Mülldetektive haben Vorbilder Hagen und Hamburg

„Waste Watcher“ gegen wilde Müllkippen in Hamm? - Stadt prüft

Immer wieder wilde Müllkippen in Hamm.
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Immer wieder wilde Müllkippen: Insbesondere im Grünen und auf Feldwegen taucht der Unrat auf, wie hier an der Frielinghauser Straße (Aufnahme aus dem vergangenen Jahr).

Autoreifen im Graben, Verpackungsmüll im Wald, Pizzakartons in Parks und Hausmüll an Straßenbäumen: In den vergangenen Wochen und Monaten häuften sich diese Art von Meldungen in Hamm.

Hamm - Angesichts dieser hässlichen Entwicklung schlägt der Hammer Uwe Richert ein „Waste-Mangement“ vor und hat sich damit an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden gewandt. Er wünscht sich eigens ausgebildete Waste-Watcher, die sich auf die Suche nach Müll machen und Umweltsünder ansprechen. Andere Städte, so Richert, hätten damit schon gute Erfahrungen gemacht.

„Wenn Waste Watcher in Hamm unterwegs wären, genauer hinschauen und ermitteln – wie das in anderen Städten der Fall ist – dann denke ich, wird weitaus weniger Müll in die Natur geworfen“, sagt Richert. Denn die Waste-Watcher leisten beispielsweise in Hagen oder Hamburg echte Ermittlungsarbeit. Sie durchwühlen den Müll auf der Suche nach Hinweisen. Werden sie fündig und können den Umweltsünder ermitteln, werden Strafen fällig.

Waste Watcher in Hamm? Im Müllberg wühlen

„Die Beweise reichen von liegen gelassenen Kontoauszügen bis hin zu Krankmeldungen oder Schulheften. Häufig erhalten die Waste Watcher auch Hinweise von Nachbarn“, hat Richert aus der Stadt Hagen in Erfahrung gebracht. Dort ist man von der Wirkung der Waste-Watcher überzeugt. „Und selbst wenn kein Verursacher gefunden wird, zeigen die Maßnahmen Wirkung, denn die Anwohner realisieren, dass nun verstärkt an der Stadtsauberkeit gearbeitet wird.“

Das wünscht sich Richert auch für die Stadt Hamm. Er selber sei bereit, die Waste-Watcher in Sachen Kommunikationsstrategien und deeskalierendem Verhalten ehrenamtlich zu schulen. Als zertifizierter Antigewalttrainer habe er bereits mit den Mitarbeitern im Finanzamt Hamm und im Kommunalen Jobcenter in Seminaren zur Gewaltprävention Erfahrungen sammeln können.

Wenn Waste Watcher in Hamm unterwegs wären, genauer hinschauen und ermitteln – wie das in anderen Städten der Fall ist – dann denke ich, wird weitaus weniger Müll in die Natur geworfen.

Uwe Richert, Initiator

Seit 34 Jahren ist Richert Justizvollzugsbeamter und auch innerhalb der Justiz viele Jahre als Ausbilder für Deeskalations- und Eingriffstechniken sowohl für die Justizvollzugsanstalt Hamm und als Dozent an der Justizvollzugsschule tätig gewesen. „Somit könnte ich von meiner Seite helfen, die Kosten für die Aus- und Weiterbildung der Waste Watcher zu senken“, hat Richert der Verwaltung mitgeteilt.

Waste Watcher in Hamm? Thema im Ausschuss

Auf ein erstes Schreiben hatte die Verwaltung mit einer Absage reagiert. Die Stadt habe ein gutes System mit Mängelmelder erarbeitet, zudem seien alle Mitarbeiter im Rahmen der Beseitigung angehalten, auf entsprechende Hinweise auf den Verursacher der Müllkippe zu achten. „Diesen Hinweisen wird in jedem Fall nachgegangen. Auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) achtet im Rahmen seines Dienstes auf die Sauberkeit und verhängt gegebenenfalls direkt Verwarnungsgelder“, hatte die Verwaltung geantwortet.

Nun die Kehrtwendung, nach einer kurzen Intervention von Richert. Das Thema wird im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden am kommenden Mittwoch, 14. April, behandelt.

Zu dem Ausschuss ist auch Uwe Richert geladen und soll dort sein Konzept vorstellen.

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