Umdenken im Rathaus

Wohin mit dem Schrott? „Wertstoffhof light“ in allen Bezirken denkbar - Erweiterung an Zentralhallen

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Bitte abbiegen: ASH-Chef Reinhard Bartsch hat nach der Wiedereröffnung im April die Organisation am Wertstoff selbst in die Hand genommen.

Hamm – Die Suche nach einer Fläche für einen zweiten Recyclinghof zieht sich weiter in die Länge. Nach wie vor ist eine Entscheidung für eine Fläche nicht in Sicht. Im Hammer Rathaus wird derzeit eine Alternative überprüft.

Der Ökonomierat-Peitzmeier-Platz könnte Raum für einen provisorischen Recyclinghof bieten. Seit fünf Monaten kann dort an den Zentralhallen ohnehin schon Grünabfall abgegeben werden. Das Angebot hat sich nach Sicht der Verwaltung bewährt und könnte ausgeweitet werden: Bürger sollen dort neben dem Grünabfall auch Sperrmüll und Papiermüll abgeben können.

Bereits vor vier Monaten hatte SPD-Fraktionschef Justus Moor angesichts Hunderter Hammer, die ihren Sperrmüll zum Recyclinghof an den Lausbach brachten und drei Stunden Wartezeit in Kauf nahmen, diese Idee gehabt. Die stieß aber auf Ablehnung durch Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU). Kurzfristig sei das nicht möglich. „Wir bräuchten dafür weitere Radlader und Spezialfahrzeuge“, hatte es damals geheißen.

Recyclinghof öffnet zu Corona-Zeiten erstmals wieder die Tore

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Keine Auswirkungen auf Stunikenmarkt "light"

Nun hat sich die Einschätzung offenbar verändert. Die Überlegungen im Rathaus für einen temporären Recyclinghof an den Zentralhallen werden immer konkreter. Im OB-Büro ist man sich sicher, dass auch Veranstaltungen, die auf dem Platz stattfinden, mit der Abfallanlieferung kombinierbar sind. Lediglich die Verkehrsführung auf dem Platz müsse dann verändert werden. Auch der angedachte „Stunikenmarkt light“ auf dem Peitzmeier-Platz kollidiere nicht mit der Anlieferung von Abfällen.

Die Sammelstelle für Grünabfälle habe sich in den vergangenen fünf Monaten gut entwickelt und werde gut von den Bürgern angenommen, so Ralf Hohoff, der Leiter des OB-Büros. Beschwerden von Anliegern habe es keine gegeben, die Anlieferung und auch die Abfuhr des Mülls funktioniere einwandfrei. Für die Verantwortlichen im Rathaus ein Indiz, eine entsprechende Erweiterung zu überprüfen. Fällt die Prüfung positiv aus – davon wird derzeit ausgegangen – sollen möglichst schnell die politischen Beschlüsse herbeigeführt werden.

Moor: "Hätte schon eher passieren können"

Eventuell durch eine Dringlichkeitsentscheidung, da bis zur Kommunalwahl in drei Wochen kein politisches Gremium mehr tagt und die konstituierende Ratssitzung erst Anfang November stattfindet. Justus Moor begrüßt diese Entwicklung. „Das hätte allerdings schon eher passieren können“, sagt er.

Abhilfe sollte ohnehin ein zweiter Recyclinghof bringen. Im Mai 2018 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, einen geeigneten Standort für einen zweiten Recyclinghof zu suchen und zu entwickeln. Drei Flächen sind in der engeren Auswahl, mit den Privateigentümern ist die Stadt inzwischen im Austausch. Eine Fläche könne direkt entwickelt werden. Sie findet nach WA-Informationen in der großen Koalition allerdings keine Mehrheit. Die SPD hat Bedenken dagegen angemeldet.

Kleinere Abladestellen im jedem Bezirk?

In diesem Spannungsfeld bietet ein provisorischer Wertstoffhof an den Zentralhallen nun die Möglichkeit, in Ruhe mit den Eigentümern der geeigneten Flächen zu verhandeln. „Parallel werden wir die Situation am Peitzmeier-Platz genau beobachten“, sagte Hohoff.

Kühlschränke & Co.: Wer Elektroschrott, Sperrmüll oder Altholz abgeben will, der muss bislang stets nach Bockum-Hövel zum Wertstoffhof fahren.

Gebe es keine großen Probleme, könnte es eine Alternative sein, in jedem Stadtbezirk nach Flächen Ausschau zu halten, die für einen „Wertstoffhof light“ geeignet sind. Dorthin könnten Bürger dann wohnortnah Grün- und Papierabfall sowie Sperrmüll bringen. Lediglich für Problem-Abfälle müsste noch der Weg nach Bockum-Hövel zum Wertstoffhof gefahren werden. „Voraussetzung für solch ein Modell wäre die tägliche Entleerung der Container an den dezentralen Standorten“, so Hohoff.

Keine Öle und Farben

Zum provisorischen Recyclinghof an den Zentralhallen könnten neben Grünabfall alle Wertstoffe gebracht werden, die nicht umweltgefährdend sind – mehr geht nicht. Da der Peitzmeier-Platz nicht versiegelt ist, dürfen dort keine Stoffe wie Öle oder Farben abgegeben werden. Mit der Lösung könnte der bestehende Wertstoffhof in Bockum-Hövel entlastet werden.

Die Corona-Zeit haben viele Hammer übrigens genutzt, um ihre Haushalte auszumisten und dabei spürbar mehr Müll produziert.

Lange Warteschlange an neuer Grünschnitt-Annahmstelle

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