Kritiker geben nicht auf

Windtradtürme schon jetzt so hoch wie die Pauluskirche

Die beiden Türme sind bereits „nackt“ 75 Meter hoch. Rechts zum Vergleich die Pauluskirche.
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Die beiden Türme (im Hintergrund ist der zweite zu erkennen) sind bereits „nackt“ 75 Meter hoch. Rechts zum Vergleich die Pauluskirche.

Während die Windradtürme im tiefen Hammer Süden eindrucksvoll in die Höhe wachsen, warten deren Gegner in diesen Tagen auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster.

Freiske – Gespannt warten die Windrad-Gegner in diesen Tagen auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster. Eventuell noch in dieser, spätestens aber in der nächsten Woche soll geklärt sein, ob die beiden Riesenwindräder in Freiske weiter gebaut werden dürfen. Das Stoppen der bereits weit vorangeschrittenen Arbeiten ist das primäre Ziel der Bürgerinitiative (BI). Mit deren Unterstützung hatte eine Bürgerin geklagt. Das Verfahren ist beim OVG gelandet, nachdem das Verwaltungsgericht Arnsberg, also in der Vorinstanz, die von der Stadt Hamm erteilte Baugenehmigung als rechtens ansah.

Hoffnung schöpft die BI aus einem Urteil, das das OVG vor knapp einem Jahr bei einem Fall in Altena gefällt hat. Hier kassierte Münster eine Entscheidung aus Arnsberg ein. Die Begründung der Münsteraner Richter: Die Vor-Umweltverträglichkeitsprüfung, die die Folgen der Windräder auf die Umwelt darlegt, sei „unzureichend” und „methodisch fehlerhaft”, so sei etwa der Umkreis um die Anlage bei der Untersuchung der Folgen für Natur und Umwelt zu klein gewählt.

Parallelen zu Fall in Altena

Und hier sieht Ralf Bußmann, Sprecher der BI in Hamm, durchaus Parallelen. So habe seiner Meinung nach die SL Naturenergie als Projektierer der Windkraftanlagen den Abstand zur Wohnbebauung nahe der Windräder falsch angegeben. Und das habe natürlich Einfluss auf die Bewertung zum Beispiel von Immission und optisch bedrängender Wirkung.

„In Arnsberg sind die Unterlagen gar nicht richtig gelesen worden“, wirft er dem Gericht Oberflächlichkeit vor. Nun hoffe er, dass die Richter in Münster die Unterlagen genauer ansehen haben – so wie offenbar vor einigen Monaten beim Fall in Altena.

„Für viele noch gar nicht vorstellbar...“

Unterdessen machen die Windradgegner in Freiske keinen Hehl daraus, wie sehr die beiden Türme bereits jetzt die Landschaft verunstalten würden. „Jeder Turm weist bereits eine Höhe von rund 75 Metern auf“, erläutert Bußmann. Damit seien sie so hoch wie auch die Pauluskirche.

„Anfang Mai rollt dann vielleicht der Riesenkran an, um die restlichen Turmelemente in Höhe von 55 Metern zu montieren, das ist so hoch wie die Reginenkirche in Rhynern, danach folgen die 70 Meter langen Rotorblätter. Für viele ist noch gar nicht vorstellbar, wie groß diese Trümmer einmal werden“, meint er.

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