Wohnen in Hamm wird teurer: Mieten auf Bundesniveau

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Die höchsten Baulandpreise werden laut Bodenrichtwertinformationssystem des Landes im Baugebiet „Auf dem Beisenkamp“ in Hamm-Süden (Foto) und für das Paracelsuskarree im Hammer Osten erzielt.

Hamm - Das Wohnen in Hamm wird teurer. Wohnungsmieten, die hier immer als günstig galten, liegen bei Neubauten inzwischen auf bundesweitem Durchschnittsniveau. Die Quadratmeterpreise für ältere Wohnungen haben ebenso angezogen wie die Kaufpreise für Bauland und Wohnhäuser.

Laut Stadt ist der Markt vor allem bei preisgünstigen Mietwohnungen angespannt. Es ist nicht so schlimm wie in den ganz großen Städten. Aber auch in Hamm haben es Mieter auf dem Wohnungsmarkt immer schwerer. Darauf deuten Zahlen aus verschiedenen Erhebungen hin.

Eine neu gebaute „gute“ Wohnung kostete 2010 laut Mietspiegel 6,20 bis 6,90 Euro pro Quadratmeter. Wer 2017 als Mieter in einen Neubau zog, musste mit Kosten von 7,20 bis 7,90 Euro rechnen.

Ähnliche Daten liefert der Immobiliendienstleister Bulwiengesa, auf den auch die Stadt zurückgreift. In den entsprechenden Erhebungen lagen die Neubaumieten in Hamm bis 2011 stabil bei sechs Euro und befanden sich damit immer unter dem Bundesdurchschnitt. Seit 2012 steigen die Mieten in diesem Segment in Hamm an, 2017 lagen sie bei mehr als acht Euro. Damit hat Hamm den Bundesdurchschnitt erreicht.

Sozialer Wohnungsbau geht zurück

Auch bei Wiedervermietungen sind die Preise nach den Bulwiengesa-Daten in Hamm gestiegen: 2005 waren es hier etwas mehr als fünf Euro pro Quadratmeter, 2017 mussten etwas mehr als sechs Euro gezahlt werden. Im deutlich detaillierteren Mietspiegel liest sich das erst mal weniger dramatisch: Hier liegen die Anstiege von 2010 bis 2017 zwischen 20 und 35 Cent pro Quadratmeter.

Doch gerade hier sieht die Stadt Probleme. Es gebe auf dem Wohnungsmarkt „erste Anspannungstendenzen insbesondere im preisgünstigen Bereich“, heißt es in einer Verwaltungsstellungnahme zu einer Pro-Hamm-Anfrage. Anders als in Düsseldorf oder Münster müssen einkommensschwache Haushalte nach Einschätzung der Stadt zwar nicht befürchten, ihre Wohnungen zu verlieren. Der Rückgang im sozialen Wohnungsbau mache sich aber auch in Hamm bemerkbar.

Bauland deutlich teurer

Die Zahlen sprechen für sich: Der Bestand öffentlich geförderter Wohnungen in Hamm hat sich von 2000 (17.850 Wohnungen) bis 2017 (9023) praktisch halbiert. Der geförderte Mietwohnungsbau hat nach zwischenzeitlichem Stillstand zwar wieder deutlich angezogen, kommt 2017 aber gerade einmal auf 184 Wohneinheiten. 21 Millionen Euro Förderung gab es dafür.

Tiefer in die Tasche greifen mussten zuletzt auch Bauherren. Hieß es im Immobilienbericht der Landesbausparkasse (LBS) 2017 noch, der Boom gehe an Hamm vorbei, ist in der aktuellen Version von deutlichen Preissteigerungen die Rede. Bauland ist demnach um neun Prozent teurer geworden, durchschnittlich werden in Hamm laut LBS 185 Euro pro Quadratmeter verlangt.

Die höchsten Preise verzeichnet das Bodenrichtwertinformationssystem des Landes mit jeweils 290 Euro pro Quadratmeter für das Paracelsuskarree in Hamm-Osten und das Baugebiet „Auf dem Beisenkamp“ in Hamm-Süden. Ein neues Reihenhaus kostet laut LBS-Gutachten durchschnittlich 265.000 Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Für ein gebrauchtes Reihenhaus waren im Schnitt 175.000 Euro zu zahlen, ein Plus von sechs Prozent.

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