Sechstes Haldenzeichen für Hamm gefordert - diesmal in Heessen

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Fünf Haldenzeichen gibt es aktuell in Hamm. Alle liegen verstreut im Hammer Westen.

Braucht auch Heessen ein Haldenzeichen? Das fordert die SPD im Kommunalwahlkampf. Bisher gibt es in Hamm fünf Haldenzeichen, sie alle stehen im Hammer Westen. Nun will die SPD, dass auf der Halde Windzeiger ein weiteres Zeichen errichtet wird.

Heessen – Heessen soll auch zur Haldenfamilie gehören. Das fordern Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke und Bezirksvertreter Patrick Quos von der SPD bei einem Ortstermin an dem orangenen Kunstwerk auf der Halde Radbod. Sie möchten, dass in Heessen das sechste Haldenzeichens Hamms aufgestellt wird, und zwar dort, wo einst das Kunstwerk Windzeiger stand, das der Halde ihren Namen gab.

Der Windzeiger stand lange Zeit am höchsten Punkt des mittleren Berges und war eine große, bewegliche Skulptur von Jens J. Meyer. Einerseits diente das von weitem besonders filigran wirkende Objekt als Landmarke, andererseits zeigte es tatsächlich immer rein mechanisch die aktuelle Windrichtung an, genauso wie ein Wetterhahn auf dem Kirchenturm. Die 2002 errichtete Skulptur fiel allerdings 2011 dem Wind zum Opfer.

Fünf Haldenzeichen gibt es bereits in Hamm – alle im Westen der Stadt. Sie sind das Ergebnis eines von der Stadt 2015 ausgelobten Wettbewerbs. Sieger war der Entwurf von Berghaus Architekten aus Hamm: eine etwa zehn Meter hohe begehbare orangene Spirale aus Stahl.

Diese fünf Haldenzeichen gibt es in Hamm:

Diese Spiralen zieren jetzt einander in Sichtweite zugetan die Haldenspitzen. Die Halde an Schacht Franz erhielt 2016 als erste ein Haldenzeichen, 2018 folgten Radbod, Humbert und die Kissinger Höhe, die Halde Sundern folgte später.

Auch in Heessen gibt es drei Halden, mit denen sich Patrick Quos beschäftigt hat. Die Höchste ist bewaldet und 105 Meter hoch – über Normalnull. Das Kreuz auf der mit 83 Metern niedrigsten Halde versteht sich als Gedenkstätte und Ort des Erinnerns für die Opfer des Bergbaus, aber auch für alle anderen treuen Kumpel. Die Windzeigerhalde ist 92 Meter hoch. „Wir könnten an die Bergbaukultur erinnern“, sagt Quos, „und Familien hätten bei einem Spaziergang einen Anlaufpunkt, an dem man einen schönen Blick über Hamm genießen kann.“

Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke und Bezirksvertreter Patrick Quos möchten, dass auf der Halde Windzeiger ein Zeichen aufgebaut wird. Es wäre in eine Wohnbebauung eingebettet.

Die Haldenlandschaft im Ruhrgebiet sei weltweit einzigartig, argumentiert Bezirksvorsteherin Brennecke. Das solle man wertschätzen. Und im Gegensatz zum Radbod-Haldenzeichen wäre das auf der Windzeigerhalde eingebettet in eine Wohnstruktur und erführe wahrscheinlich eine große Nutzung.

Die Kosten thematisieren die beiden Bezirkspolitiker nicht. Die bisherigen Zeichen sollten ursprünglich 150.000 Euro kosten, am Ende lagen die Kosten laut einem Sprecher der Stadt bei 250.000 Euro. Das Land habe einen Löwenanteil übernommen.

Diese möglichen Haldengipfel gibt es in Heessen:

Östlich liegt die bewaldete „Alte Halde“, die ihre Umgebung um 32 Meter übersteigt und damit 105 Meter über Normalnull erreicht. Am Fuß der Halde ist noch der Abraum aus dunklem, groben Schieferton sichtbar, obendrauf steht ein dichter Birkenwald. Hier gibt es einen Mountainbike-Trail.

Westlich liegt die „Panoramahalde“, sie ist nur 15 Meter hoch und damit 83,5 Meter über Normalnull. Sie besteht größtenteils aus dem Bauschutt der ehemaligen Zechengebäude. Der Heimatverein Heessen hat hier vier Obelisken aufgestellt, die über Objekte in der näheren Umgebung Auskunft geben. Im Kulturhauptstadtjahr „Ruhr2010“ wurde vom Verein Sachsen-Kreuz ein acht Meter hohes Stahlkreuz, das „Sachsenkreuz“, auf dem Gipfel aufgestellt.

Zwischen den beiden liegt die „Windzeigerhalde“, knapp 25 Meter über Umgebungsniveau. Oben war auf dem Fundament eines alten Windrades die Skulptur „Windzeiger – Haldenblick“ des Künstlers Jens J. Meyer aus Essen montiert.

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