Fragen und Antworten

Wie die Bahn Anwohner in Hamm vor Lärm schützen will

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Symbolbild

Hamm - Mit Lärmschutzwänden und Schallschutzfenstern will die Bahn die Anwohner von Hammer Bahnstrecken besser vor dem Zuglärm schützen. 2020 soll es in Heessen, Pelkum und Selmigerheide losgehen. Doch längst nicht alle Hilfesuchenden werden bedient.

Jetzt stellte die Bahn ihre Planung bei einer Infoveranstaltung vor. Wir waren dabei und beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Thema:

Wie funktioniert die Lärmsanierung?

Es handelt sich um ein freiwilliges Programm des Bundes, um den Lärm an bestehenden Bahnstrecken zu reduzieren. Dafür stehen jährlich 150 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Umsetzung ist die Bahn-Tochter DB Netze zuständig. Zur Lärmsanierung gehören aktive Maßnahmen, wie Schallschutzwände, und passive Maßnahmen, wie Schallschutzfenster, gedämmte Rollläden, Wände und Decken.

Wer entscheidet, wo welcher Lärmschutz angewandt wird? 

Es gibt einen Katalog, der rechtliche, physikalische und wirtschaftliche Kriterien enthält. Was gemacht wird, entscheidet ein Computerprogramm. Grundsätzlich muss die Lärmbelastung in Wohngebieten tagsüber bei 67 Dezibel und nachts bei 57 Dezibel liegen. Förderfähig ist der Lärmschutz nur bei Gebäuden, die vor 1974 errichtet wurden. Damals ging die Zuständigkeit für den Lärmschutz vom Bund auf Bauherren von Verkehrsanlagen und Kommunen über.

So wie hier in Heessen könnten Schallschutzelemente auch in Hamm montiert werden.

So sieht eine Schutzwand aus:

Woraus besteht eine Lärmschutzwand? 

Die Lärmschutzwände bestehen aus Aluminiumelementen mit einem Dämmstoffkern, gehalten von Stahlstützen und einem Betonsockel. Die Wände reichen drei Meter über die Gleisoberkante hinaus. Der Abstand zu den Gleisen beträgt 3,30 Meter. Bei der Farbgebung können die Bürger über die Bezirksvertretungen mitreden.

Was passiert nun in Hamm? 

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In Pelkum, Selmigerheide und Heessen werden 2020 neun Schallschutzwände errichtet. Die Bauanträge sollen Ende dieses Jahres gestellt werden, die Arbeiten sind in der langfristigen Baustellenplanung der Bahn berücksichtigt. Wo sich eine Lärmschutzwand nach den Berechnungen wirtschaftlich nicht lohnt, bieten DB und Bund passiven Schallschutz an. Davon könnten zunächst 1117 Haushalte profitieren. Die DB will auf die Hauseigentümer zukommen. Der Bedarf wird von vereidigten Gutachtern festgestellt, den Umbau übernehmen von der DB beauftragte Fachfirmen.

Hier sollen die Wände entstehen:

Wo sollen die Schallschutzwände stehen? 

Strecke Hamm–Oberhausen:

  • auf der Nordseite zwischen Kamener und Wielandstraße,
  • auf der Südseite zwischen Sandbochumer und Wielandstraße.
Bahnübergang Wielandstraße in Pelkum.

Strecke Hamm–Dortmund:

  • auf der Westseite zwischen Wiescherhöfener Straße und Friedhofsweg,
  • auf der Ostseite zwischen Röntgenstraße und Weetfelder Straße.

Strecke Hamm–Bielefeld:

  • auf der Westseite zwischen Münsterstraße und Rastenburger Straße, zwischen Dessauer Straße und Frielicker Weg;
  • auf der Ostseite zwischen Münsterstraße und Vogtskamp, zwischen Palzstraße und Dasbecker Weg und zwischen Bahnhof Heessen und Leerfeldweg.

Und die anderen Stadtteile? 

Da wird von der Bahn noch geprüft. Grundsätzlich kommen auch Berge, Bockum-Hövel, Hamm-Norden, Westtünnen und ein zweiter Bereich in Selmigerheide für eine Lärmsanierung in Frage. Hier ist eine Realisierung 2022/23 möglich.

Kann es durch die Arbeiten zu Schäden an Häusern kommen? 

Die Bahn hält die Gefahr auch in Bergsenkungsgebieten für gering. Die Gebäudesubstanz im betroffenen Gebiet werde vor Baubeginn per Gutachten aufgenommen, zur Beweissicherung werde es auch Erschütterungsmessungen geben.

Kostenfrage nicht sauber geklärt

Welche Kosten entstehen für die Anwohner? 

Die Kosten für Schallschutzwände übernimmt der Bund vollständig. Bei passiven Maßnahmen gibt es vom Bund einen Zuschuss von 25 Prozent der Baukosten.

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