Unsere neue Serie „Was braucht Uentrop?“

Werries nicht nur Maxipark-Parkplatz: „Hier ist Stadtreparatur erforderlich!“

Aktuell ist das Zentrum des Bezirks Uentrop in Werries durch Flächen für Autos geprägt.
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Aktuell ist das Zentrum des Bezirks Uentrop in Werries durch Flächen für Autos geprägt.

Im Zentrum von Werries sieht man aktuell vor allem eins: große Flächen aus Beton. Der Parkplatz für den Maxipark dominiert den Ortskern. Doch hier soll sich viel ändern - und wir wollen von Ihnen wissen: Was wünschen Sie sich?

Uentrop/Werries – Die „Neue Mitte“ wird den Bezirk Uentrop (Hamm) stärker verändern als alle anderen Projekte der vergangenen Jahrzehnte. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Projekt? Hinter Bezeichnungen wie ISEK Werries, Grüne Umweltachse oder IGA 2027? WA-Redakteur Torsten Haarmann hat dazu Andreas Mentz Fragen gestellt: Der Stadtbaurat wird maßgeblich daran mitwirken, die „Neue Mitte“ umzusetzen.

StadtbezirkUentrop
StadtteileWerries, Uentroper Dorf, Hamm-Osten, Mark, Braam-Ostwennemar, Haaren, Norddinker mit Vöckinghausen, Frielinghausen, Geithe
Einwohner27.118
BezirksbürgermeisterBjörn Pförtzsch (CDU)

Stadtplaner über das Zentrum in Werries: „Stadtteilzentrum wird von Verkehr dominiert“

Der Auftakt für die „Neue Mitte“ ist die „Grüne Umweltachse“. Was bringt sie den Menschen?
Sie wird als grüne Achse den Haupteingang des Maximilianparks mit dem Grünraum entlang des Datteln-Hamm-Kanals verbinden und damit das stabile Rückgrat für die „Neue Mitte“ sein. Es entstehen grünere Fuß- und Radwegeverbindungen. So stärken wir den Radverkehr, sorgen für neue Mobilität. Es werden neue, grüne Plätze und Treffpunkte entstehen, Orte, an denen man sich gerne aufhält und die gut ohne das Auto zu erreichen sind. Der Maxipark wird darüber besser an den Stadtteil angebunden. Mit dem Bau wollen wir 2022 beginnen.
Der Abschlussbericht des Planungsbüros zum 2019 beschlossenen ISEK Werries, dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, hat rund 160 Seiten. Worum geht es kurz gefasst?
Um Fragen wie: Wie wollen wir in Werries wohnen? Wie können wir uns in Werries sicher und umweltfreundlich bewegen? Vor allen Dingen aber: Wie können wir den Stadtteil attraktiv gestalten, damit wir uns auch gerne im Zentrum aufhalten? Wir haben uns den Stadtteil mit den Bürgern umfassend angeschaut und schlagen Projekte vor, die zur positiven Entwicklung beitragen.
Welchen Eindruck haben die Planer vom Stadtteil bekommen?
Das Stadtteilzentrum wird heute von Einzelhandel, Dienstleistungen und Verkehr dominiert. Mit dem Maxipark hat Werries ein wunderbares und zu Recht weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus hochgeschätztes Highlight anzubieten. Andererseits wird das Zentrum städtebaulich von großflächigen Parkplätzen und Verkehrsflächen dominiert. Orte, die zum Verweilen einladen, konnten sich in der Vergangenheit kaum entwickeln. Dies gilt es, in den nächsten Jahren zum Positiven zu verändern, ohne die für das Funktionieren des Maxiparks sowie der Sportstätten erforderlichen Parkplätze ersatzlos entfallen zu lassen.
Stadtbaurat Andreas Mentz erklärt, was hinter den Plänen zur Neuen Mitte steckt.
Was läuft jetzt schon gut im Herzen des Stadtbezirks?
Die Bündelung der Einzelhandelsangebote, die Sportangebote gehören dazu, und selbstverständlich der Maxipark als zentraler Ort für Freizeit, Erholung und kulturelle Angebote. Dabei ist es in den letzten Jahren den Akteuren vor Ort gelungen, den Bereich des Geschäftszentrums am Alten Uentroper Weg attraktiv und lebensfähig zu halten.
Wo offenbaren sich Probleme?
Die Besonderheiten und Qualitäten des Stadtteils bringen Herausforderungen mit sich. Mit dem zeitweise sehr hohen Besucheraufkommen im Zentrum von Werries geht eine hohe Belastung für die Anlieger einher. Bis heute dominieren das private Auto und der benötigte Parkraum die Mobilität der Besucher. Das ISEK bietet hier Lösungsansätze. Darüber hinaus bereitet mir die Immobilie des „Maxicenters“ Sorgen. Hier muss es uns gelingen, gemeinsam mit dem Eigentümer Wege in eine bessere Zukunft zu finden!
Viele Maßnahmen bedeuten auch viele Baustellen, was Anwohner belastet. Was haben die Bürger am Ende davon?
Wir haben die Bürger seit 2016 immer wieder an den Planungen beteiligt, etwa in Workshops und bei Stadtteilspaziergängen. Sie haben uns gezeigt, wie sehr ihnen das Stadtteilzentrum am Herzen liegt. Besonders bei den Spaziergängen gab es intensive Diskussionen und zahlreiche Hinweise. So wurde zum Beispiel auf die Bedeutung der Spielflächen für Kinder hingewiesen. Darauf gehen wir ein. Im Herzen des Stadtteilzentrums soll eine neue Platzfläche entstehen. Die Bürger haben sich attraktive Radwege und Abstellmöglichkeiten gewünscht. Auch das soll jetzt kommen.
Hat die „Neue Mitte“ das Zeug zu einem planerischen Meilenstein?
Ob es ein Meilenstein sein wird, müssen die Bewohner und Nutzer später beurteilen. Wichtig ist, dass hier ein Stück Stadtreparatur erforderlich ist.
Wieso?
Dies begründet sich in den Brüchen, die mit Aufgabe der in den 70er-Jahren vom Büro Einsele geplanten Großstrukturen noch heute in den für den Betrachter befremdlich wirkenden Straßenführungen zwischen Maximilian- und Ostwennemarstraße erkennbar sind.
Was ist vom ISEK umsetzbar, was eher nicht?
Zunächst sind alle Maßnahmen umsetzbar. Das ISEK ist ein mittelfristig angelegtes Handlungsprogramm. Mit der „Grünen Umweltachse“ starten wir mit einem zentralen Projekt. Die weiteren Maßnahmen werden Schritt für Schritt umgesetzt. Neben den Projekten, die öffentlich finanziert werden, sind private Investitionen und Initiativen elementare Bestandteile des Erfolgs.

Ziel für das Maxicenter: Es wird saniert oder ersetzt

Ein Blick in die Glaskugel: Wie sieht die „Neue Mitte“ in 15 Jahren aus?
Es soll eine Mobilitätswende kommen. Deshalb dürfte der Bedarf an Abstellplätzen sinken, oder das Parken muss über ein zentrales Parkhaus neu organisiert werden. So werden Flächen frei. Sie könnten mit attraktiven Angeboten zum Aufenthalt im Grünen, neuen Dienstleistungsangeboten oder modernem und nachhaltigen Wohnungsbau „zurückgewonnen“ werden. Zugleich ist die „Grüne Umweltachse“ fertig und vernetzt sich mit grünen Inseln rund um das Zentrum.
Und das Maxicenter und der Maximilianpark?
Das Maxicenter steht nach einer grundlegenden Sanierung in neuem Glanz oder wurde durch einen zukunftsfähigen Neubau ersetzt. Der Maxipark ist durch die Internationale Gartenausstellung 2027 gestärkt und auch in 15 Jahren weiterhin unangefochten das „Ausflugsziel Nummer Eins“ in Hamm und Umgebung. Außerdem sind die Planungen zur Stadtbahntrasse Hamm Hbf – Uentrop abgeschlossen. Vor dem Haupteingang des Maximilianparks entsteht der Neubau des Haltepunktes Werries.

(Die Umfrage ist beendet.)

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