Als Zeichen der Solidarität: Mittlerweile über 3600 kleine Kunstwerke an der Horster Straße

Carina Kaiser und ihre Tochter Nele haben die Steinschlange an der Horster Straße als Solidaritätsaktion ins Leben gerufen – mit riesiger Resonanz. Beide ärgern sich aber über Vandalismus, dessen Schäden sie immer wieder beseitigen.
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Carina Kaiser und ihre Tochter Nele haben die Steinschlange an der Horster Straße als Solidaritätsaktion ins Leben gerufen – mit riesiger Resonanz. Beide ärgern sich aber über Vandalismus, dessen Schäden sie immer wieder beseitigen.

Es gibt nicht nur Unterstützer der Corona-Steinschlange, die Carina Kaiser mit ihrer Tochter Nele als Solidaritätsaktion ins Leben gerufen hat. Über Ostern sind etliche Steine geklaut worden und Teile der Schlange wurden verwüstet, die Steine über den Fuß- und Radweg verteilt. Nachbarn hätten in der Nacht entsprechende Geräusche von dem Weg gehört, berichtet sie und ärgert sich sehr über diesen Vandalismus. Doch sie lässt sich davon nicht entmutigen.

Bockum-Hövel – Noch immer geht sie fast täglich zur Corona-Steinschlange an der Horster Straße, zählt die hinzugekommenen Steine, schaut nach dem Rechten und legt, falls nötig, alles wieder in die Reihe. Und ihre Aktion hat mit dem Zutun vieler Unterstützer weiter Fahrtgewonnen.

So sind es inzwischen wohl um die 4000 bunt gestaltete Steine, teilweise kleine Kunstwerke, die sich ab der Stefanstraße am Fuß- und Radweg entlangschlängeln. Die Straße Am Eversbach ist längst überquert und das ursprüngliche Ziel, der Hof Schulze-Everding, ist nicht mehr fern. Kaiser erwartet, dass es am Wochenende erreicht wird.

Dabei machen nicht nur Kinder mit, sondern auch Erwachsene zeigen ihre Solidarität durch künstlerisch gestaltete Steine. Selbst Vereine und Firmen wie Leseliebe, DLRG, Rote Funken, Partyservice Kampert, SG Bockum-Hövel, Horster Grill, Holz-Service Drüge und das Sachverständigenbüro Ebgler machen mit.

Fast 700 Facebook-Mitglieder

Die offene Facebook-Gruppe „Corona Steinschlange Bockum-Hövel“ hat inzwischen mehr als 680 Mitglieder. Und hier erfährt Carina Kaiserausschließlich Zustimmung für die Aktion. Davon zeugen die ungezählten Likes und Kommentare wie: „Wir legen heute auch schöne Steine hin. Tolle Idee. Wir haben uns gefreut, so etwas Schönes zusehen.“ „Wir sind Dir dankbar, dass du so eine Aktion gestartet hast.“

Lob gibt es zudem von einem ausgewiesenen Experten für Kunst im öffentlichen Raum, Werner Reumke: „Ich glaube, wir können schon jetzt vom längsten temporären Kunstwerk in der Geschichte Bockum-Hövels sprechen!“ schreibt er auf seiner Facebookseite. Zudem gibt es auf der Steinschlangen-Facebook-Seite es viele Tipps, wie man die Steine wetterfest und dauerhaft gestaltet.

Diebstähle häufen sich

Auch wenn einige Gruppenmitglieder schon die Barsener Straße ausgegeben haben, soll am Hof Schulze-Everding ein Zielstein aufgestellt werden. Mehrere Mitglieder der Facebook-Gruppe haben sich bereit erklärt, ihn zu gestalten. Und hier will Kaiser die Aktion dann auch beenden, denn in den vergangenen Tagen sind immer mehr Steine gestohlen worden. „Das macht keinen Spaß mehr“, sagt die engagierte Bockum-Hövelerin dazu.

Die von Carina Kaiser initiierte Steinschlange wird wahrscheinlich am Wochenende bis zum Hof Schulze-Everding reichen.

In Zeiten von Corona Solidarität beweisen

Ein Zeichen der Solidarität soll die Steinschlange sein. Aber weil viele Menschen gar nicht zur Horster Straße kommen können, um sie zu sehen, hat Carina Kaiser eine neue Idee entwickelt. „Wir haben an die Bewohner des Ludgeristiftes Hövel gedacht. Wir haben ihnen einen schönen Brief geschrieben und ihnen doch glatt auch ein paar bemalte Steine dazu gelegt um auch ihre Welt etwas bunter zu machen und ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern“, sagt sie.

Unterstützung habe sie mittlerweile auch für ihre Idee bekommen, die Steine nach der Corona-Krise in einer Gabione zu sammeln, die dann an einem angrenzenden Grundstück als Erinnerung an diese schwere Zeit aufgestellt werden soll, berichtet sie erfreut. Die Firma MG Qualität am Bau GmbH habe zugesagt, eine Gabione zu stiften, aufzustellen und zu befüllen.

Aktion vor Vandalismus schützen

Ebenso war der Aktionskreis Bockum-Hövel Plus aktiv. Hartmut Weber, 1. Vorsitzender des Aktionskreises, berichtet, dass er mit Stadtplanungsamt und Immobilienmanagement gesprochen habe, um einen Standort zu finden. „Wir müssen jetzt die Initiative ergreifen, bevor Vandalismus entsteht und diese Aktion zunichte gemacht wird“, sagt er mit Hinweis auf den Steindiebstahl und die stellenweise Zerstörung der Steinschlange.

Steine als Motive für Mülltonen

Verewigt wird die Steinschlangen-Aktion von Carina Kaiser noch mit einem zweiten Projekt des Aktionskreises Bockum-Hövel Plus. Bilder der schönsten Steine werden auf einen Mülltonnen-Poster abgebildet, das jeder erwerben kann. Noch bis Montag können alle, die einen Stein gestaltet haben, ein Bild zum Aktionskreisschicken.

Die sonst unansehnlichen Mülltonnen sollen durch Plakate verschönert werden.

Und so geht's: Um ein Bild zu machen, sollten die Steine auf dem Asphalt liegen und möglichst beschattet sein, damit keine Reflexionen entstehen. Die Bilder können bis Montag, 27. April, an den Aktionskreis gesendet werden. Das kann per E-Mail an info@bockum-hoevel-plus.de erfolgen. Möglich ist aber auch eine Whatsapp an die Nummer 0152 33 71 17 37 zu schicken. Es geht aber auch per Briefpost an Aktionskreis Bockum-Hövel PLUS e.V., Öffentlichkeitsarbeit, Bockumer Heide 80, 59075 Hamm. Weitere Informationen  finden Sie hier auf der Internetseite von Bockum-Hövel Plus.

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