Wie trotz Raumnot das Vorsorgekonzept umgesetzt wird

Kappenbuschschule und Corona: Aus einer OGS-Gruppe werden sechs

Umorganisation wegen des Corona-Virus: Der offene Ganztag der Kappenbuschschule ist zum großen Teil in dem neuen Anbau der Grundschule untergebracht - jetzt zur Ansteckungsbegrenzung in sechs Gruppen statt in einer.
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Umorganisation wegen des Coronavirus: Der offene Ganztag der Kappenbuschschule ist zum großen Teil in dem neuen Anbau der Grundschule untergebracht - jetzt zur Ansteckungsbegrenzung in sechs Gruppen statt in einer.

Die Kappenbuschschule und ihr offenes Ganztagsangebot haben die Corona-Vorsorge wieder im Griff. Nach dem Auftreten eines Infektionsfalls vor den Herbstferien haben Schulleiter Peter Fricke, Konrektorin Sabine Spann und OGS-Leiterin Sabine Rösner die Nachmittagsbetreuung so umorganisiert, dass bei einem weiteren Corona-Fall weniger Schüler und weniger Mitarbeiter betroffen wären. Dabei wird deutlich: Die Kappenbuschschule hat ganz schön wenig Platz.

Heessen – Nach den Sommerferien seien die 150 Schüler der OGS zunächst in zwei Gruppen betreut worden, berichtet Fricke, da habe man das Problem mit den Reiserückkehrern im Blick gehabt. „Dann lag der RKI-Index bei unter 10“, so der Schulleiter weiter, „und wir haben uns entschlossen, die OGS in einer großen Gruppe zu organisieren, damit alle von dem gerade fertiggestellten Anbau profitieren können.“ Und als der Index nach oben schoss, habe man nicht schnell genug reagiert.

120 Schüler waren in Quarantäne

So musste die Schule alle 150 OGS-Schüler als Kontaktpersonen melden, als der Corona-Fall eintrat. Aber das Gesundheitsamt, Fricke und seine Kollegen schauten dann genauer hin. Wann war der eine Schüler wirklich infektiös? An welchen Tagen war er in der OGS? Welche Schüler waren mit ihm da – und zu welcher Uhrzeit. „Das war ein kompliziertes Verfahren, und wir haben festgestellt, dass 30 Schüler keinen Kontakt zu dem infizierten Schüler hatten“, sagt Fricke. Wenigstens die mussten dann nicht in Quarantäne.

Fricke und Konrektorin Spann setzten sich zusammen, um trotz der begrenzten Räumlichkeiten die OGS in mehrere Gruppen aufzuteilen. „Die Frage war: Wie machen wir aus einer Gruppe mehrere in den zur Verfügung stehenden Räumen?“, sagt der Rektor, „und es drubbelte sich vor allem in der fünften und sechsten Stunde.“ Zu berücksichtigen waren auch Arbeitsgemeinschaften und Förderangebote. Keine leichte Aufgabe.

Aus einer großen Gruppe wurden sechs Gruppen

Und so sieht die Lösung aus. Aus einer Betreuungsgruppe wurden sechs Betreuungsgruppen in unterschiedlichen Räumen, die in der Betreuungszeit keinen Kontakt mehr zueinander haben. Falls jetzt ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss nur eine Gruppe dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Wichtig: Die Anzahl der Kinder, die sich in Quarantäne begeben müssen, verringert sich.

Da sind zum einen die 13.20-Uhr-Kinder, 39 an der Zahl, die genau genommen nicht die OGS besuchen sondern bis mittags betreut werden, weil ein Elternteil eben halbtags arbeitet und die Kids dann nach Hause holt. Diese Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Jahrgänge 1 und 2 wurden zusammengefasst und die Jahrgänge 3 und 4. So entstehen zwei Gruppen mit 19 bzw. 20 Teilnehmern. Diese „13.20-Uhr-Kinder“ werden je nach Stundenplan immer ab der vierten oder fünften Stunde in den Pavillonräumen betreut.

Mit ausgeklügelten Zeitplänen beim Essen und bei Raumplänen

Die weiteren vier Betreuungsgruppen sind die OGS-Kinder aus allen vier Jahrgängen der Grundschule, jeder Jahrgang bildet eine OGS-Gruppe. In den geraden Kalenderwochen nutzen die Jahrgänge 1 und 2 die neuen OGS-Räumlichkeiten nach den Hausaufgaben zum Spielen – und in den ungeraden Kalenderwochen die Jahrgänge 3 und 4. Beim Spielen wird auf eine strikte Trennung der Jahrgänge geachtet. Ansonsten werden die Kinder in den Hausaufgabenräumen betreut und verbringen dort ihre Spielzeit.

Mit ausgeklügelten Zeitplänen beim Essen und bei Raumplänen für die verschiedenen Angebote werden die Gruppen säuberlich von einander ferngehalten. Und um das perfekt zu machen, haben Fricke und seine Mitstreiterinnen feste Abholzeiten eingeführt: Die OGS-Kinder können um 15 Uhr, 16 Uhr oder 16.30 Uhr abgeholt oder nach Hause geschickt. So wird auch das Abholen entzerrt.

Keine festen Räume mehr für AGs und Förderunterricht

Nachteil des ganzen: Für AGs und Förderangebote gibt es nicht immer feste Räume. Peter Fricke merkt das selbst. Bis zur Umorganisation habe er das Material für die Fördergruppe Mathe der Klasse 2b im Raum stehen lassen können, jetzt muss er sie immer bei sich haben. Dafür aber sind die Kinder getrennt.

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