Kritik an Winterdienst

Wurst schlägt Gemüse: Trotz eisiger Temperaturen versorgen einige Händler Kunden auf dem Markt

Einkauf beim Händler des Vertrauens: Marion Ziemer kommt regelmäßig zum Markt. Auch bei diesem Wetter.
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Einkauf beim Händler des Vertrauens: Marion Ziemer kommt regelmäßig zum Markt. Auch bei diesem Wetter.

Bis zu 40 Anbieter stehen üblicherweise auf dem Hammer Wochenmarkt an der Pauluskirche. Am Donnerstag waren es fünf.

Hamm – Immerhin, denn angesichts von Schnee und Eis ist für manchen weder die Anreise leicht, noch können Waren in gewohnter Weise präsentiert werden. Und mancher mag wohl auch nicht mit dem ganz großen Kundenzulauf gerechnet haben. Am Donnerstag stand es 3:2 für die Wurst- und Fleischabteilung. Die Händler versorgten Kunden, die dankbar dafür waren, dass es überhaupt ein Angebot gab.

Zu Fuß aus dem Hammer Norden ist eine regelmäßige Marktkundin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, zu Klaus Kollenbergs Fleisch- und Wurstwarenstand gekommen. „Ich bin froh, dass einige Händler hier sind“, sagt sie. „Ich verstehe es voll und ganz, dass viele bei diesen Bedingungen nicht gekommen sind.“

Kritik an Winterdienst

Kollenberg und Mitarbeiterin Angelika Beyer haben an diesem Tag vor allem Stammkunden begrüßt. „Ich verstehe das heute hier vor allem auch als Service“, sagt Kollenberg. „Ich kann nicht nur an guten Tagen hierherkommen und das Geld abschöpfen.“ Kritisch sieht er den Winterdienst der Stadt. Der Markt sei zwar geräumt, die Anfahrt in der Stadt aber katastrophal. Kollenberg fährt 55 Kilometer aus Rietberg. In Hamm sei es dann richtig schlecht gewesen.

Das sagt auch Andreas Gerlach, Mitarbeiter von „Der Olivenstand“ aus Münster. Er selbst kommt aus Havixbeck am Fuße der Baumberge. Dort sei bei 50 Zentimeter Schnee gut geräumt, in Hamm ab Autobahnausfahrt nicht. Seine Kundin Helga Becker ist froh, dass der Stand trotzdem da ist. Auch sie ist regelmäßige Marktbesucherin und glücklich, hier einige Besorgungen machen zu können.

Der Wochenmarkt als Highlight der Woche

Reiner Quadflieg und Marion Ziemer stehen bei Viertmann an, um Obst und Gemüse zu kaufen. „Ich bin froh, dass der Händler meines Vertrauens da ist“, sagt Ziemer. Für sie sei es wichtig, bestimmte Artikel nicht im Supermarkt zu kaufen und zu wissen, wo die Ware herkommt. „Der Markt gehört zu den Highlights der Woche. Ich freue mich, dass er überhaupt stattfindet. Man kommt ja in diesen Zeiten nicht viel vor die Tür“, sagt Reiner Quadflieg. Er ist zu Fuß aus dem Süden gekommen und kauft gleich für eine Nachbarin mit ein.

Anna Jung gehört zum Viertmann-Team, das dick eingepackt und gewärmt von drei Öfen die Kunden bedient. Etwa 10 Grad sind es am Stand, der mit einer Art Vorzelt verkleidet ist. Nur der Grünkohl steht draußen, empfindliche Ware wie Kartoffeln oder Bananen sind abgedeckt. „Wir sind zwar nicht in voller Größe hier“, sagt Jung, „aber wir wollen den Kunden die Möglichkeit bieten, frisches Obst und Gemüse zu kaufen.“ Sie findet es erstaunlich voll für diese Verhältnisse. Dass die wenigen Stände etwas auseinandergezogen sind, hat einen simplen Grund: Die Stromanschlüsse und -zähler sind fest zugeteilt. So hatte das Viertmann-Team die Sonnenseite, die Wurstabteilung die kühle Schattenseite der Kirche.

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