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Weltreise ohne Zeitlimit: Marius (26) und Vlada (25) wollen mit Bus und Zug bis Bali

Erster Stopp Slowenien: Im Tiglav Nationalpark beginnt die Weltreise von Marius aus Hamm und Freundin Vlada.
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Erster Stopp Slowenien: Im Tiglav Nationalpark beginnt die Weltreise von Marius und Vlada.

Marius Pöpsel aus Hamm macht gerade das, wovon viele nach der Schule und dem Studium nur träumen – er und seine Freundin Vlada Vegilanski haben die Rucksäcke gepackt und erkunden die Welt. Ihr Ziel: Ganz ohne in ein Flugzeug zu steigen, wollen sie es bis nach Bali schaffen.

Hamm – Anfang Juni ging es los, wie lange sie unterwegs sein werden, wissen sie nicht. Es können mehrere Monate, aber auch mehrere Jahre werden.

„Für uns gilt: Der Weg ist das Ziel. Wenn es uns irgendwo gefällt, dann könnte es auch sein, dass wir ein paar Jahre da bleiben und dort arbeiten“, sagt Vlada.

Von Hamm bis nach Bali: Marius und Vlada machen eine Weltreise auf unbestimmte Zeit

Gestartet sind die beiden Anfang Juni in Slowenien. Von dort aus ging es dann weiter nach Kroatien. Anschließend wollen sie durch Serbien und Ungarn und von da aus dann nach Russland. „Ich wollte schon immer mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren. Wir haben überlegt, wie man das verbinden kann und sind dann auf die Idee gekommen, eine kleine Weltreise mit dem Zug zu machen“, erzählt die 25-Jährige.

Bali ist das Ziel, weil sich die beiden dort 2017 kennengelernt haben. „Wir haben beide unser Auslandssemester auf Bali gemacht und wollen unbedingt nochmal dorthin zurück“, sagt Marius. Der 26-Jährige hat technisches Marketing und Management an der HSHL studiert und gerade seinen Master in International Marketing gemacht. Auch Vlada hat darin gerade ihren Master gemacht. Bevor die beiden in den Berufsalltag am Schreibtisch einsteigen, wollen sie etwas erleben.

Hammer auf Weltreise: Von Osteuropa über Russland bis nach Bali

„Für mich ist Vietnam ein Ziel, auf das ich mich richtig freue. Vlada war da schon mal, ich noch nicht, aber ich habe so viel gesehen und gehört. Und ich möchte auf dem Weg einen Tauchschein machen“, sagt Marius. „Uns ist wirklich egal, in welchem Land oder an welchem Ort wir sind. Hauptsache ist, wir sind zu Zweit und erleben tolle Sachen“, sagt Vlada.

Gerade beantragen sie noch das Visum für Russland. Die Sprachbarriere ist für die beiden dabei kein Problem: „Ich bin gebürtige Russin und spreche fließend Russisch, war aber noch nie in Russland. Deshalb freue ich mich umso mehr drauf. Mit Deutsch, Englisch und Russisch sollten wir gut klarkommen“, erklärt Vlada.

Auf und davon: Für die erste Strecke ihrer Weltreise nehmen Vlada und Marius den Flixbus.

Durch das Coronavirus haben sich die Reisepläne des Paares in den vergangenen Monaten häufig geändert: „Eigentlich wollten wir durch Weißrussland reisen, weil meine Oma da wohnt. Da dürfen wir aber gerade nicht einreisen, weil die Situation nicht gut ist. Dann haben wir überlegt, durch Lettland, Estland und Litauen zu reisen, aber auch das ist mit Corona gerade schwierig. Deshalb haben wir uns entschieden, am Anfang noch etwas in Europa zu bleiben und hoffen, dass sich die Lage bald entspannt“, sagt Vlada.

Viele Planänderungen: Corona erschwert Weltreise für Vlada und Marius

Die Unterkünfte buchen die Studenten spontan. So können sie immer selbst entscheiden, wie lange sie an einem Ort bleiben. „Wir haben seit zwei Jahren gespart und hoffen, dass das Geld ausreicht. Wir versuchen, sehr sparsam zu leben, gehen nicht regelmäßig essen, schlafen in Hostels. Wir hoffen, dass wir auch immer wieder neue Tricks lernen, Geld zu sparen“, sagt Marius. Angst davor, dass ihnen das Geld ausgehen könnte, noch bevor sie Bali erreichen, haben die Studenten nicht. Sollte es unterwegs doch mal knapp werden, suchen die Zwei sich eben einen Job. Umkehren ist keine Option.

Aber: Wie packt man für unbestimmte Zeit? „Wie für einen Urlaub, aber nur zehn Prozent davon. Also super minimalistisch. Ich glaube, ich habe trotzdem zu viel dabei. Man kann ja überall waschen. Den meisten Platz nimmt die Technik weg, Laptop und Kamera und bei mir natürlich die Kosmetik. Wir haben jeder so 14 Kilo Gepäck“, sagt die Studentin.

Abschied auf ungewisse Zeit: Familie verfolgt Weltreise über Instagram

Weil noch nicht klar ist, wann die Studenten zurückkehren werden, war der Abschied von Freunden und der Familie sehr emotional: „Meine ganze Familie hat mich zum Bahnhof gebracht und es war sehr herzlich. Da bin ich sehr dankbar für, dass ich so einen schönen Abschied hatte“, sagt Marius.

Weihnachten, Geburtstage und andere Feiertage werden sie in den kommenden Jahren wohl nicht mit der Familie feiern, Kontakt halten sie aber trotzdem. „Wir machen immer wieder Videoanrufe und die ganze Familie hat sich Instagram zugelegt, um unsere Storys zu gucken. Sogar die Großeltern. Das ist schon lustig, wenn man sieht, wie sie da Sachen ausprobieren“, sagt Vlada.

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