Leitung in der ZUE vakant

Unterkunft für Flüchtlinge braucht neue Führungsperson

Ein Plakat an der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung in Hamm
+
In der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung am Alten Uentroper Weg leben viele Flüchtlinge.

Die Unterbringung für Flüchtlinge in Hamm braucht einen neuen Leiter, das wurde nun bekannt. Die Personalie bringt allerdings ein paar Unklarheiten mit sich. Das Coronavirus ist in der Unterkunft kein großes Thema.

Hamm – Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) im Hammer Osten wird eine neue Leitung bekommen. Dazu hatte die Bezirksregierung Arnsberg die Stelle kürzlich ausgeschrieben. Wann der Nachfolger für Horst Labrenz seine Arbeit aufnimmt, steht jedoch noch nicht fest. „Ziel ist ein schnellstmöglicher Dienstantritt nach Abschluss des Auswahlverfahrens“, erklärte eine Sprecherin der Bezirksregierung dazu auf WA-Anfrage. Derzeit ist die Stelle vakant.

Flüchtlingsunterkunft im August 2015 eröffnet

Seit die Einrichtung am Alten Uentroper Weg im Zuge der Flüchtlingswelle im August 2015 eröffnet wurde und für bis zu rund 530 Menschen Platz bietet, übernahmen die Malteser die Leitung – in Person von Thilo Dieckmann. Der war auch in der Öffentlichkeit immer das Gesicht der Einrichtung, selbst, nachdem die Strukturen 2017 geändert wurden. Denn in dem Jahr lief ein Ausschreibungsverfahren für die Betriebsleitung der ZUE.

Letztlich übernahm die Leitung Horst Labrenz, der zuvor 24 Jahre lang eine Flüchtlingseinrichtung in Hemer führte, die Ende März 2017 jedoch für immer schloss. Labrenz war als neuer Leiter der Hammer ZUE bei der Bezirksregierung Arnsberg angestellt. Die Malteser blieben aber ebenfalls vor Ort – und zwar für den Betreuungsdienst. Dessen Leiter wurde schließlich Thilo Dieckmann.

Keine zeitliche Befristung in der Flüchtlingsunterkunft

Warum die ZUE nun einen Nachfolger für Horst Labrenz sucht, ist ebenso unklar wie die Frage, wie lange er im Amt war. „Weitere Informationen zur Person der ehemaligen Leitung können aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht gegeben werden“, teilt die Pressestelle der Bezirksregierung auf entsprechende Nachfragen mit.

Klar ist aber: Es war ohnehin ein Engagement auf Zeit. Denn wie der WA 2017 berichtet hatte, gab es im Zuge der Neustrukturierung der ZUE-Leitung neue Richtlinien. Demnach ging damals aus der Ausschreibung für die Einrichtungsleitung hervor, dass die Vergabe für die nächsten zwei Jahre gilt, es aber zudem eine Option um eine maximal zweimalige Verlängerung von jeweils einem Jahr gibt. Das Maximum von vier Jahren kann Horst Labrenz dementsprechend aber nicht erreicht haben.

Diese zeitliche Vorgabe scheint es in der am 8. Januar abgelaufenen neuen Stellenausschreibung als „Sachbearbeiter mit der Funktion als Leiter einer Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge“, so die genaue Bezeichnung, nicht zu geben. Denn in der Ausschreibung heißt es wörtlich: „Die ausgeschriebene Stelle ist unbefristet.“ Eine entsprechende Rückfrage unserer Zeitung blieb bisher von der Bezirksregierung unbeantwortet.

Wie viele Bewerber es für die Leiterstelle gibt? Eine genaue Zahl nennt die Bezirksregierung nicht, spricht lediglich von einer „Vielzahl an Bewerbungen“. Die Arbeit soll der neue Leiter oder die neue Leiterin – wie erwähnt – dann schnellstmöglich aufnehmen. Aber: „Für den Termin des Dienstantritts sind jedoch auch in der Person des ausgewählten Bewerbers liegende Gründe (wie zum Beispiel Kündigungsfristen) ausschlaggebend“, so die Pressestelle.

Corona spielt kaum eine Rolle

Immerhin keine große Sorgen macht sich die künftige Einrichtungsleitung beim Thema Corona. „Die Lage ist unter Berücksichtigung der Corona-bedingt geänderten Abläufe und diversen Maßnahmen zum Infektionsschutz (unter anderem Mund- und Naseschutz-Pflicht in der Einrichtung, Kohorten-Bildung, diverse Maßnahmen zwecks Einhaltung der gültigen Corona-Schutzverordnung NRW) als normal/ruhig zu bezeichnen“, erklärt die Bezirksregierung.

Mit Stand 11. Januar lebten in der ZUE Hamm 341 Personen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare