Weltgedenktag am Sonntag auch in Hamm

Eine Kerze für verstorbene Kinder im Fenster

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Jährlich findet an jedem zweiten Sonntag im Dezember der Weltgedenktag für verstorbene Kinder statt. Also am morgigen Sonntag, 8. Dezember. Auch in Hamm werden dann Kerzen eine Lichterwelle ergänzen.

Über die Bedeutung dieses Tages sprach Martina Abel, Koordinatorin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Hamm/Kreis Warendorf, mit WA-Mitarbeiterin Sofie Richter.

Was wird an diesem Gedenktag gemacht?

Martina Abel: Die Grundidee ist, dass Menschen an dem Abend jeweils um 19 Uhr eine Kerze in Gedenken an die verstorbenen Kinder ins Fenster stellen. Durch die verschiedenen Zeitzonen geht auf diese Weise eine Lichterwelle um die ganze Welt, die ein Zeichen der Solidarität sein soll.

Warum wird eine Kerze als Symbol verwendet?

Abel: Mein Eindruck ist, dass Kerzen für viele Menschen ein wichtiges Symbol sind. Sie schaffen eine besondere Atmosphäre und bringen ein kleines Licht ins Dunkle. Ich glaube, Kerzenschein berührt uns auf der Gefühlsebene.

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Angst vor dem Vergessen

Warum ist dieser Gedenktag so wichtig? Ist es nicht für viele eher schmerzhaft, daran erinnert zu werden?

Abel: Familien erleben es oft, dass nicht über ihr Kind gesprochen wird. Mir berichten viele, sie haben große Angst davor, ihr Kind könne vergessen werden – das ist sehr schmerzhaft für die Familien. Zu erleben, dass Mitmenschen auch an das gestorbene Kind denken und sich gerne erinnern – auch wenn es traurig ist – empfinden viele als Trost.

Selbstverständlich ist es auch schmerzhaft, über das verstorbene Kind zu sprechen, aber das ist das Leben der Familien. Ich kenne keine Familie, die ihr Kind vergessen hat, oder zu vergessen versucht. Zu wissen, dass an das Kind gedacht wird, dass es Spuren hinterlassen hat, ist oft ein Trost für Familien.

Martina Abel ist Koordinatorin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Hamm/Kreis Warendorf.

 

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