Tim Werner und sein "Chalking-for-Future-Protest in Hamm

Mit Kreide „vegane Botschaften in Richtung Herz“ senden

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Tim Werner: "Während ich auf dem Boden knie, werde ich regelmäßig angesprochen."

Hamm – In den vergangenen Monaten zogen Kreidebotschaften auf Fußwegen und belebten Plätzen die Blicke von Passanten in Hamm auf sich. Die Gruppe „Chalking for Future“ will damit auf Tierleiden und vegane Ernährung aufmerksam machen.

WA.de sprach hat mit dem Mit-Organisator Tim Werner über die Aktion gesprochen. Er findet diese Art des Protestes anregender als lautstarkes Brüllen.

Warum sollen gerade Kreidemalereien die Menschen von veganer Ernährung überzeugen? 

Tim Werner: Das ist eine schonende Art, Botschaften zu verbreiten und kommt ganz anders an, als wenn man bei Demos „Fleisch ist Mord“ brüllt. Da sind bunte Bilder viel ästhetischer. Wenn es nicht regnet – so wie jetzt im Sommer – halten die Botschaften auch länger. So erreicht man viele Leute, die darüber nachdenken und vielleicht etwas ändern.

Tim Werner: "Es geht um vegane Botschaften in Richtung Herz."

Wie ist die Resonanz auf das öffentliche Kreiden? 

Werner: Während ich auf dem Boden knie, werde ich regelmäßig angesprochen. Das ist zu 90 Prozent total offen. Die Leute interessieren sich für das, was wir machen. So kommt man auch sehr gut ins Gespräch. Nur gelegentlich wird man bepöbelt, was die Schmierereien sollen. Am 30. Mai gab es zudem die weltweite „Vegan Chalking Night“, wo in 284 Städten positive vegane Botschaften verbreitet und unter dem Hashtag #wwvcn gepostet wurden. Das kam gut an.

Manche Zeichnungen sind mit vermeintlichen Fakten – beispielsweise zur Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerk – versehen, die einer Überprüfung so nicht standhalten. Wie gehen Sie sicher, dass die Informationen auch korrekt sind, die Sie verbreiten? 

Werner: Diese Information hatten wir aus einem Artikel zu dem Thema. Es geht uns aber auch nicht darum, wissenschaftlich korrekte Fakten zu transportieren, sondern um vegane Botschaften in Richtung Herz. Die Ethik ist zu thematisieren. Auf den Marktplatz haben wir beispielsweise „Mit Biofleisch ist es nicht getan, fair zum Tier geht nur vegan“ geschrieben. Da braucht es keinen Faktencheck.

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