Weniger Schiffe im Hafen: Der Klimawandel beeinträchtigt auch die Binnenschifffahrt

Dieser Anblick wird seltener: 2019 fuhren nur noch knapp 1.200 Schiffe den Hammer Hafen an. Das sind rund 350 weniger als ein Jahr zuvor.
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Dieser Anblick wird seltener: 2019 fuhren nur noch knapp 1.200 Schiffe den Hammer Hafen an. Das sind rund 350 weniger als ein Jahr zuvor.

Die Folgen des Klimawandels werden nun auch im Hammer Hafen spürbar. Weil im Jahrhundertsommer 2018 viele Schiffe nur mit halber Ladung über den Datteln-Hamm-Kanal fahren konnten, haben etliche Firmen auf Bahn und Lkw zurückgegriffen, um ihre Güter zu bekommen. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Hammer Hafen.

Hamm – Nur noch 1197 Schiffe haben im vergangenen Jahr am Kanalhafen festgemacht. Das teilen die Hammer Stadtwerke mit, die für den Hafen verantwortlich sind. Im Jahr 2018 waren es noch 1542 Schiffe – der Rückgang beträgt 22 Prozent. Ausgenommen von den Werten ist der Kohlehafen in Uentrop. Er liegt nicht in der Zuständigkeit der Hammer Stadtwerke.

Die Schiffe, die den Hammer Hafen anfahren, haben in der Regel Brennstoffe, Erze, Metalle, Getreide, Futtermittel und Ölsaaten geladen. Rund 1,5 Millionen Tonnen Schiffsgüter wurden an der Hafenstraße umgeschlagen – das Ergebnis liegt 7,6 Prozent unter der durchschnittlichen Tonnage der vergangenen fünf Jahre.

Weniger Brennstoffe transportiert

Die Stadtwerke verzeichnen für nahezu alle Güterarten einen Rückgang der Menge. Lediglich der Umschlag von Baustoffen, Erzen und Metallen bewegte sich konstant auf dem Niveau des Vorjahres. Hingegen ging der Umschlag von Brennstoffen um fast 20 Prozent zurück und lag mit 381.000 Tonnen auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.

Einen deutlichen Rückgang gab es beim Umschlag von Getreide und Futtermitteln – fast 24 Prozent. Die sonstigen Umschlaggüter – beispielsweise Schüttgüter –, die nicht von Unternehmen am Hammer Hafen zur Weiterverarbeitung genutzt werden, sind um 8 Prozent gestiegen. Diese Güter werden von der Hafenbahn zum Güterbahnhof der Deutschen gefahren und von dort weiter über die Schiene transportiert. So erklärt sich auch, dass der Bahnwagenumlauf der Hafenbahn gestiegen ist, von 11.710 auf 12.858. Insgesamt wurden 631.000 Tonnen (plus 25.000 Tonnen) mehr transportiert. Vier Lokomotiven sorgen für den Weitertransport.

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Pegel zu niedrig für Binnenschifffahrt

Im Sommer 2018 hatte es mehr als ein halbes Jahr lang so gut wie gar nicht geregnet – der Datteln-Hamm-Kanal hatte einen niedrigen Pegel, die Binnenschiffer konnten nur mit halber Ladung über die Wasserstraße schippern. Um ihre Waren zu bekommen, mussten betroffene Firmen Speditionen beauftragen.

Nicht immer gelang das reibungslos. Die Stadtwerke vermuten nun, dass einige Unternehmen nun froh sind, einen Vertrag mit einer Spedition bekommen zu haben und verlässlich ihre Rohstoffe bekommen. „Der Rückgang beim Umschlag von Ölsaaten ist auf jeden Fall auf die Verlagerung des Transports vom Binnenschiff auf Bahn und Straße zurückzuführen“, heißt es dazu von den Stadtwerken.

Nicht alle in Kurzarbeit

868 Mitarbeiter sind bei den Stadtwerken beschäftigt, aber nicht alle sind – wie gestern irrtümlich berichtet – durch die Corona-Krise in die Kurzarbeit geschickt worden. Nur die Mitarbeiter des Verkehrsbetriebes (rund 4 Wochen), des Hafens (rund 6 Wochen) und der Bäder (rund 9 Wochen) waren zeitweise in Kurzarbeit.

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