... und was wird mit dem Kunst-Dünger?

Keine Sommerspaß-Konzerte 2021 - Notbremse und wichtiger Appell

Beim „Sommerspaß“ gaben sich bis Corona Gute-Laune-Garanten die Klinke in die Hand.
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Beim „Sommerspaß“ gaben sich bis Corona Gute-Laune-Garanten die Klinke in die Hand - hier Big Mike & Double Dynamite im Juli 2015.

Die wöchentlichen „Spaßkonzerte“ gehören seit Jahren so fest zur Hammer Innenstadt wie der „Kunst-Dünger“. Jetzt ist klar: Auch im Sommer 2021 wird es mindestens im Lutherviertel still sein. Was bleibt, ist ein dringender Appell.

Hamm - Mit einem emotionalen Facebook-Post hat Thorsten Frerk, Kopf des „1. Hammer Spaßvereins“, zum zweiten Mal in Folge die „Sommerspaß-Serie“ auf dem Platz vor der Lutherkirche abgesagt. Bis 2019 versorgten dort in den Sommerferien unterschiedlichste Bands begeisterte Besucher kostenlos und entspannt mit guter Musik und guter Laune. Für die Musiker seit 2011 eine tolle Gelegenheit, sich zu präsentieren, und für viele Hammer ein zuverlässig unterhaltsamer Freunde-Treff.

War Frerk Anfang 2021 noch vorsichtig hoffnungsvoll für die neue Saison, so stellte er jetzt klar: Das wird wieder nichts, gleich unter welchen Bedingungen. Der Sommerspaß finde „zwar organisiert statt, setzt jedoch auch auf Zuschauer, die spontan stehen bleiben: Straßenmusik halt“, sagt er zur Entscheidungsfindung: „Es tut uns leid, sehr leid, aber es geht einfach nicht.“

Besser sollte es werden in 2021. So haben wir es uns gewünscht. Wir wollten wieder Konzerte besuchen können. Nicht im Netz, sondern in Kneipen, auf der Straße und auf Plätzen. (...) Wenn wir uns jetzt umschauen, müssen wir erkennen, dass es so bis zum Sommer nicht kommen wird. 

Thorsten Frerk, „Sommerspaß“-Veranstalter
Ohne ihn hätte es den „Sommerspaß“ nie gegeben: Thorsten Frerk.

Corona-gerechte Events: „Künstler brauchen jede Unterstützung“

Frerk, selbst passionierter Musiker, will aber nicht stellvertretend für die gesamte Kulturbranche den Kopf in den Sand stecken und formuliert daher einen leidenschaftlichen Appell an alle Hammer, das ebenfalls nicht zu tun. Wichtig sei, allen Veranstaltern Respekt zu zollen, die „unter den jeweils geltenden Regeln etwas auf die Beine stellen“ und diese Events dann tatsächlich auch zu besuchen.

„Die Künstler können jede Unterstützung brauchen“, weiß Frerk. „Und vielleicht schaffen wir es gemeinsam, bis 2022 das Virus so weit in den Griff zu bekommen, dass es wieder einen Sommerspaß in der Form geben kann, die ihn ausmacht.“

Hammer Summer abgesagt, Kunst-Dünger nicht

Schon deutlich früher im Jahr war mit dem „Hammer Summer“ eine ungleich größere Veranstaltung in der Innenstadt wegen der Corona-Lage abgesagt worden. Mehr noch: Sehr wahrscheinlich wird das beliebte Musikfestival nie mehr in der gewohnten Form stattfinden.

Den „Kunst-Dünger“ hat die Stadt derweil noch nicht abgeschrieben: Erst Mitte März beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, ein fünfteiliges Programm im Zeitraum 21. Juli bis 18. August 2021 vorzubereiten - wie gehabt sowohl auf dem Marktplatz und im Kurhausgarten. Auch inhaltlich stünde das Programm - so es denn letztlich zustande kommt - schon fest, weil alle 2020 nicht genutzte Verträge bereits auf dieses Jahr umgebucht worden waren.

Kunst-Dünger-Planung unter Corona-Vorbehalt

Ausdrücklich heißt es jedoch ergänzend, dass die „Kunst-Dünger“-Planung „unter dem Vorbehalt der Realisierungsmöglichkeiten der Veranstaltungen“ erfolge. Aufgrund im Sommer gültiger Sicherheits- und Hygieneauflagen könnten Termine verlegt, inhaltlich umgestaltet oder auch allesamt im Kurhausgarten durchgeführt werden, um Zugangsbeschränkungen, Einlasskontrollen und mögliche Besucherbegrenzungen organisatorisch umsetzen zu können. Bei den Ensembles aus Spanien und Italien kommt die Unsicherheit der Reiseplanungen noch obendrauf.

Die Finanzierung für das fünfteilige Paket gilt über Sponsorengelder und Landeszuschüsse als sicher. Weitere 10.000 Euro für ein sechstes Kunst-Dünger-Puzzle („Klangkosmos Weltmusik“) stehen im städtischen Haushalt bereit. 

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