Warenhaus-Schließung

SPD will Kaufhof retten: Chance durch Verkleinerung? Kritik am OB

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Wollen den Hammer Kaufhof retten: Reiner Kajewski (von links), Martina Papperitz, Marion Schöning, Marc Herter, Justus Moor und Stefanie Baranski-Müller sehen noch eine Zukunftsperspektive für das Kaufhaus.

Hamm – Die Hammer SPD besinnt sich auf alte sozialdemokratische Tugenden. Die Genossen stellen sich an die die Seite der Kaufhof-Beschäftigten und wollen eine Schließung des Kaufhauses verhindern.

Sie fordern Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) auf, schnell alle Akteure an einen Tisch zu holen und über ein Zukunftskonzept für den Hammer Kaufhof zu sprechen. An anderen Standorten sei das bereits gelungen, sagte am Dienstag Marc Herter.

Der OB-Kandidat der Hammer SPD zeigte sich entsetzt darüber, dass Hunsteger-Petermann direkt nach Bekanntgabe der Schließungs-Pläne über Ankauf und Abriss der Immobilie gesprochen habe. „Wir müssen dem Kaufhof eine Chance geben und uns nicht gleich in den Abrissbagger setzen“, sagte Herter.

Kaufhof soll als Frequenzbringer bleiben

Die Hammer Sozialdemokraten sehen nach wie vor in dem Kaufhaus einen großen Frequenzbringer für die Innenstadt. „In die City geht man nicht wegen eines 1-Euro-Shops“, so Herter. Das Kaufhaus an der Bahnhofstraße halte ein Sortiment vor, dass es so in der Hammer Innenstadt nicht gebe und das schützenswert sei.

Locken könnte man die Kaufhof-Geschäftsführung über den Mietpreis. Herter schlägt vor, die Verkaufsfläche des Kaufhofes zu verkleinern und so die Miete zu senken. Die Fläche, die dann noch zu vermieten wäre, solle die Stadt übernehmen – für Existenzgründer.

Aufwertung durch alte Fassade?

Herter: „Die Wirtschaftsförderung jammert über zu wenig Flächen, hier sind sie vorhanden, das sollten wir nutzen und so das Kaufhaus erhalten.“ Um das Gebäude aufzuwerten, könnten die Platten des Kaufhofes abgenommen werden. Dahinter verberge sich die Fassade des alten Kaufhauses Müller Hamm.

Über das Engagement der SPD freuen sich Marion Schöning und Martina Papperitz. Die Kaufhof-Betriebsräte vermissten die Unterstützung aus dem Rathaus und fühlten sich von den Plänen im Hammer OB-Büro überrumpelt. „Das hat uns sehr weh getan“, so Schöning.

Dass der Hammer Oberbürgermeister sich nicht für den Erhalt des Kaufhauses eingesetzt hat, kritisiert auch Reiner Kajewski von der Gewerkschaft Verdi. „Dadurch ist er den Beschäftigten in den Rücken gefallen und wir haben wichtige Zeit verloren.“ In Dortmund sei der Einsatz des Oberbürgermeisters inzwischen erfolgreich gewesen, ein Kaufhaus vorerst gerettet.

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