Eine Million Besucher jährlich erwartet

Zeche war gestern: So stark soll das CreativRevier bald aussehen

Das neue Strukturkonzept für dass CreativRevier Heinrich Robert wurde am Montag vorgestellt.
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Wohnen, Handel, Freizeit, Kultur, Gewerbe und ganz viel Grün: Das neue Strukturkonzept für dass CreativRevier Heinrich Robert wurde jetzt vorgestellt. Im Westen und Osten wird der Schwerpunkt auf Wohnen liegen, im Norden ist ein Gewerbegebiet und im Süden ein Einzelhandelszentrum geplant. Herzstück ist aber das CreativQuartier mit seinen historischen Gebäuden (Bildmitte). (Ein Klick rechts oben in das Bild öffnet die komplette Übersicht.)

Innovativ, nachhaltig, grün: Die Nachnutzungspläne für das Bergwerk Heinrich Robert werden konkret. Das Strukturkonzept für das CreativRevier in Hamm wurde jetzt vorgestellt.

Pelkum/Herringen – In fünf bis zehn Jahren, wenn das rund 55 Hektar große CreativRevier Heinrich Robert komplett entwickelt ist, sollen dort einmal bis zu 2000 Menschen wohnen und 1000 Menschen arbeiten. Zudem rechnet Investor Jürgen Tempelmann, der vor zwei Jahren einen Großteil der aufstehenden Gebäude übernommen und in die Ruhrstadt Event GmbH überführt hatte, mit 100 Mietern und rund einer Million Besucher jährlich.

Nach dem Rahmenplan stellten die Entwicklungsagentur CreativRevier Heinrich Robert, die Stadt und einige der beteiligten Architekturbüros nun das Strukturkonzept vor, in dem bereits einige Details zu erkennen sind. Endgültig sei dies aber noch nicht, sagte Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamts. Unter anderem die Bürger bekämen noch die Möglichkeit, sich zu äußern. Es sei allerdings klar zu erkennen, wohin die Reise gehe.

Besondere Aufmerksamkeit in der Planungsgruppe und beim Pressegespräch bekamen Joachim Sterl und Hartmut Welters (Büro post welters + partner). Im Nordwesten sind demnach das Wohngebiet „Kissinger Höhe“ und einige fest installierte Mini-Häuser geplant. Im Norden ist ein eingeschränktes Gewerbegebiet vorgesehen, zum Beispiel für Start-ups aus dem Bereich der Kreativwirtschaft.

Strukturkonzept fürs CreativRevier: Wohngebiete und Einzelhandel

Im westlichen Teil des Geländes bis zur Fangstraße/Goerallee sollen kleine Wohngebiete mit unterschiedlichen – zum Teil öffentlich geförderten – Wohnformen entstehen. Als Beispiele nannte Welters betreutes Wohnen, Generationenwohnen, mobile Tini-Häuser, Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau – und das alles mit viel Grün. Und: Bei der Siedlung im Südwesten soll der Verkehrswende Rechnung getragen werden, zum Beispiel durch Car-Sharing-Angebote sowie das Ausleihen von Lastenfahrrädern. Insgesamt geht Welters von bis zu 1000 neuen Wohneinheiten aus.

Am „Fuß“ des CreativReviers rund um den Netto-Markt an der Kamener Straße soll es ein Einzelhandelszentrum geben, das in das Revier hineinreicht.

„Verbotene Stadt“: Wallanstich macht künftiges CreativRevier sichtbarer

Wallanstich macht künftiges CreativRevier auf dem Gelände des früheren Bergwerks Heinrich Robert noch sichtbarer.
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Herzstück des CreativReviers ist und bleibt aber die historische und unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz, das „CreativQuartier“. Gebäude wie der Hammerkopfturm, die Maschinenzentrale und das Verwaltungsgebäude seien, wie Diana Dragan vom renommierten Architekturbüro Mei aus Rotterdam erklärte, prägend für das gesamte Gebiet. Einige Gebäude müssten jedoch angepasst werden, da es hier zu wenig Licht gebe. Zudem müssten Räume neu aufgeteilt und das Wegenetz optimiert werden. „Und das alles, ohne das äußere Erscheinungsbild zu verändern.“

Strukturkonzept fürs CreativRevier: Wintergarten in Mannschaftskaue?

Konkret ging Dragan auf die Mannschaftskaue ein, in der sie sich unter anderem einen Wintergarten vorstellen kann. Die Jugendkaue könnte für Events genutzt, der Lichthof die Zentrale des Creativ-Hotels werden. Die darunter liegenden Keller seien für Musikproduktionen geeignet. Für die Planungen des CreativQuartiers zeichnet neben den Büros Mei und Bahl auch das Architekturbüro Planerbund mit Jörg Hannemann verantwortlich, das ebenfalls Stellung nahm.

Im CreativQuartier selbst sollen sich Unternehmen vor allem aus dem Dienstleistungs- oder Bildungssektor ansiedeln, aber auch Gastronomiebetriebe und Freischaffende aus dem Kunst- und Kulturbereich. Wie ein „Leuchtturm“ soll der Hammerkopfturm den Weg ins Revier weisen. Ein von Ost nach West verlaufender Boulevard soll das Quartier mit den Wohnhäusern und den Parkanlagen wie dem denkmalgeschützten Zechenpark oder dem neuen Landschaftsbauwerk an der Kamener Straße verbinden. Im Bereich der ehemaligen Kühltürme soll eine zentrale Plaza entstehen. Parkplätze in den Randbereichen, der Anschluss an den ÖPNV und die optimale Erreichbarkeit mit dem Rad wurden ebenfalls eingeplant.

Strukturkonzept fürs CreativRevier: Ten Brinke als starker Partner

Für weite Teile des zu bebauenden Geländes konnte übrigens das ebenfalls aus den Niederlanden stammende Bauentwicklungsunternehmen Ten Brinke gewonnen werden. Mit der Entwicklung des Lippe-Carrées und des Bereichs rund um den neuen Netto-Markt an der Weetfelder Straße hat es sich in Herringen und Pelkum bereits einen Namen gemacht. „Damit haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der viel Erfahrung in der Aufbereitung solcher alter Industrieflächen mitbringt“, erläuterte Investor Jürgen Tempelmann. Während Ten Brinke das Gewerbegebiet im Norden, das Einzelhandelszentrum im Süden und Teile des östlichen Bereichs mit entwickeln soll, möchte sich die RAG Montan Immobilien bei der Wohnbebauung im Westen einbringen.

Weiterhin eine Option ist, dass Teile des Geländes von der privaten Lunex-Universität (Luxemburg) genutzt werden. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Eine große Rolle bei der Entwicklung des Reviers werden Themen wie Nachhaltigkeit, E-Mobilität, die Nutzung von Eigenenergie sowie die CO2-Neutralität spielen.

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