Ritterpassage-Umgestaltung

Stadt genervt von Untätigkeit des "B-tween"-Investors - wird Westentor-Umbau vorgezogen?

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Der Umbruch an der Ritterpassage lässt schon eine ganze Weile auf sich warten.

Hamm – Wie geht es weiter mit der Ritterpassage und dem „B-tween“? Beim Neujahrsempfang im Bezirk Mitte fand Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann jetzt deutliche Worte: Gehe es nicht voran, komme zuerst der Umbau des Westentors. Eine klare Ansage an den Investor Fokus Development, der sich rar macht und trotz mehrfacher Anfrage auch am Dienstag nicht mit unserer Zeitung sprechen wollte.

Übersetzt heißt das alles: Auch im Rathaus weiß man wenig darüber, wie die weiteren Planungen des Duisburger Unternehmens genau aussehen und auch nicht, wer einmal Ankermieter werden wird. Denn diesen soll es – per Unterschrift besiegelt – zwar geben, Mitte Januar sagte Fokus-Vorstandsvorsitzender Axel Funke gegenüber unserer Zeitung allerdings, er wolle den Spannungsbogen aufrecht erhalten und könne noch keinen Namen nennen.

In der Öffentlichkeit kommt das nicht gut an, inzwischen herrschen Zweifel, dass es überhaupt weitergeht. Nicht zuletzt, weil schon einmal ein Investor desaströs am Projekt Ritterpassage gescheitert war und der jetzige Investor dem von ihm gesetzten Zeitplan deutlich hinterherhinkt.

Abriss wohl erst im März

Fakt ist: Mehr oder weniger sichtbar sind in der Passage Ladenlokale leergezogen worden und Umbauten erfolgt. In Schaufenstern finden sich nach langer Zeit inzwischen Transparente zur Innenstadtentwicklung und speziell zu dem Projekt „B-tween“. Im Außenbereich wurden Versorgungsleitungen untersucht und die Stadt hat die Abrissgenehmigung für zwei Schrottimmobilien an der Ritterstraße erteilt.

Vor Abriss an der Ritterpassage: Rätsel um Ankermieter fürs „B-tween“

Wann der Abriss der ehemaligen Wohnhäuser erfolgt? Von Februar war zunächst die Rede, eine offizielle Ankündigung von Fokus zu diesem bedeutenden Thema für die Innenstadtentwicklung gibt es nicht. Auf Nachfrage teilte Stadtsprecher Tom Herberg mit, Fokus habe angekündigt voraussichtlich am 25. Februar mit Vorarbeiten zu beginnen. Der Abbruch erfolge dann – ebenfalls voraussichtlich – Mitte März. Ein Unternehmen sei beauftragt.

Archäologen noch nicht involviert

Nach dem Abriss ziehen bekanntlich erst Archäologen ins Feld, um den Untergrund nahe der ehemaligen Stadtbefestigung zu untersuchen. In den zuständigen Fachabteilungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) weiß man allerdings nichts von bevorstehenden Abbrucharbeiten an der Ritterpassage.

Verkehrlich soll der Abriss der Schrottimmobilien nicht zu Beeinträchtigungen führen. Wie es später beim Abriss des Westflügels der Alt-Immobilie und während des Neubaus aussieht, ist derzeit völlig ungewiss.

Wird Westentor-Umbau vorgezogen?

Angesichts von so viel Zwischenzeit im Zwischenraum zwischen Weststraße und Allee-Center wird der Geduldsfaden bei der Stadt kürzer. Unendlich will die Verwaltung Fokus wohl nicht mehr den Vortritt mit dem Bau des „B-tween“ lassen. Womöglich wird der Umbau des Westentors noch vorgezogen, sollten keine Taten an der Ritterstraße folgen. „Sollte sich nicht ein deutlicher Fortschritt am B-tween zeigen, werden wir die Abläufe überdenken müssen“, sagte OB Thomas Hunsteger-Petermann gegenüber unserer Zeitung.

Die Stadt will eine verkehrliche Doppelbelastung mit zwei Großbaustellen in der Innenstadt vermeiden und hatte angesichts der Bau-Ankündigung von Fokus den ebenfalls schon viel früher (2016 bis 2019) avisierten, als Leitprojekt der Perspektive Innenstadt 2030 deklarierten Umbau des Busknotenpunkts hintenan gestellt.

Enges Zeitraster für beide Großbaustellen

Eine Eröffnung im Frühjahr 2022 kündigt Fokus Development auf seiner Unternehmensseite für das „B-tween“ an. Den Umbau des Westentores hatte die Stadt im vergangenen August mit Anfang 2022 ins Auge gefasst. Ein enges Zeitraster, in dem nun wirklich alles passen muss, damit sich die Maßnahmen nicht in die Quere kommen.

Fokus arbeitet parallel an Projekten in Duisburg und Leer (Niedersachsen) mit einem Investitionsvolumen von nach eigenen Angaben zusammen rund 80 Millionen Euro. In Hamm war von Investitionen in Höhe von rund 37 Millionen Euro die Rede.

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