Zusteller unzuverlässig?

Wichtige Briefe verschwunden: Wenn plötzlich der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht

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Anwohner in Hamm kritisieren, dass wichtige Briefe nicht bei ihnen angekommen sind.

Hamm - Ahnungslos war eine Anwohnerin an der Wiescherhöfener Straße, als der Gerichtsvollzieher vor ihr stand: Sie habe eine Rechnung nicht bezahlt. Allerdings war die Rechnung nie angekommen. Ähnliches schildern mehrere Anwohner: In Hamm verschwinden Briefe.

Mehrere Hammer Bürger haben einen Teil ihrer Briefe nicht bekommen. Zum Teil enthielten sie wichtige Dokumente. Nachdem der Westfälische Anzeiger in seiner heutigen Ausgabe über Fälle in Selmigerheide berichtete, gingen bei der Redaktion mehrere Anrufe ein: Offenbar sind Bürger im ganzen Stadtgebiet betroffen. Sie sind auch betroffen? Dann schreiben Sie uns an lokales-hamm@wa.de.

Ein Anwohner des Selmigerheidewegs schilderte einen besonders krassen Fall aus seinem Bekanntenkreis: Bei einer Anwohnerin der Wiescherhöfener Straße habe plötzlich der Gerichtsvollzieher vor der Tür gestanden – und zwar, weil sie eine Rechnung nicht bezahlt hatte. „Das konnte sie aber auch nicht, weil ihr per Post gar keine Rechnung zugestellt worden war“, versicherte der Mann.

Auch bei dem Anwohner selbst ging Post nicht ein. So seien gleich zwei Schreiben der Deutschen Rentenversicherung nicht zugestellt worden. Seine Frau habe eine Nachzahlung ihrer Mütterrente erhalten. Davon habe man aber erst beim Blick aufs Konto erfahren. Erst einmal natürlich schön - allerdings fehlt der Bescheid dazu immer noch. Das Paar braucht ihn jedoch für die Steuererklärung.

Der Anwohner bekam dafür Post, die gar nicht für ihn bestimmt  war: In seinem Briefkasten war ein Schreiben an einen Anwohner der Wilhelm-Nabe-Straße. Er stellte es dann persönlich zu.

Der Anwohner schildert, dass auch mehrere seiner Nachbarn und Bekannten betroffen sind. Es seien Briefe von unterschiedlichen privaten Postdienstleistern verschwunden. 

Ende Juni 2018 hatte eine Zustellerin der Postcon 19 ungeöffnete Briefe im Abfalleimer an der Bushaltestelle Doenchstraße/Weetfelder Straße entsorgt. Es handelte sich um Post unter anderem der Agentur für Arbeit, der Barmer und der Deutschen Rentenversicherung. Der Zustellpartner, der im Auftrag der Postcon im Bereich Weetfeld/Selmigerheide Briefe zustellt, hatte daraufhin Strafanzeige gegen eine 28-jährige Mitarbeiterin aus Hamm gestellt.

* Name ist der Redaktion bekannt

Sie sind ebenfalls betroffen? 

Dann schreiben Sie uns an lokales-hamm@wa.de

 

 

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