Wegen einer Baustelle

Busverbindung in den Gewerbepark Rhynern bleibt vorerst schlecht

Nur einmal pro Stunde hält die R41 an der Haltestelle Gewerbepark in Rhynern.
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Nur einmal pro Stunde hält die R41 an der Haltestelle Gewerbepark in Rhynern.

Rhynern - Der Wille ist da. Aber mit der Umsetzung tun sich die Hammer Verkehrsbetriebe weiterhin schwer. Gemeint ist die bessere Anbindung des Gewerbeparks Rhynern an das Linienbusnetz. Eigentlich sollte Linie 22 längst zusätzliche Fahrten bis zur Haltestelle „Gewerbepark“ übernehmen. Doch kam da die Baustelle in die Quere.

An die Kanalbaumaßnahme in der Straße „Gewerbepark“ hatte bei den Überlegungen für den neuen Nahverkehrsplan niemand gedacht, als dieser 2019 im Rat vorgestellt und beschlossen worden war. Denn während der Bauzeit von Februar bis Oktober war der Linienbusverkehr hier gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. „Und da haben wir die Gespräche mit den ansässigen Firmen zunächst wieder auf Eis gelegt“, erklärt Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm. Denn in Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden sollte eine Art Pilotprojekt vorangetrieben werden. Für den Gewerbepark wurde nämlich ein auf die jeweiligen Schichtzeiten angepasstes Fahrtenangebot (insgesamt elf Fahrten in Verlängerung der heutigen Linie 22) entwickelt. Im Gegenzug sollten die ansässigen Unternehmen Fahrgeldeinnahmen durch die Abnahme von Job-Tickets garantieren. Damit wäre Arbeitern, Firmen und letztlich den Verkehrsbetrieben geholfen.

Ganz vom Tisch ist diese Zusammenarbeit natürlich nicht, aber in näherer Zukunft wird sie sich auch nicht umsetzen lassen. Denn auch in 2021 dürften die zusätzlichen Fahrten in den Gewerbepark an einer Baustelle scheitern. Ab Frühjahr soll die Straße „An der Windmühle“, quasi der Zubringer vom Dorf Rhynern in den Gewerbepark, ausgebaut werden. Auch hier ist eine vorübergehende Vollsperrung nicht zu vermeiden. So dürfte das Projekt frühestens Ende 2021 in Angriff genommen werden können, wenn auch die anderen Veränderungen durch den neuen Nahverkehrsplan umgesetzt werden (siehe Infokasten).

Viele Arbeiter im Edeka-Lager sind auf Busse angewiesen

Der größte Arbeitgeber im Gewerbepark mit über 1000 Beschäftigten, das Edeka-Zentrallager, fände eine bessere Busanbindung interessant, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mitteilt. Vor einigen Jahren wurde so direkt vor der Grundstückseinfahrt eine Haltestelle errichtet. Hier sollte das Anrufsammeltaxi die vielen Edeka-Mitarbeiter vor die Haustür fahren. Doch dieses Taxi wurde nie gerufen. Vermutlich aus Kostengründen verzichteten die Mitarbeiter auf den Bringservice und nahmen weiterhin den Fußweg von der Haltestelle „Gewerbepark“ oder zu den meisten Uhrzeiten sogar aus der Dorfmitte Rhynerns und nach Feierabend wieder zurück in kauf.

Ohnehin ist das Anrufsammeltaxi als Lösung für eine bessere Anbindung des Gewerbeparks gescheitert. Vier Haltestellen waren dafür aufgestellt worden, genutzt wurden sie nie.

Viele Mitarbeiter haben ihr Fahrrad an der Haltestelle „Rhynern Mitte“ abgestellt, um sich die langen Fußmarsch zu sparen. Dass die schlechte Anbindung negative Auswirkungen für das Edeka-Lager hat, kann die Sprecherin aber nicht bestätigen: „Personal finden wir aktuell ohne Probleme, insofern scheint dies kein entscheidendes Kriterium zu sein.“

Neuer Nahverkehrsplan kommt


Ende 2019 beschlossen, sollen in 2021 die ersten Fahrplanänderungen umgesetzt werden. Für den Stadtbezirk Rhynern wird es demnächst eine Direktverbindung nach Bockum-Hövel geben. Hauptgrund für diese Linie 2 war die Anbindung des Hammer Nordens an das Evangelische Krankenhaus im Hammer Süden. Von Westtünnen führt demnächst eine Buslinie direkt nach Heessen. Auch hier spielt ein Krankenhaus eine Rolle, da somit die Barbara-Klinik in Heessen aus Westtünnen direkt mit dem Bus erreichbar wird. Das hat allerdings zur Folge, dass in Westtünnen die Schleife durch das Dorf wegfallen soll. Dies soll durch zusätzliche Haltestellen aufgefangen werden. Die jüngeren Menschen werden sich über deutlich mehr Nachtbusfahrten freuen. An Wochenende und vor Feiertagen werden die Busse bis nachts drei Uhr fahren. Die Ringbuslinie rund um Hamm soll ab 2023 fahren.

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