Wirtschaftsleistung: Hamm bundesweit im unteren Drittel

Die deutsche Wirtschaft ist in der Corona-Krise stark eingebrochen. 
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Die deutsche Wirtschaft ist in der Corona-Krise stark eingebrochen. 

Der Wert des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und die daraus ermittelte Arbeitsproduktivität zeigen genau, wie sich die Wirtschaftskraft landauf, landab entwickelt, wo es gut läuft und wo nicht. In Hamm steigt die Arbeitsproduktivität jedenfalls weniger an als im Bundesdurchschnitt.

Hamm – BIP, seit Corona kommt diese Abkürzung häufiger vor. BIP steht für Bruttoinlandsprodukt und war früher der Maßstab für Wirtschaftskraft. Heute steht es auch dafür, wie viel Verschuldung sich die Republik bei Stützungsmaßnahmen leisten kann.

Bundesweit legte das BIP seit 2005 um 47,34 Prozent zu, in Hamm um 30,2 Prozent. Zuletzt erreichte die gemessene hiesige Wirtschaftsleistung 5,09 Milliarden Euro. Der Output jedes Erwerbstätigen lag damit in Hamm bei umgerechneten 61 724 Euro (Vorjahr: 61 291 Euro). Warum gemessene? Weil die Regierung auf geschätzte Zahlen zurückgreift, wenn sie aktuellere Zahlen nennen will: Für 2019 hat sie ein bundesweites BIP von 3 448 Milliarden Euro errechnet, oder nicht ganz 3,5 Billionen Euro.

Was jeder von uns mit dem Bruttoinlandsprodukt zu tun hat, ergibt sich aus der Arbeitsproduktivität, die ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Sie lässt sich errechnen, wenn das BIP auf Erwerbstätige und geleistete Arbeitsstunden umgerechnet wird. Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft werden maßgeblich von der Produktivitätsentwicklung beider Faktoren beeinflusst.

In der langfristigen Betrachtung von 2005 bis 2017 (aktuellere Daten liegen noch nicht vor) erreichen die Werte in Hamm ein Plus von 30,2 Prozent (Bruttoinlandsprodukt) und ein Plus von 20,8 Prozent (Arbeitsproduktivität): Erwirtschaftete ein Erwerbstätiger oder eine Erwerbstätige bei uns im Jahr 2005 noch 51 091 Euro, waren es im Jahr 2017 rund 61 724 Euro.

Was die Produktivität angeht, liegt Hamm im bundesweiten Vergleich mit diesen Zahlen auf Platz 318 unter 403 ausgewerteten Städten und Kreisen. Am höchsten war die Produktivität in Wolfsburg, was wohl an VW liegt: Jedenfalls sorgt ein Erwerbstätiger in Wolfsburg für ein persönliches BIP von 163 592 Euro – das ist das 2,7-fache des BIP bei uns. Am Ende der Tabelle steht der Erzgebirgskreis in Sachsen, wo jeder Erwerbstätige umgerechnet 51 833 Euro erwirtschaftet.

Mit einer Arbeitsproduktivität von 61 724 Euro ist die Wirtschaftsleistung der Erwerbstätigen in Hamm übrigens geringer als im landesweiten Schnitt, den die Statistiker für Nordrhein-Westfalen mit 72 708 Euro beziffern. Zum Vergleich: Bundesweit lag der Output jedes Erwerbstätigen noch höher, nämlich bei durchschnittlich 74 032 Euro.

Und nur zur Erinnerung daran, dass wir auf einem recht dünnen Ast sitzen: Unter den ersten zehn Standorten mit dem höchsten BIP sind die Standorte, an denen Autos produziert werden, in der Überzahl.

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