Kritik am Gebäude reißt nicht ab

Wasserschaden bei Ernsting‘s family: Filiale im Maxicenter bleibt länger geschlossen

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Auch ohne Lockdown erst einmal geschlossen: Das Ladenlokal von Ernsting’s family in der Maxicenter-Passage stand unter Wasser. Die Filiale muss komplett neu aufgebaut werden.

Im Ladenlokal von Ernsting’s family in der Maxicenter-Passage herrscht gähnende Leere. Und so bald wird das Geschäft nicht wieder öffnen können: Es gab einen Wasserschaden.

Werries – Erst das Feuer, dann der Wirbel um eine illegale Wohnnutzung und jetzt noch ein weiterer Leerstand in der Maxicenter-Passage? Das Ladenlokal von Ernsting’s family ist vor einer Woche ausgeräumt worden. Die Filiale des Bekleidungsgeschäfts war zuletzt wegen des Corona-Lockdowns geschlossen geblieben, wie andere Geschäfte auch. Unabhängig davon wird sie auch in der nächsten Zeit nicht geöffnet werden können. „Es gab einen massiven Wasserschaden“, teilt ein Sprecher von Ernsting’s family auf Anfrage mit.

Demnach soll es in den Räumen über dem Geschäftslokal am vorvergangenen Wochenende zu einem Problem an einer Wasserleitung gekommen sein. Ob es sich dabei um die illegal als Wohnung vermieteten Räume handelte, ist unklar. Eine telefonische Anfrage beim Hauseigentümer blieb unbeantwortet.

Maxicenter in Werries: Trockenlegen wird mehrere Wochen dauern

So viel steht fest: Das Ladenlokal muss erst einmal trocken gelegt werden. Dazu hat Ernsting’s family eine Spezialfirma eingeschaltet. „Das Trockenlegen wird mehrere Wochen dauern“, erklärt der Sprecher des Bekleidungs-Unternehmens. „Die Filiale bleibt deshalb auf unbestimmte Zeit geschlossen.“ Die Filiale müsse von Grund auf neu aufgebaut werden. Bis es soweit ist, müssten Kunden auf andere Filialen ausweichen.

Vom Wasserschaden betroffen ist offenbar nur das Geschäftslokal von Ernsting’s family. Im Lotto- und Zeitschriftengeschäft und im Kodi-Markt geht der Betrieb weiter. Nur der Durchgang in der Passage in Richtung des Bekleidungsgeschäfts ist gesperrt.

Maxicenter in Werries: Illegale Wohnnutzung ist beendet

Die schlechten Nachrichten aus der Maxicenter-Passage reißen also nicht ab. Das Thema der illegalen Vermietung von Wohnraum an der Ostwennemarstraße 106 hat zuletzt hohe Wellen geschlagen. Wegen eines Mülltonnenbrands war es im November zu einem Feuerwehreinsatz an dem Gebäude gekommen. Dabei war aufgefallen, dass im Obergeschoss mehrere Personen offenbar schon längere Zeit widerrechtlich untergebracht waren. Für eine Wohnnutzung dieser Art besteht in dem Geschäftshaus aber keine Genehmigung. Die soll es dem Vernehmen nach nur für eine Wohneinheit geben.

Nach dem Wasserschaden hat Ernsting’s family den Laden ausräumen lassen. Durch das Schaufenster an der Ostwennemarstraße sind nur Trocknungsgeräte zu sehen.

Eigentlich sollten die rund 30 Bewohner mit Unterstützung durch das Amt für soziale Integration noch vor Weihnachten in anderen Wohnungen untergebracht werden. Doch geeigneten Wohnraum zu finden, war gar nicht so einfach. Mitte Januar waren Brandschutzmängel soweit behoben, dass die Stadtverwaltung noch zwei Familien in dem Haus duldete. Der Zustand ist offenbar auch vorbei. „Nicht genehmigte Nutzungen sind untersagt worden“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung auf einen Prüfauftrag der SPD. „In Zusammenarbeit mit dem Eigentümer der Immobilie sind die nicht genehmigten Nutzungen beendet worden.“

Seit Jahren steht die Passage in der Kritik. Gebäudezustand und Sauberkeit werden immer wieder bemängelt. „Der alte Teil des Maxicenters ist ein wichtiger Bestandteil des Stadtbezirkszentrums und sollte als Aushängeschild dienen“, erklärt die Uentroper SPD-Bezirksfraktion in ihrem Antrag. In dem derzeitigen Zustand habe das Gebäude aber „wenig mit der Strahlkraft zu tun, die wir uns alle in der Mitte eines Stadtbezirks wünschen“.

Maxicenter in Werries: „Bauordnungsrechtliche Mängel“ festgestellt

Nach der Aufdeckung der illegalen Wohnnutzung witterten die Sozialdemokraten die Chance, daran etwas zu ändern und einen Hebel anzusetzen. Sie forderten die Stadtverwaltung auf, alle baulichen und sonstigen Mängel in der Passage zu prüfen und den Eigentümer der Immobilie zur zeitnahen Mängelbeseitigung und zum Nachkommen seiner Pflichten aufzufordern. Die widerrechtliche Vermietung von Gewerberaum zu Wohnzwecken und die damit einhergehenden Folgekosten für die Unterbringung sollen laut SPD ordnungsrechtlich verfolgt und die Kosten dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung haben das Gebäude besichtigt und „bauordnungsrechtliche Mängel“ festgestellt. Die hat der Eigentümer zu beseitigen. Welche Mängel das im Detail sind, erklärt die Stadt nicht und bleibt unkonkret: Was die Umsetzung der Forderungen anbelangt, stehe das Bauordnungsamt in Kontakt mit dem Eigentümer.

Gegen eine Verschmutzung des Gebäudes, wie sie immer wieder kritisiert wird, kann die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben nichts machen: Es bestehe keine Möglichkeit, bauordnungsrechtliche Maßnahmen gegen den Eigentümer des Gebäudes zu ergreifen.

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