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2,5 Jahre auf hoher See: Segler aus Hamm sind zurück

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Von: Svenja Jesse

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Volle Fahrt voraus: Mit ihrer PorQueNo bereisten die Hammer 17 Länder auf drei Kontinenten.
Ein Jubelfoto zum Abschied: Max (Mitte) und Antonia Gerhards (rechts) und Daniel Gächter (unten) sind 2,5 Jahre auf ihrem Segelboot PorQueNo um die Welt gesegelt. Immer wieder hatten sie dabei auch Gäste an Bord. Schweizerin Viviane Büsch (links) ist mit den Hammern zum Beispiel von den Bahamas über den Atlantik in die Azoren gesegelt.  © Privat

Antonia, Max und Daniel aus Hamm sind die letzten 2,5 Jahre mit dem Segelboot um die Welt gereist. Jetzt sind sie zurück – so ganz verarbeitet haben sie ihre Weltreise aber noch nicht.

Hamm – „Es ist komisch zu realisieren, was wir alles erlebt haben“, sagt Antonia Gerhards. Gemeinsam mit ihrem Bruder Max und ihrem Freund Daniel Gächter ist sie die letzten 2,5 Jahre auf der „PorQueNo“ über die Weltmeere gesegelt. „Es kommen einem immer wieder plötzlich Sachen in den Sinn, die man erlebt und schon fast wieder vergessen hatte“, sagt Max Gerhards.

17 Länder auf drei Kontinenten haben die Drei bereist. Dabei haben sie zweimal den Atlantik überquert, sind über den Rio Dulce gesegelt, mit Delfinen geschwommen, mussten Piraten ausweichen und gerieten auf hoher See in einen Sturm.

Hammer segeln um die Welt: Sturm auf dem Atlantik

„Das war schon heftig. Wir waren auf dem Rückweg nach England Mitten auf dem Atlantik. Wir wussten, dass was kommt, aber wir hatten es komplett unterschätzt. Einen Tag und eine Nacht hatten wir starke Winde und Sturm und waren alle drei an Deck. Sachen sind kaputt gegangen. Wir hatten keine Panik, aber man hat schon erst einmal geschluckt“, erinnert sich Antonia. „Ich habe noch nie in meinem Leben so starken Regen erlebt, wie da. Das war wirklich ein Erlebnis, das man schwer in Worte fassen kann“, ergänzt Daniel.

Ganz schön nass: Auf dem Atlantik gerieten die Segler in einen Sturm.
Ganz schön nass: Auf dem Atlantik gerieten die Segler in einen Sturm. © Privat

Abgesehen von leichten Schäden an den Solarpaneelen und dem Windgenerator, kamen die Hammer aber heil davon und legten Anfang November wieder in England an – wo ihre Reise vor gut 2,5 Jahren begonnen hatte.

„Man kommt als anderer Mensch zurück, aber trotzdem ist es, als wäre man nie weggewesen“, sagt Antonia.

Nach 2,5 Jahren auf See - Zurück in den Alltag

Für sie und Daniel ging es nur über Weihnachten zurück nach Hamm – danach hat das Paar die neue Wohnung in Zürich in der Schweiz bezogen, wo Daniel bereits wieder einen Job als Lehrer in der Sekundarstufe hat. „Man ist so schnell wieder im Alltag, das ist Wahnsinn“, sagt der 29-Jährige.

Antonia ist noch auf Jobsuche. Die 28-Jährige ist gelernte Wirtschaftsprüferin, aber: „Ich habe die Auszeit genutzt, um mir über einiges klar zu werden. Ich habe gemerkt, dass ich die Richtung Wirtschaft super finde, aber lieber in der Beratung arbeiten möchte. Aber ich freue mich sehr, wieder zurück zur Arbeit zu gehen“, sagt sie.

Volle Fahrt voraus: Mit ihrer PorQueNo bereisten die Hammer 17 Länder auf drei Kontinenten.
Volle Fahrt voraus: Mit ihrer PorQueNo bereisten die Hammer 17 Länder auf drei Kontinenten. © Privat

Abschied von „Porky“: Segelboot hat neue Besitzer

Etwas unentschlossener ist Bruder Max. „Ich bin gerade noch in der Entscheidungsphase. Gehe ich zurück nach London, auch in die Schweiz oder bleibe ich hier in Hamm? Im Moment gefällt es mir hier ganz gut - ich habe aber auch die britische Staatsangehörigkeit“, erklärt er. Alle drei wollen sich jetzt wieder an den Alltag gewöhnen, der Appetit auf Abenteuer ist ihnen aber lange nicht vergangen. Irgendwann könnte es also noch einmal auf Segelreise gehen. Allerdings nicht mit der PorQueNo – die ist nämlich bereits verkauft.

„Porky geht wieder auf Weltreise. Ein junges Paar hat sie gekauft – ein Finne und eine Schottin. Es war uns wichtig, dass das Boot weiter so genutzt wird. Wir werden die Reise der beiden auch verfolgen und in Kontakt bleiben“, sagt Daniel.

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