um den Stadtbezirk miteinander. Eines der häufigsten Gesprächsthemen dieses digitalen Stammtisches: die immer mal wieder auftretenden, leichten Erschütterungen in Pelkum. Die werden sehr wahrscheinlich durch steigendes Grubenwasser verursacht und verunsichern etliche Bürger, wenn bei ihnen im Wohnzimmer „die Gläser klirren“.

„In dieser Gruppe wird bei jeder Kleinigkeit geschrieben, dass es gerappelt hat und selbst der Hund angeschlagen hätte. Da habe ich mir dann einen kleinen Spaß draus gemacht und ironisch drunter geschrieben, dass selbst unsere Ziege Elsa vor Schreck umgefallen ist“, erklärt Landwirt Christoph Plümper, wie die Geschichte um die beim Erdbeben umgefallene Ziege ihren Anfang nahm.

Ziege Else aus Hamm: Kuriose Meldung macht die Runde

Dem etwa dreieinhalbjährigen Huftier ging es natürlich die ganze Zeit über bestens. Das Beben wird sie allenfalls stoisch grasend zur Kenntnis genommen haben. Diese doch schon auf den ersten Blick ziemlich kurios anmutende Meldung machte trotzdem schnell die Runde. Während sich die meisten anderen Kommentatoren mächtig amüsierten, nahmen andere die Geschichte offenbar ein bisschen zu ernst. Über verschiedene Wege erreichte das Schicksal der schneeweißen Ziege Elsa auch die WA-Redaktion, sodass Mitte Januar unter besagter Überschrift auch dieser offensichtliche Scherz eine Randnotiz wert war.

Über einen weiteren Umweg landete der Scherz schließlich bei der Ulk-Seite „Perlen des Lokaljournalismus“, die immerhin rund 300.000 Menschen verfolgen. Bis Freitagabend gab es immerhin über 100 Kommentare aus ganz Deutschland, ähnlich oft wurde der Beitrag weiterverbreitet. 877 Menschen haben einen lachenden Smiley oder ähnliche Reaktionen hinterlassen. „Ich hätte nie gedacht, dass es solche Wellen schlägt, wenn ich so einen vielleicht etwas flapsigen Kommentar ablasse“, meint Plümper, der sich über die Sache amüsiert. Inzwischen ist die Ziege zumindest im Freundeskreis des 32-Jährigen zu einem geflügelten Wort geworden.

Ziege Else aus Hamm: Schabernack auf Hof Plümper

Als bereits über die nächste Erschütterung in Pelkum diskutiert wurde, war eine der ersten Fragen, ob es denn Elsa auch noch gut gehe oder sie wieder umgekippt sei. „Ich habe mich mit dem Bergbau in Verbindung gesetzt. Die Ziege ist aufgrund des starken Traumata in ärztlicher Behandlung. Kann ich nur jedem empfehlen“, kommentierte Plümper auch das süffisant. Und spätestens da dürfte jedem klar gewesen sein, dass es sich bei der ganzen Sache bloß um einen Scherz gehandelt hat.

Elsa ist übrigens vor etwa drei Jahren auf den Hof Plümper in Pelkum gezogen. Auch da wurde mit ihr schon Schabernack getrieben. „Damals war das ein bisschen ein Gag zum Geburtstag meiner Mutter, dass wir die Ziege angeschafft haben“, erklärt Plümper. „Mittlerweile ist Elsa ein bisschen wie ein Maskottchen für uns.“ Die zweite Ziege, die damals mit einzog, ist altersbedingt mittlerweile gestorben. Inzwischen lebt aber ein optischer Zwilling von Elsa im gleichen Stall, der aber namenlos ist.

Auch die Schneemassen – in denen Elsa wohl fast gänzlich verschwinden würde –muss sie ähnlich wie die wiederkehrenden, harmlosen Erschütterungen nicht fürchten. Sie verbringt die frostigen Tage zusammen mit ihrem Begleiter im warmen Stroh.

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