Busfahrer irritiert

Unterschiedliche Preise für Fahrten von Hamm nach Welver

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Neun Euro kostet das 9-Uhr-Tagesticket von Hamm nach ganz Welver. Für Welver-Mitte wären nur 6,30 Euro fällig.

Hamm/Welver - "Welver-Mitte" oder "Welver gesamt"? Diese Frage sollten sich alle stellen, die mit Bus und Bahn von Hamm nach Welver fahren. Der Unterschied kann ein paar Euro ausmachen. Die Fahrt in die Welveraner Mitte, wo auch der Bahnhof liegt, ist im neuen Westfalentarif nämlich deutlich preiswerter als die Fahrt in die dahinter liegenden Ortsteile.

Ein Fahrgast hatte seine Reise genau geplant: Mit dem Bus zum Bahnhof und dann per Regionalbahn nach Welver. Kostenpunkt laut Tarifübersicht der Stadtwerke und des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL): 6,30 Euro für eine 9-Uhr-Tageskarte.

Die Überraschung kam beim Einstieg in den Bus: Welver kostet grundsätzlich 9 Euro, hieß es von der Fahrerin. Nicht, dass sie dem Mann nicht glauben wolle, aber der Bordcomputer spuckte ganz klar die 9 Euro aus. Dieselbe Auskunft bekam der Fahrgast dann an der „Insel“, dem Service-Center für den Nahverkehr vor dem Bahnhof. Die 9 Euro hat er zähneknirschend gezahlt.

Dabei, das geben Stadtwerke und NWL zu, hat er Recht gehabt. Die Fahrt von Hamm in die Mitte und die Hamm zugewandten Ortsteile Welvers gehört zur Preisstufe 2 und kostet als 9-Uhr-Tagesticket 6,30 Euro. Für die dahinter, Richtung Soest gelegene Ortsteile, gilt Preisstufe 3,3, da sind 2,70 Euro mehr fällig. Das gilt auch für weitere Ticket-Arten: Beim Einzelfahrschein beträgt die Differenz 1,50 Euro, beim Fünf-Personen-Tagesticket 11,80 Euro und bei der Monatskarte 32 Euro.

Das, so eine Stadtwerke-Sprecherin, sei bei der Fahrplanauskunft im Internet und in den Bordcomputern auch so hinterlegt. Doch warum sollte man überhaupt annehmen, dass „Welver Mitte“ und „Welver gesamt“ tariflich gesehen unterschiedliche Welten sind?

Für den NWL ist das ein Beispiel für die Startschwierigkeiten des im August eingeführten Westfalen-Tarifs. Man habe 45 000 Relationen zusammengefügt, sagte ein Sprecher. Doppelungen blieben da nicht aus, würden aber, wenn sie erkannt seien, beseitigt. Das „Welver-Problem“ tritt offenbar auch andernorts auf.

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