Brennpunkte gebe es nicht, heißt es immer wieder

Wo in Hamm wohnt das Virus? Die Stadt schweigt dazu

Rathaus der Stadt Hamm Symbolbild
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Im Rathaus ist das Coronavirus nur thematisch zuhause. Aber angeblich weiß dort niemand, wo in der Stadt tatsächlich Hotspots sind.

Wo man eng zusammen wohnt, verbreitet sich das Coronavirus schneller als andernorts. In Brennpunkten sind die Inzidenzwerte deshalb höher als in Villenvierteln. Das gilt eigentlich fürs ganze Land. Außer für Hamm. Oder?

Hamm - In Hamm sei das Virus gleichmäßig über alle Viertel verteilt, heißt es regelmäßig von der Stadt. Ein Blick auf die betroffenen Kitas und Grundschulen legt zumindest Zweifel daran nahe. (News zum Coronavirus in Hamm)

Zahlreiche deutsche Städte veröffentlichen mittlerweile Daten zur Corona-Lage in einzelnen Stadtteilen. Köln gilt dabei als Vorreiter. Dort lag der räumliche Schwerpunkt zunächst in den wohlhabenden linksrheinischen Stadtteilen, verlagerte sich mit der zweiten und dritten Welle aber in die rechtsrheinischen Problemviertel.

Mittlerweile hat das bildungsbürgerliche Kölner Stadtviertel Klettenberg einen Inzidenzwert von 28, das Hochhausviertel Chorweiler dagegen von 543. Deutliche Spannen zwischen Stadtteilen sind beispielsweise auch in Hamburg und Mülheim an der Ruhr zu sehen. Auch das Düsseldorfer Gesundheitsministerium geht von einem Zusammenhang zwischen „soziökonomischem Status und Gesundheit“ aus, so Sprecher Carsten Duif.

Blick in Kitas und Schulen entlarvt Corona-Gefälle in Hamm

Und wie sieht es in Hamm aus? Die räumliche Verteilung der Corona-Fälle sei grundsätzlich recht gleichmäßig, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. Es gebe kein auffälliges Corona-Gefälle zwischen einzelnen Bezirken. Eine detailliertere Aufschlüsselung werde man aber nicht vornehmen. Gründe dafür nannte er auch auf Nachfrage nicht.

Dass es in Hamm nicht viel anders als im Rest des Landes aussieht, legt ein Blick auf die Zahl der Infizierten an Kindergärten und Grundschulen nahe, die überwiegend von Kindern aus dem entsprechenden Viertel besucht werden. In den vergangenen drei Wochen gab es Corona-Fälle in zwölf Kitas, die sich gleichmäßig über fünf der sieben Bezirke verteilten – bis auf Uentrop (ein Fall) und Rhynern (kein Fall).

Auch bei den 14 betroffenen Grund- und Förderschulen kommt Rhynern mit einer Einrichtung gut weg. Nicht betroffen waren in den vergangenen drei Wochen die Grundschulen in Bockum-Hövel. Nimmt man die betroffenen weiterführenden Schulen hinzu, entsteht jedoch wieder der Eindruck eines leichten Gefälles zwischen dem Nordwesten und dem Südosten der Stadt.

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