Prognose mit Vergleichsdaten

Wir werden immer weniger: Hamm schrumpft bis 2040 deutlich

Die Hammer Bevölkerung wird in den nächsten 20 Jahren deutlich schrumpfen. Auch die Landkreise rund um Hamm werden demnach Einwohner verlieren, Münster wird dagegen deutlich wachsen.

Hamm/Bonn – Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn (BBSR) geht in einer bundesweit angelegten Studie für Hamm von einem Bevölkerungsrückgang von 7,9 Prozent bis 2040 aus. Für ganz Deutschland erwartet das BBSR einen Bevölkerungsrückgang um rund 1,3 Millionen auf 81,9 Millionen. Die regional differenzierte Prognose beruht auf langjährigen demografischen Entwicklungen. Dazu zählen unter anderem Außen- und Binnenwanderungen sowie die Geburten und Sterbefälle. Die Prognose geht davon aus, dass diese Trends in der Zukunft stabil bleiben werden.

Für Hamm bedeutet das einen Rückgang der Einwohnerzahl von 179.000 (2017) auf 165.000 (2040). Das Minus von 7,9 Prozent fällt deutlicher aus als im NRW-Schnitt (minus 3,3 Prozent) und im Bundesschnitt (minus 1,0 Prozent).

Mit dem gesamten Einwohnerrückgang wird auch eine Verschiebung der Altersstruktur einhergehen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen wird der Prognose zufolge zwar um 7,8 Prozent sinken, ihr Anteil mit gut 20 Prozent aber konstant bleiben. Am anderen Ende der Altersskala nimmt die Zahl der Senioren um 15,6 Prozent zu, sie steigert ihren Anteil von 21 auf 26 Prozent. Dafür geht die „arbeitsfähige Bevölkerung“ in Hamm deutlich zurück: Minus 16,6 Prozent prognostiziert das BBSR einen Anteil an der Hammer Gesamtbevölkerung von nur noch 54 statt bisher 59 Prozent.

Auch das Umland von Hamm muss bluten

Auch die Hammer Umgebung muss mit teils deutlichen Einwohnerverlusten rechnen: Für den Kreis Coesfeld wird ein Minus von 2,2 Prozent prognostiziert, im Kreis Soest geht es um 4,3 Prozent runter, im Kreis Warendorf um 5,1 Prozent und im Kreis Unna um 7,9 Prozent. Im Ruhrgebiet wird der BBSR-Prognose zufolge nur Essen seine Einwohnerzahl leicht steigern können (plus 1,0 Prozent). Dortmund verliert 1,9 Prozent, Duisburg sogar 10,5 Prozent.

Großer Gewinner in Sachen Bevölkerungsentwicklung ist Münster. Mit einem erwarteten Plus von 8,7 Prozent steht die Stadt in Nordrhein-Westfalen an der Spitze, noch vor Köln (plus 6,1 Prozent) und Düsseldorf (plus 3,5 Prozent). Aktuell hat Münster etwa 315.000 Einwohner, 2040 sollen es mehr als 340.000 sein.

Süddeutschland profitiert von Verschiebung

Bundesweit zeigt die Prognose eine deutliche Bevölkerungsverschiebung vom Land zur Stadt und von Nord- nach Süddeutschland. Im Norden, Osten und Westen gibt es demnach Wachstumsinseln wie Berlin, Hamburg und Frankfurt. Im Süden sieht die Prognose ein fast flächendeckendes Wachstum. Vor allem die Landkreise rund um die großen Städte werden demnach deutlich an Einwohnern gewinnen. Der Kreis Dachau bei München darf mit 15,7 Prozent vom bundesweit größten Einwohnerwachstum ausgehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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