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Kein Fest wegen Corona: Stadt sagt alle Neujahrsempfänge ab - Aus als Chance?

Neujahrsempfang in Rhynern
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Reden, Ehrungen und ein Rahmenprogramm: Die Neujahrsempfänge, hier in Rhynern, liefen meist nach einem ähnlichen Muster ab.

Überraschend kommt es nicht: Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Stadt die für Anfang des Jahres geplanten Neujahrsempfänge in allen sieben Hammer Stadtbezirken abgesagt. Ehrungen soll es aber trotzdem geben, eventuell auch eine Ersatzveranstaltung.

Hamm – Hartmut Weber, Bezirksbürgermeister von Bockum-Hövel, war vorgeprescht und hatte auf der Bezirksvertretersitzung vorige Woche Mittwoch mitgeteilt, dass es 2021 in Bockum-Hövel keinen Neujahrsempfang geben wird. In dieser Woche machte es dann auch die Stadt offiziell: Die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister hätten sich mit OB Marc Herter darauf verständigt, dass die Neujahrsempfänge 2021 ausfallen, teilte Stadtsprecher Tobias Köbberling mit.

Die Sicherheit gehe nun einmal vor. „Wir bedauern das alle sehr, gerade weil wir die Bezirke stärken wollen. Hier sind die Menschen zu Hause, hier kennen sie sich aus und bringen sich ein“, betonte Herter. Die Bezirksempfänge seien gerade dafür eine wichtige Veranstaltung. Nicht zuletzt gebe es vier neue Bezirksbürgermeister, die sich gerne persönlich vorgestellt hätten.

Ehrungen in kleinem Rahmen

In den vergangenen Jahren wurden die Empfänge dazu genutzt, mit den geladenen Gästen auf das abgelaufene und das neue Jahr zu blicken. Umrahmt wurden die Reden von Bezirksvorsteher und OB von musikalischen Beiträgen einzelner Gruppen aus dem jeweiligen Bezirk. Zum Ende hin wurden zudem Menschen, die sich jahrelang auf verschiedenen Ebenen engagiert haben, mit der Stadtbezirksmedaille ausgezeichnet.

Die sollen 2021 nicht wegfallen, zumal es eine ganze Reihe ausgeschiedener Kommunalpolitiker gibt, die es zu ehren gilt. Corona-bedingt wird die Ehrung aber nur in einem kleinen Rahmen stattfinden: Nur in Anwesenheit des Oberbürgermeisters, des Bezirksbürgermeisters, der Fraktionsvorsitzenden und der Dezernenten. Darüber hinaus sollen kurze Videoclips produziert werden, die die Medaillenempfänger vorstellen und schlaglichtartig wichtige Ereignisse des vergangenen und des aktuellen Jahres beleuchten. „Sie sollen auf der städtischen Homepage, auf den Social-Media-Portalen und in den lokalen Medien veröffentlicht werden“, kündigte Köbberling an.

Ob die Empfänge zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, ließ Herter offen. Axel Püttner, Bezirksbürgermeister von Pelkum, kann sich das aber gut vorstellen – sofern es die Corona-Pandemie zulässt und die Sicherheit einer solchen Veranstaltung gewährleistet ist. Und: Er würde sich, wie er sagte, dafür auch eine interfraktionelle Mehrheit wünschen.

Kommentar: Die Absage ist auch eine Chance

2021 wird es in Hamm keine Neujahrsempfänge geben. Das müssen alle, angefangen vom OB bis hin zu den Bezirksbürgermeistern, als Chance sehen, grundsätzlich einmal darüber nachzudenken, ob es nicht bessere Alternativen zu dieser in die Jahre gekommenen Veranstaltung gibt. Reden, musikalische Beiträge, die Verleihung der Bezirksmedaillen und ein anschließender Austausch mit Imbiss: Am Ablauf hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert. Der „normale“ Bürger blieb außen vor, denn der Empfang war nur geladenen Gästen vorbehalten.

Hier wäre vielleicht ein Ansatzpunkt: Die Veranstaltung öffnen, mit den Bürgern auf „ihren“ Stadtbezirk anstoßen und Entwicklungen aufzeigen.

Und das muss nicht automatisch im Januar sein, sondern könnte auch ein Frühjahrs- oder Sommerevent werden – ein Bezirksempfang, auf dem dann auch die neuen Träger der Stadtbezirksmedaillen geehrt werden. Denn: Die Bezirksmedaille ist und bleibt die wichtigste Auszeichnung des Stadtbezirks, um Menschen, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren, zu würdigen. Und das muss auch so bleiben, egal in welchem Rahmen die Medaillen künftig verliehen werden.

Corona in Hamm - Ein Überblick

  • Die Dreifachturnhallen an der Friedensschule werden bis zum 15. Dezember zum Corona-Impfzentrum umgerüstet sein. 18.000 Impfungen pro Monat, 600 pro Tag, sollen dort vorgenommen werden können. 
  • Ein Schnelltest-Zentrum gibt es in Hamm ebenfalls. Das Fitnessstudio „Aktivita“ rüstet pünktlich zur Vorweihnachtszeit um.
  • Vorgaben und Verbote im Dezember: Lesen Sie hier, was in Hamm aktuell gilt.

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