Kitasituation in Hamm

Zahlreiche Kinder ohne Platz: Nachfrage nach Kita-Plätzen steigt und steigt

Kita Gummistiefel Symbolbild
+
Alle Plätze belegt: Die Kinder in Hammer Kitas müssen eng zusammenrücken.

Die Hammer Kitas sind so voll, dass viele Gruppen überbelegt werden müssen und Kitas in Containern untergebracht sind. 140 Kinder haben dennoch keinen Platz. Oberbürgermeister Herter macht nun ein Versprechen.

Hamm – 60 Prozent der Kinder unter drei Jahren werden in vier Jahren in einer Kita oder in der Tagespflege betreut werden. Davon geht Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) aus. „Die Rückkehr in den Beruf ist das Regelmodell geworden“, sagte er am Freitag in einer Pressekonferenz.

StadtHamm
Einwohner180.793 (Stand: 31.12.2020)
Davon 0 bis 5 Jahre alt10.372
Kitas im Kitajahr 2021/22108
Kitas im Kitajahr 2018/1992

Kita-Ausbau in Hamm geht weiter: Stadt will 83 Millionen Euro investieren

Die Stadtreagiert darauf – und will das Kita-Angebot in Hamm ausbauen. Im November soll die Bedarfsplanung für die frühkindliche Bildung fortgeschrieben werden. Teil dieser Fortschreibung ist die Frage, wo welche neuen Betreuungsformen entstehen sollen. Für den Ausbau plant die Stadt mehr 83 Millionen Euro ein, sagte Herter.

Dabei hat die Stadt bereits vor Jahren mit dem Ausbau der Betreuungsplätze begonnen. 108 Kitas wird es in Hamm Ende 2021 geben, 30 mehr als noch vor wenigen Jahren. 27 Träger werden für die Kitas zuständig sein. Dazu kommen Plätze bei 120 Tageseltern. Insgesamt gibt es dann 7200 Betreuungsplätze, von denen kein einziger frei bleiben dürfte.

Betreuungsquote der Kinder unter drei Jahren steigt deutlich

Die Betreuungsquote bei den Kindern unter drei Jahren steigt erneut auf 43 Prozent ab August. Außerdem werden nahezu alle Kinder über drei Jahren Kitas besuchen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.

Für jedes neunte Kind gibt es ab August 2021 allerdings keinen regulären Kita-Platz: 420 Kinder müssen Übergangsgruppen besuchen, die etwa in Anbauten oder Containern untergebracht sind. Aufgrund des großen Bedarf bleiben alle bisher eingesetzten Container in Betrieb, selbst wenn Kita-Neubauten fertig werden, kündigte Herter an.

Kitas sind überfüllt: Viele Gruppen sind überbelegt

Außerdem ist es in Hamm seit Jahren an der Tagesordnung, dass Gruppen überbelegt werden: Regulär besuchen bis zu 25 Kinder eine Kita-Gruppe. Fehlen Betreuungsplätze, können bis zu zwei Kinder mehr pro Gruppe aufgenommen werden. So werden weitere 420 Kinder versorgt.

Dennoch haben 140 Kinder noch keinen Betreuungsplatz fürs nächste Jahr. Achim Helbert, Leiter des Amts für frühkindliche Bildung, äußerte sich zuversichtlich, dass man für diese Kinder Plätze finden werde. Das sei in den vergangenen Jahren immer spätestens im Sommer gelungen.

Ankündigung des Oberbürgermeisters: Demnächst keine Container-Kitas mehr

Herter kündigte an, dass die Kita-Betreuung deutlich ausgebaut werden müsse, um auch künftig den Rechtsanspruch der Familien auf einen Platz zu erfüllen und um die Qualität zu erhöhen. So solle es künftig keine Übergangsgruppen und keine Überbelegungen mehr geben. „Je kleiner die Gruppen sind, desto besser und individueller kann man arbeiten“, sagte Theo Hesse, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales bei der Stadt, in der Pressekonferenz.

Wo die neuen Kitas gebaut werden, steht noch nicht fest. Nach den Sommerferien werde man voraussichtlich eine Kita-Konferenz veranstalten, sagte Herter: Darin sollen Vertreter der Elternschaft, Stadt und aus dem Kitabereich darüber sprechen, wo welcher Ausbau nötig ist und was sonst in den Kitas fehlt. Es werde um die Zahl der Kita-Plätze, den räumlichen Bedarf und weitere Themen gehen, etwa um die Frage, ob in Hamm andere Betreuungszeiten gebraucht werden als bislang angeboten werden. Wichtig sei es auch, Erzieher zu finden und neue auszubilden. Neben der räumlichen Situation sei der Mangel an Erziehern der begrenzende Faktor beim Ausbau der Kinderbetreuung. „Wir müssen mit dem Ausbautempo auch das Ausbildungstempo erhöhen“, sagte Herter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare