Stadt Hamm künftig Bewerbermarkt?

Zahl der Ausbildungsplätze steigt - doch es reicht noch längst nicht

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Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in Hamm ist so hoch wie lange nicht mehr. Dennoch gibt es weiter deutlich mehr Bewerber als freie Stellen.

Hamm – Wer heute keinen Lehrling hat, hat morgen keine Fachkraft: Das scheint in den vergangenen Jahren vielen Arbeitgebern klar geworden zu sein. Hammer Unternehmen boten mit 1143 Stellen so viele Ausbildungsplätze an wie lange nicht mehr. Das teilten Vertreter der Arbeitsagentur und ihrer Ausbildungsmarktpartner bei einem Pressegespräch mit.

Starker Anstieg

Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Ausbildungsstellen um 25 Prozent. Zugleich sank die Zahl der gemeldeten Bewerber leicht um sechs Prozent. „Hamm steuert immer mehr auf einen Bewerbermarkt zu“, sagte Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm.

Bewerbermarkt?

Ein Bewerbermarkt würde bedeuten, dass die Bewerber sich Unternehmen aussuchen und nicht andersherum. Dass Helm „steuert darauf zu“ sagt, kommt nicht von Ungefähr: Schließlich gibt es in Hamm immer noch etwa 450 Menschen mehr auf Ausbildungsplatzsuche als freie Stellen. Das entspricht einer Relation von 0,7 Plätzen pro Bewerber. Diese Zahl ist zwar besser als im vergangenen Jahr (0,6), aber deutlich schlechter als im NRW-Durchschnitt (0,9).

Insgesamt begann nur etwa die Hälfte der Bewerber direkt eine Ausbildung. Ein Siebtel ging weiter zur Schule, knapp acht Prozent begann zu arbeiten. Bei einem weiteren Achtel der Bewerber hat die Arbeitsagentur keine Information dazu, wie sie beruflich weitermachte.

Wo es Stellen gibt

Ausbildungsstellen gibt es vor allem im Verkauf: Mehr als ein Zehntel der Plätze entfiel auf diesen Bereich. Je etwa 50 Stellen gab es im Büromanagement, im Groß- und Außenhandel sowie im Gesundheitswesen, knapp 40 in der Lagerlogistik. Deutlich wird, dass in den zehn häufigsten Berufen nur 410 Stellen angeboten werden. „Wir haben es in Hamm mit einer Vielzahl von Berufen zu tun“, sagte Helm.

Was Bewerber wollen

Der Großteil der Bewerber – fast 130 – würde gern eine Ausbildung als medizinischer Fachangestellter beginnen. 100 würden gern eine kaufmännische Ausbildung im Büromanagement machen, gut 180 interessieren sich für den Einzelhandel.

Knapp 60 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt. „Es ist ein Phänomen, dass wir bestimmte Berufe nicht besetzen können“, sagte Helm.

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