„Vorhang zu“ für den Zauberer: Für André Storm hat sich der einst sicher geglaubte Beruf in Luft aufgelöst

Zauberer André Storm ist weiterhin guter Dinge – wenn alles gut geht, kann er im September wieder auf die Bühne und Geld verdienen.
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Zauberer André Storm ist weiterhin guter Dinge – wenn alles gut geht, kann er im September wieder auf die Bühne und Geld verdienen.

Als Zauberer geht immer was. Da kann man zur Not auch auf der Straße spielen und einen Hut aufstellen. So etwa kreisten die Gedanken von André Schörnig vor zwölf Jahren, als der Ehemann und Vater zweier Kinder die Zauberei zu seinem Hauptberuf machte.

Hamm – Auf Veranstaltungen wie etwa der jährlichen Freisprechung der Kreishandwerkerschaft, auf größeren Firmenveranstaltungen oder in Seniorenheimen werden Zauberer immer gerne engagiert, um die Menschen zu unterhalten. Das wird schon. Als Zauberer geht immer was... Der Optimismus aus 2008 ist Ernüchterung gewichen.

Zauberer ohne Auftritte

Als Zauberer geht inzwischen gar nichts mehr. Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen sind verboten, 20 Auftritte sind in den vergangenen drei Monaten geplatzt, neue Anfragen kommen keine. „Es herrscht totale Ebbe“, sagt Schörnig, der unter seinem Künstlernamen André Storm inzwischen überregional bekannt geworden ist.

Erst im April hat er seinen ersten Roman mit dem fast prophetischen Titel „Vorhang zu!“ veröffentlicht, und nun das: Stillstand. Das Tempo, mit dem der gesamte deutsche Kleinkunstbetrieb durch Corona in den sprichwörtlichen Keller gerauscht ist, hat den Hammer am meisten überrascht.

Hoffen auf Rückkehr in Alltag

Nun hofft er, dass ab September größere Veranstaltungen wieder möglich sind und er zurück auf die Bühne kann: „Die Aufträge für September sind noch nicht abgesagt.“ 

Mit Weitsicht staatliche Unterstützung nutzen

Das Hilfspaket des Bundes für Soloselbstständige hat André Storm zwar in Anspruch genommen, „aber noch nicht angerührt, weil ich nicht weiß, ob und wie viel ich davon möglicherweise zurückzahlen muss“. Zwar sei der Antrag innerhalb weniger Tage durch und das Geld auf seinem Konto gewesen, doch gebe es noch zahlreiche ungeklärte Fragen.

Zu Andrés Glück ist das Hilfspaket für den 46-Jährigen nicht lebensnotwendig: „Meine Frau hat einen systemrelevanten Beruf. Sie ist Krankenschwester und hält den Laden am Laufen.“

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