Wohnen an der Schlossmühle in Heessen wird greifbar

An der Schlossmühle Heessen stehen die am Bauprojekt Beteiligten
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Im Baugebiet Schlossmühle geht’s jetzt wirklich los. Das Projekt stellten (von rechts) Franziskus Freiherr von Ketteler, Franz Venker (Heckmann), Stadtbaurat Andreas Mentz, Reinhold Gierse (Heckmann) und Heinz-Martin Muhle (Leiter Stadtplanungsamt) vor.

16 Jahre ist es her, dass die ersten Pläne für eine Bebauung des Geländes an der Heessener Schlossmühle geschmiedet wurden. Nach diversen Neuplanungen und einem teilweisen Besitzerwechsel soll das Projekt nun umgesetzt werden. Rund 20 Millionen Euro werden investiert.

Hamm - „Im April spätestens im Mai geht‘s los“, verspricht Reinhold Gierse, geschäftsführender Gesellschafter der Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH. Die Firma hat die denkmalgeschützten Gebäude der früheren Öl- und Getreidemühle gekauft. Damit kam neue Bewegung in das Projekt. Denn trotz ihres maroden Zustands sollen sie wieder instandgesetzt werden – immerhin handelt es sich bei dem Mühlengebäude direkt am Graben um das älteste technische Gebäude in Hamm, Baujahr 1546. Die spätere Nutzung ist noch offen, Büroräume kommen ebenso in Betracht wie Wohnungen.

Erhalten wird auch das lang gezogene, ebenfalls denkmalgeschützte frühere Gesindehaus aus Fachwerk, das im Besitz der Familie Ketteler-Boeselager bleibt und in dem acht Mietwohnungen in unterschiedlichen Größen entstehen. „Das ist ein guter Tag für Hamm“, sagte Franziskus Freiherr von Ketteler am Donnerstag bei der Vorstellung des Bauvorhabens. Denn mit der Unterzeichnung von insgesamt fünf Verträgen sei nun die entscheidende Hürde genommen. Bereits im Dezember hatte der Stadtrat dem Bebauungsplan zugestimmt, zuvor waren nach diversen Bürgerversammlungen Einwendungen berücksichtigt worden – speziell die Befürchtung betreffend, der Ennigerbach könne häufiger Hochwasser führen.

Schaffung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Wegen

Seit immerhin elf Jahren ist auch die Firma Heckmann mit im Boot. Sie wird – anders als bei früheren Planungen – nun sowohl den nördlichen Teil (zwischen Schlossstraße und Dolberger Straße) als auch den südlichen (zwischen Schlossstraße und Lippeaue) entwickeln. Am Anfang steht die Erschließung, also die Schaffung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie des Straßen- und Wegenetzes. Diese Arbeiten sollen laut Gierse bis zum Spätsommer abgeschlossen sein.

Der Lageplan des Baugebiets Schlossmühle: Entstehen werden Ein- und Mehrfamilienhäuser. Unten (hellblau) ist der Mühlengraben erkennbar, hellgrau sind Mühlen- und Gesindehaus eingezeichnet.

Dann kann gebaut werden: Im nördlichen Bereich, den Heckmann übernommen hat, entstehen vier Gebäude mit je acht Eigentumswohnungen und sieben Grundstücke für Einfamilienhäuser. Mit deren Vermarktung soll bereits im Herbst begonnen werden. Im südlichen Bereich bleibt die Familie Ketteler-Boeselager Eigentümerin von fünf Grundstücken, auf denen Einfamilienhäuser im Erbbaurecht entstehen. „Die Bebauung wird sich in die Natur einfügen“, verspricht von Ketteler für die Lage direkt am Mühlenkolk mit unverbaubarem Blick in die Lippeaue. Die Firsthöhe der Häuser wird 7,70 Meter betragen – zum Vergleich: die des früheren Gesindehauses hat etwa elf Meter. Dieses Gebäude erhält übrigens einen „Zwilling“ gegenüber, in dem ebenfalls Wohnungen entstehen.

Bautätigkeiten dauern rund 5 Jahre

Bis zur Vollendung des gesamten Baugebiets werden etwa fünf Jahre vergehen, schätzt Reinhold Gierse. In der Bauphase wird der Zutritt aus Sicherheitsgründen verboten. Das soll sich aber wieder ändern, verspricht Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamtes: „Später werden öffentliche Wege durch das Gelände führen.“ „Das hier soll ein öffentlich erlebbarer Raum bleiben“, ergänzt von Ketteler, der sich ausdrücklich beim früheren Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und der früheren Stadtbaurätin Rita Schulze Böing für die langjährige Unterstützung bedankt.

„Wir sind froh, dass sich mit Heckmann jemand dieser großen Herausforderung stellt“, sagt Stadtbaurat Andreas Mentz. Auch ihm sei es wichtig gewesen, dass das Wohngebiet nicht nur wenigen „Privilegierten“ zugänglich ist, sondern allen Heessenern, von denen er wisse, wie sehr sie dieses historische Fleckchen schätzen.

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