Ausstellungsbetrieb durch teure Sanierung in Gefahr

Wasserschaden: Das Museum und der Fluch der Heizung

Durch eine defekte Heizung steht im Gustav-Lübcke-Museum voraussichtlich eine größere Sanierung an.
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Durch eine defekte Heizung steht im Gustav-Lübcke-Museum voraussichtlich eine größere Sanierung an.

Es ist nicht der Fluch der Mumie, der (wie einem alten Horrorfilm und einer ägyptischen Sammlung würdig) das Gustav-Lübcke-Museum bald beschäftigen wird. Es ist der Fluch einer maroden, mehrere tausend Jahre jüngeren Fußbodenheizung.

Hamm - Denn diese kann das Haus und die Stadt jetzt teuer zustehen kommen. Nach drei Wasserschäden herrscht Handlungsbedarf. Einschnitte in den Ausstellungen sind wahrscheinlich.

50 000 Euro finden sich im Haushaltsplan 2021 für ein Gutachten, das klären soll, was zu tun ist. Drei Heizungslecks hat es laut Stadt seit 2018 gegeben, das letzte im vergangenen Frühjahr während des Lockdowns. Wertvolle Kunstgegenstände sind dabei offensichtlich nicht zu Schaden gekommen. Glücklicherweise. Doch jetzt herrscht dringend Handlungsbedarf. Die Heizung ist inzwischen abgestellt.

Fußbodenheizung außer Betrieb genommen

„Die Fußbodenheizung wurde außer Betrieb genommen, um Rohrbrüchen und Wasserschäden vorzubeugen“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Nun solle zur langfristigen Beheizung und Klimatisierung des Hauses ein Konzept entwickelt werden. Das könne sowohl die Erneuerung der Fußbodenheizung als auch den Einbau einer Deckenstrahlheizung oder anderer Systeme bedeuten, so der Sprecher. „Betroffen sind die Ausstellungsbereiche. Je nach Konzept wären größere Beeinträchtigungen in den jeweiligen Räumen nach aktuellem Stand unumgänglich“, sagte Huster. Eine vorsichtige Antwort.

Rückblende: Im März 2015 hatte das Gustav-Lübcke-Museum nach zweijähriger Sanierung mit neuer Klimatechnik wieder eröffnet. Rund 5 Millionen Euro waren verbaut worden. Damals hatte die Stadt die Hoffnung, dank neuer Klimatechnik die Voraussetzung für Leihgaben größerer Sonderausstellungen zu erfüllen. Nun steht ein neuer Bauabschnitt bevor. War das damals absehbar? Nein, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Was jetzt geschehe, sei „komplett unabhängig“ von der damaligen Sanierung. „Die Schäden sind zeitlich zufällig aufgetreten.“

Neue Bewährungsprobe für Ausstellungsmacher

Nun steht das 1993 eröffnete Museum abseits aller Corona-bedingten Beeinträchtigungen vor einer neuen Bewährungsprobe. Wer würde an ein Haus mit potenziellen Wasserschäden verleihen?

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