Weetfelder warten weiter auf DSL-Anschluss

WEETFELD ▪ Für die betroffenen Bürger Weetfelds, die schon seit vielen Jahren auf einen schnelleren Internetanschluss warten, ist es „nicht nachvollziehbar“: Obwohl die Weetfelder Straße derzeit teilweise aufgerissen ist, sehen sich weder die Stadt, noch die Stadtwerke Hamm oder Telekommunikationsunternehmen wie die Telekom dazu in der Lage, wenigstens Leerrohre zu verlegen. Durch sie könnten dann später die für den DSL-Anschluss erforderlichen Breitbandkabel gezogen werden.

Wie Cornelia Helm, Sprecherin der Hammer Stadtwerke, auf Anfrage mitteilte, werden im Zuge der Maßnahme eine Hochdruckgasleitung und ein Leerrohr für eigene Zwecke verlegt. Natürlich sei es auch möglich, parallel Leerrohre für ein Breitbandkabel zu verlegen. „Dazu waren wir auch bereit. Allerdings hätte uns ein Telekommunikationsunternehmen einen entsprechenden Auftrag erteilen müssen.“ Dies sei nicht erfolgt. Man habe drei Anbieter angeschrieben.

Diesen Schuh wollte sich die Telekom nicht anziehen. Sie fragt sich, warum nicht die Stadt in Vorleistung getreten ist und die Verlegung der Leerrohre von sich aus in die Wege geleitet hat.

Das wiederum sorgte bei Bernd Maßmann aus dem OB-Büro für Kopfschütteln. „Wenn die Telekom klipp und klar gesagt hätte, dass sie Weetfeld mit einem DSL-Anschluss versorgen wird, hätten wir die Kosten für die Leerrohre übernommen.“ Leider habe es von keinem Anbieter ein „Ja“ zur Verlegung von Breitbandkabeln in Weetfeld gegeben.

Aus Sicht von Maßmann wäre die derzeit laufende Baumaßnahme auf der Weetfelder Straße allerdings auch nur bedingt dazu geeignet gewesen. Sie beschränke sich, so Maßmann weiter, nämlich auf den Straßenraum. Versorgungskabel fürs Internet würden hingegen im Bürgersteig verlegt, damit für den Hausanschluss nicht die gesamte Straße aufgerissen werden muss.

Angesichts der Haushaltslage ist die Stadt derzeit nicht in der Lage, die Mehrkosten für einen besseren Internet-Anschluss in Weetfeld zu übernehmen – auch nicht mithilfe der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Räume“. Dank dieses Programms wird die Finanzierungslücke in Wambeln zu 90 Prozent abgedeckt. Die Stadt muss lediglich zehn Prozent tragen. Wie Maßmann sagte, könne man die beiden Ortsteile nicht miteinander vergleichen. Im Gegensatz zu Wambeln handele es sich bei Weetfeld nicht um einen ländlichen Raum. Daher sei auch keine Förderung möglich. Maßmann sieht vor allem den Bund in der Pflicht, der sich ein flächendeckendes schnelles Internet bis 2015 zum Ziel gesetzt hat.

Als Alternative schlug Maßmann denjenigen, die schon jetzt einen schnelleren Internetzugang haben möchten, eine Funkverbindung vor. Er selbst habe einen Bekannten in Flierich, dem der DSL-Anschluss gekappt wurde. Er habe sich mit einem Anbieter in Verbindung gesetzt und mittlerweile DSL-Funk.

Der Umstand, dass Wambeln einen Internetanschluss bekommt, Weetfeld aber nicht, wird auch auf WA.de weiter diskutiert. „Die Ungerechtigkeit siegt wieder mal. Wambeln bekommt DSL, was über 500 000 Euro kostet. Dazu werden sieben Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Und hier in Weetfeld mit einer notwendigen Verlegung von 800 Meter Glasfaserkabel wird nichts ausgebaut, obwohl 140 Haushalte auf DSL warten und der Ausbau nur ein 20stel von dem in Wambeln kostet“, meinte DSL-Minister. Nach Ansicht von Internetnutzer Sabre sollen sich die Bürger nicht entmutigen lassen: „Wenn selbst in Wambeln (und das ist jetzt nicht negativ gemeint, liebe Wambelner) DSL verlegt wird, hat Weetfeld auch eine Chance, endlich Internet zu bekommen.“ ▪ stg

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