Weißes Pulver in drei Briefen

Kuverts im Technischen Rathaus und zuhause bei der Stadtbaurätin entdeckt

Mit mehreren Fahrzeugen ist die Feuerwehr zum Einsatzort am Technischen Rathaus ausgerückt.

[Update 20.16 Uhr] Hamm - Ein Teil der Hammer Stadtverwaltung ist am Dienstag von einem böswilligen Briefeschreiber lahmgelegt worden. Zwei mit einer weißlichen Substanz gefüllte Kuverts waren am Morgen mit der Post im Technischen Rathaus eingetroffen. Auch an der Privatanschrift von Stadtbaurätin Rita Schulze Böing wurde am Abend ein solches Kuvert gefunden. Die Mitarbeiter verständigten Polizei und Feuerwehr, die in der Folge über Stunden an der Gustav-Heinemann-Straße und dann in Lerche im Einsatz waren.

Am Ende war es weder Sprengstoff noch Gift, das die aus Dortmund und Essen angereisten Spezialisten der so genannten „Analytischen Task Force“ der Feuerwehr in einem der Kuverts identifizierten. „Es wurde keine gefährliche Substanz gefunden. Wir können Entwarnung geben“, teilte ein Stadtsprecher gegen 17 Uhr mit. 

Dem Vernehmen nach soll es sich um eine Substanz handeln, wie sie üblicherweise im Haushalt verwendet wird. Dass es sich um eine völlig planlose Tat gehandelt hat, scheint ausgeschlossen. „Es gibt Ermittlungsansätze“, sagte ein Sprecher der Polizei, nannte aber keine weiteren Details. 

Den Briefen habe kein Erpressungs- oder Bekennerschreiben beigelegen. Sie hätten allein die ominöse Substanz enthalten. 

Brief mit verdächtigtem Inhalt im Technischen Rathaus gefunden

Nach der Feiertagspause zwischen Weihnachten und Neujahr war's mit der Harmonie am ersten Arbeitstag 2018 in der Verwaltung gegen 11 Uhr vorbei gewesen. Eine 49-jährige Bedienstete hatte das erste Kuvert mit der Post erhalten und geöffnet. Ein Absender war nicht auf dem Umschlag angegeben gewesen. 

Die Mitarbeiterin verständigte die Polizei, die den Raum und den angrenzenden Flur räumten und den Gefahrenbereich absperrten. Kurze Zeit später wurde der zweite Brief in einer anderen Abteilung gefunden und den Ermittlern ungeöffnet übergeben.

Den Großteil der folgenden Arbeiten und Analysen wurde von der Task Force der Feuerwehr erledigt. Mehrere Stunden dauerten deren Untersuchungen der Substanz im ersten Umschlag. Als feststand, dass diese ungefährlich und nicht aus chemischen oder biologischen Gefahrenstoffen zusammengesetzt war, wurde das zweite Kuvert den Ermittlern übergeben. 

Dieses soll später untersucht werden. Der Publikumsverkehr im Technischen Rathaus wurde nicht beeinträchtigt. Nur in den unmittelbar betroffenen Einheiten konnte nicht mehr gearbeitet werden. Gegen den Briefeschreiber wird wegen Bedrohung und Nötigung ermittelt. 

Am Abend entdeckte offenbar auch Stadtbaurätin Rita Schulze Böing zu Hause in ihrer privaten Post ein weiteres Schreiben mit der weißlichen Substanz. Feuerwehr und Polizei rückten gegen 17.45 Uhr nach Lerche aus, bestätigten aber lediglich, dass es sich beim Einsatzort um die Privatanschrift eines Verwaltungsmitarbeiters handeln würde. Das Kuvert wurde sichergestellt und versiegelt. Es soll ebenfalls später analysiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare