Wurde „Indira“ verkauft? - Welpenhändler legt Quittung vor

HAMM/HERBERN - Der Herberner Welpenhändler Dirk Hüttermann weist den Vorwurf seiner früheren Mitarbeiterin Cornelia Paulsberg aus Hamm zurück, dass er die Neufundländer-Hündin „Indira“ zu Unrecht der Bad Sassendorfer Tierschutz-Organisation „Retriever in Not“ überlassen hat.

Vielmehr habe er der Hammerin das Tier am 10. Juli 2011 für eine Summe von 300 Euro abgekauft und sei somit rechtmäßiger Eigentümer gewesen. Die entsprechende Einkaufsquittung liegt unserer Zeitung vor. Wie berichtet, hatte Paulsberg ins Feld geführt, damals auf Wunsch Hüttermanns einen Überlassungsvertrag für die Hündin unterschrieben zu haben; dies allerdings nur „pro forma“, damit dieser bei Kontrollen die Herkunft des Tieres nachweisen könne. Eigentlich habe sie ihren Hund wiederhaben wollen und dies auch geäußert.

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Hammerin will ihren Hund zurück

Gegenüber dem WA erklärte Paulsberg gestern, trotz der von ihr unterzeichneten Quittung nie Geld von Hüttermann für „Indira“ erhalten zu haben. Beim Verein „Retriever in Not“ indes fürchtet man um seinen guten Ruf, weil der Eindruck entstanden sein könnte, dass man die Hündin ohne rechtliche Grundlagen an sich genommen habe und die Herausgabe verweigere. „Dem ist nicht so“, unterstrich Vorsitzende Dagmar Auf der Maur-Wischnewski gegenüber dem Anzeiger.

Laut ihrer Darstellung hat der Verein neben „Indira“ 14 weitere Hunde von Dirk Hüttermann kostenlos übernommen, nachdem dieser auf Anordnung der Veterinärbehörde seinen Bestand verringert habe. Dabei habe es keine Hinweise gegeben, dass der Händler nicht Eigentümer der Tiere gewesen sei. Im Gegenteil: Im Fall „Indira“ liege auch dem Verein die entsprechende Einkaufsquittung vor. Alle Übernahmen der Hunde seien durch Abtretungserklärungen rechtlich fixiert und den zuständigen Behörden gemeldet worden. Dirk Hüttermann betont, dass beim Erwerb der Hündin von Cornelia Paulsberg „alles sauber gelaufen“ sei. Er habe das Tier gekauft, weil er zum damaligen Zeitpunkt im Besitz eines passenden Deckrüden gewesen sei.

Als Grund für den Verkauf des Hundes habe Paulsberg einen bevorstehenden Umzug und fehlenden Platz angegeben. Nach ihrer Kündigung im September 2011 war es nach Darstellung von Cornelia Paulsberg dann zum Streit mit Hüttermann gekommen. Sie habe ihm sogar Geld geboten, um den Hund zurückzubekommen. Doch Hüttermann habe abgelehnt. Schließlich informierte die ehmalige Mitarbeiterin Paulsbergs die Tierschutzorganisation Peta über die Missstände auf dem Hof in Herbern, über die RTL2 berichtete.

Der Hund lebt derzeit in einer Pflegefamilie

Dagmar Auf der Maur-Wischnewski von „Retriever in Not“ ist indes sehr verwundert über das Auftreten Paulsbergs. So sei diese am 23. September bei ihr erschienen und habe gleich mit der Polizei, der Presse und dem Einschalten eines Anwalts gedroht.

Mittlerweile habe der Verein per Anwalt auf das Schreiben Paulsbergs Rechtsbeistands reagiert. Paulsberg bestätigte den Eingang des Schreibens, in dem die Vorwürfe zurückgewiesen wurden und auch die Forderung nach Herausgabe von Indira. Zudem kann sich Auf der Maur-Wischnewski nicht erklären, warum Paulsberg gerade jetzt aktiv wird. Als frühere Mitarbeiterin hätte sie von den jüngst durch die Tierschutzorganisation Peta aufgedeckten und im TV dokumentierten früheren „Zustände“ beim Welpenhändler wissen müssen, die sie ja selbst als „katastrophal“ bezeichnet habe. Zwischen dem Drehtermin und der Überlassung „Indiras“ an den Verein seien weitere sieben Wochen vergangen, in denen sie hätte aktiv werden können, aber nicht aktiv wurde.

„Indira“ lebt derzeit in einer Pflegefamilie außerhalb Bad Sassendorfs. - am/jiz

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