Sichtungen auch in Wohnbereichen

Waschbären werden in Hamm zur Plage - Zahl steigt stark

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Hamm – Trotz verstärkter Jagd werden in Hamm immer öfter Waschbären gesichtet - oftmals sogar in Wohnbereichen. Kurz: Der Waschbär wird auch in Hamm langsam zur Plage.

Schon länger ist bekannt, dass sich in den Hammer Wäldern nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Es erobern immer mehr Tierarten diese Wälder, die hier nicht heimisch sind. Neben Kanadagänsen, die im Kurpark Enten über die Teiche jagen, und Nutrias sind insbesondere Waschbären auf dem Vormarsch. Sie könnten sich zu einer echten Plage entwickeln. Das geht zumindest aus Zahlen des Umweltamtes hervor.

Während der sogenannten Jagdstrecke 2018 wurden in Hamm 429 Waschbären erlegt – 100 mehr als im Vorjahr. Besonders krass fällt das Vergleich zum Jahr 2010 aus, als lediglich fünf Tiere zur Strecke gebracht wurden. „Die Population hat sich in den vergangenen Jahren rasant erhöht. Waschbären sind eine invasive Art, die hier keine natürlichen Feinde hat und sich ohne das Bejagen ungehindert vermehren kann. Deshalb wurden die Jagdbemühungen in den letzten Jahren auch massiv erhöht“, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg.

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Vermehrt in der Nähe von Wohngebieten

Trotzdem wurden die Tiere zuletzt vermehrt in der Nähe von Wohngebieten gesichtet. Ein Waschbär klaute etwa ohne Scheu Kirschen aus einem Garten unweit der Soester Straße – und das, obwohl die Tiere normalerweise nachtaktiv sind.

Auch wenn Waschbären auf den ersten Blick putzig seien, rät Herberg, den Tieren fernzubleiben. „Wenn sie sich bedroht fühlen, entscheiden sie unberechenbar, ob sie weglaufen oder angreifen.“ Das könne vor allem für Kinder und Hunde gefährlich werden. Wer Waschbären sichtet, sollte sich bei der Unteren Jagdbehörde melden, die beim Umweltamt angesiedelt ist. Dort werde der zuständige Revierjäger beauftragt die nähere Umgebung zu kontrollieren.

Diesen Waschbär fotografierte die Heessener Ortsheimatpflegerin Inge Block-Löher in ihrem Garten.

Als Trittbrettfahrer auf Lkw gekommen?

Vermutet wird, dass die Tiere als Trittbrettfahrer auf Lkw – beispielsweise aus Polen – hierher gekommen sind. Das dürfte auch erklären, warum sie vermehrt im Süden der Stadt, räumlich nahe der A2, gesichtet werden.

Die Zahl der Füchse in Hamm steigt nach Angaben des Umweltamtes ebenfalls. 300 wurden im vergangenen Jahr erlegt, 2011 waren es noch 188. Dass diese Zahl nicht genauso stark ansteigt wie beim Waschbären, ist laut Herberg folgendem Umstand geschuldet: Der Waschbär sei schlicht „dümmer“ als der Fuchs. Während die gefräßigen Bären leichter in Fallen tappten, seien Füchse skeptischer.

Wer einen Fuchs im Garten hatte, sollte bodennahe Beeren unbedingt meiden. Durch sie werde der Fuchsbandwurm übertragen, erklärt Herberg.

Weitere Infos:

Wer einen Waschbären sichtet, sollte sich unter Telefon 02381/17-7136 bei der Unteren Jagdbehörde melden.

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