„Energieernte“ im XXL-Format

Hammer Wohnanlage fast klimaneutral: So funktioniert das

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Die Wohnanlage an der Robertstraße/Kamener Straße hat ein besonderes Energiekonzept. Unter anderem durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist sie klimaneutral.

Wiescherhöfen – Eine aus 25 Wohnungen bestehende Wohnanlage mit zwei Häusern, die öffentlich gefördert und gleichzeitig klimaneutral ist? Für den Dortmunder Investor muss das kein Widerspruch sein.

Im Gegenteil: Mit seinem Projekt an der Robertstraße 1a und b auf dem Gelände des früheren Pfarrhauses St. Marien möchte er zeigen, dass Klimaschutz und sozialer Wohnungsbau durchaus unter einen Hut gebracht werden können. Ganz im Sinne der allgemeinen Überzeugung und des Klimaschutzes möchte er auch andere Hauseigentümer oder auch die großen Lebensmittelketten dazu ermutigen, ebenfalls mehr in den Klimaschutz zu investieren.

Die großen Dachflächen der Supermärkte eigneten sich ideal für Photovoltaikanlagen. „Durch die großen Kühlanlagen verbrauchen sie gerade in den Sommermonaten viel Strom.“ Dieser Strom könne vor Ort erzeugt werden und so klimaschädlichen Kohlestrom ersetzen.

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100.000 Euro zusätzlich in Photovoltaik

Er selbst habe, wie er sagt, in Wiescherhöfen circa 100.000 Euro zusätzlich in die Photovoltaikanlage mit einer vorausschauenden (Wetter-) Steuerung auf beiden Dächern, in eine Batterie sowie in eine Wärmepumpe inklusive Zusatzspeicher zur Wärmeversorgung investiert. Die „Energieernte“ geschieht nahezu unsichtbar auf den beiden Hausdächern durch die 184 PV-Module (300 Quadratmeter Modulfläche), also die Photovoltaikanlage, die die beiden Dächer maximal bedeckt. Sie erzeugt pro Jahr zwischen 55 und 60 Megawattstunden Strom – eigentlich genug Strom, um die Wärmepumpe und auch Gemeinschaftseinrichtungen wie die allgemeine Beleuchtung oder die Aufzüge zu betreiben.

Im Sommer werde natürlich deutlich mehr Strom als benötigt produziert, so der Investor. Den gebe man dann ins Netz ab. Im Winter, wenn die Sonne nicht so häufig scheint und die Temperaturen sinken, müsse man Strom zukaufen. Nur zu Spitzenlastzeiten wie einer Frostperiode werde zudem noch eine hocheffiziente Brennwerttherme benötigt.

Geringe Wärmeverluste nach außen

Um die Energieeffizienz des Hauses zu erhöhen, hat der Dortmunder gemäß den gesetzlichen Vorgaben ferner eine Dreifachverglasung eingebaut und eine besonders dicke Isolierung gewählt, sodass praktisch sehr geringe Wärmeverluste nach außen entstehen. Er zeigte dies an einem Beispiel auf: In der Wohnanlage an der Robertstraße wird der gesamte Energiebedarf bei etwa 43 Kilowattstunden pro Quadratmeter/Jahr liegen. „In Altbauten liegen wir bei 200 bis 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter/Jahr.“

Für die Mieter bedeutet dies, dass ihre Nebenkosten für die im Haus erzeugte Wärme deutlich niedriger sein werden. Und auch die Miete ist, da es sich um eine öffentlich geförderte Wohnung handelt, günstig. Mehr als 5,25 Euro pro Quadratmeter darf der Investor nicht nehmen. Das bedeutet aber auch, dass er die zusätzlichen Investitionen in den Klimaschutz nicht auf seine Mieter umlegen wird. Die Rentabilität der Investition ergibt sich aus der erhöhten Eigennutzung.

Bei Klimaschutzzielen helfen

Als Diplom-Ingenieur hat er es gemacht, um auch dabei zu helfen, dass das Land seine Klimaschutzziele erreicht. „Durch den in den letzten Jahren eingetretenen signifikanten Rückgang der Capex-Kosten (Abk. für engl. capital expenditures, also Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter; Anm. d. Red.) für Photovoltaik und Batterie lohnen sich mittlerweile auch Investitionen in diesem mittleren Bereich wirtschaftlich.“ Der Investor geht davon aus, dass sich diese für ihn in unter 10 Jahren amortisiert haben.

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