Unsere große Serie: Was braucht Rhynern?

Einkaufen vor der Haustür? Ausgerechnet Rhynerns größter Ortsteil wirkt unterversorgt!

Tintenfaß Westtünnen
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Sorgt für viel Frequenz: das Tintenfaß in Westtünnen.

Kurze Wege für die Nahversorgung, lieber ein weiterer Weg zum großen Einkaufszentrum oder gar die Belieferung frei Haus durch den Milch- und Eiermann: In Rhynern sind die Einkaufsmöglichkeiten vielfältig. Aber entsprechen sie auch den Wünschen der Menschen, die im Stadtbezirk leben? Diskutieren sie mit (Formular unten im Artikel)!

Rhynern – Es ist ein oft geäußerter Wunsch, dass die Menschen für kleinere Erledigungen nicht bis in die Stadt fahren wollen. Sie mögen die Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür. Das ist bequem, spart Zeit und Sprit.

Gleichzeitig aber lieben viele die große Auswahl in großen Einkaufszentren, getreu dem Werbespruch „Einmal hin, alles drin“. Doch solche Angebote lassen sich nicht in den kleinen Ortszentren realisieren und sind – und das ist das große Problem – gleichzeitig Konkurrenz zum Einzelhandel, dessen Angebot in den vergangenen Jahren bereits stark abgenommen hat und womöglich durch die Online-Käufe schon bald ganz von der Bildfläche verschwinden könnte.

Wie ist der Ist-Zustand im Stadtbezirk Rhynern? Wo kaufen die Menschen ein? Dabei fällt auf, dass es zwischen den einzelnen Stadtteilen zum Teil große Unterschiede gibt.

Einkaufen vor der Haustür: Berge ist unterversorgt

Der bevölkerungsreichste Stadtteil im Bezirk Rhynern wirkt im Vergleich ziemlich unterversorgt. Ein Lebensmittelgeschäft gibt es direkt in Berge nicht. Aus den unterschiedlichen Bereichen Berges sind die Einkaufsmöglichkeiten in Rhynern, Westtünnen und im Hammer Süden mit Aldi und Kaufland aber noch gut zu erreichen. Bäckereigeschäfte gibt es zwei (Potthoff und Dördelmann), dafür aber weit und breit keine im großen Wohngebiet rund um die Ursulastraße. Hinzu kommen diverse Hofverkäufe. Für kleinere Besorgungen gerade an Feiertagen gehören auch die Tankstellen (Shell und Total) zumindest zu Mitversorgern.

Auch außerhalb der Lebensmittelbranche wird es in der Berger Geschäftswelt immer überschaubarer. Blumen gibt es im Großmarkt, etwas Gewerbe ist noch im „stillgelegten Arm“ der Werler Straße und am Langewanneweg ansässig, wobei dort die Holzhandlung Mönninghoff im Laufe des Jahres wegfallen wird. Zu Berge gehört zudem das E-Bike-Zentrum neben der Shell-Tankstelle.

Einkaufen vor der Haustür: Heile Welt Rhynern?

Die vielen Ladenlokale entlang der Rhyneraner Hauptstraßen erwecken den Eindruck, dass hier die Geschäftswelt noch halbwegs in Ordnung ist. Die Lebensmittelversorgung findet überwiegend im Netto und Rewe statt. Darüber hinaus gibt es neben den beiden dort integrierten Bäckereigeschäften zwei weitere im Ortskern, auch das Drive-in-Bistro im Gewerbepark soll nicht unerwähnt bleiben. Die Landfleischerei Engel ist seit über 100 Jahren am Ort. In Ergänzung zum Obst- und Gemüsestand am Freitagmorgen ergibt sich hier sogar ein kleiner Wochenmarkt. Der Getränkemarkt an der Unnaer Straße deckt den flüssigen Bedarf ab. Darüber hinaus gehören das Rewe-to-go-Angebot an der Aral-Tankstelle, der Kiosk am Eulenplatz und das Asia-House dazu.

Das Einzugsgebiet von Möbel Höffner geht weit über den Stadtbezirk hinaus.

Im so genannten Non-Food-Bereich finden die Rhyneraner den Drogeriemarkt Rossmann. Es gibt Brillen beim Optiker, Schreib- sowie Tabakwaren und mehr im Lottogeschäft, eine Poststelle mit Zusatzangeboten. Es gibt Kaffeemaschinen samt Zubehör, ein Küchenstudio, bald ein Fahrradgeschäft (Eröffnung übrigens Mitte April), ein Reisebüro, ein Blumengeschäft, ein Fernsehgeschäft, zwei Raumausstatter mit entsprechenden Accessoires, einen Schuhmacher, der auch Kleinteiliges wie Gürtel und Schnürsenkel verkauft. Mode gibt es in einer Boutique, in einem Atelier sowie als zusätzliches Angebot in einem Kosmetik-Salon. Im weiteren Sinne ergänzen eine Reinigung und eine Schneiderei das Einzelhandel-Angebot im Ort. Direkt vor den Toren des Ortskerns steht zudem das große Möbelhaus und natürlich gibt es die ein oder andere Einkaufsmöglichkeit im Gewerbepark, als Beispiel sei das Wasserbettenstudio genannt.

Einkaufen vor der Haustür: Netto und Rewe dominieren in Westtünnen

Der Netto-Markt am Unteren Heideweg nimmt eine bedeutende Rolle bei der Lebensmittelversorgung ein. Der Rewe-Räker-Markt hat sich aus seiner integrierten Lage nahe der Bahnunterführung verabschiedet, nimmt aber auch im Dreiländereck noch eine Grundversorgerrolle für Westtünnen ein, zumal der Getränke-Brunnen offiziell sogar in Westtünnen steht. Backwaren gibt es neben den Angeboten in Supermärkten noch an der Von-Thünen-Straße, auch Potthoff in Berge ist für Westtünner sehr gut zu erreichen. Kult ist der Kiosk an der Dambergstraße. Der Biohof-Laden Damberg, in kleiner Form auch die Milchtankstelle und andere Hofverkäufe ergänzen das Angebot.

Non-Food-Produkte werden in Westtünnen seltener. Für viel Frequenz sorgt das Tintenfaß samt Poststelle und Volksbank-Automat. Blumen und Pflanzen gibt es an zwei Standorten. Polster und Raumgestaltung sowie ein Stoffladen ergänzen das Angebot in Westtünnen.

Einkaufen vor der Haustür: Auf den Dörfern kommt der Eiermann

Die Einkaufsmöglichkeiten in den Dörfern wie Osttünnen, Süddinker, Allen, Wambeln, Freiske und Osterflierich sind naturgemäß überschaubar. Hofverkäufe werden ergänzt durch den guten alten Milch- und Eiermann, der mit seinem Wagen an manchen Orten klingelt, und saisonal durch Stände mit Spargel, Erdbeeren und Co. Ein großes Sortiment im Food- und Non-Food-Bereich führt zudem der Raiffeisen-Markt in Osttünnen. Artikel rund um den Hund und andere Haustiere gibt es zum Beispiel in Osterflierich, Blumen in Süddinker und Osttünnen.

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Dieser Beitrag gehört zu unserer Serie: „Was braucht Rhynern?“ Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 8. April.  Im nächsten Schwerpunkt geht es um das Thema Sport, Freizeit und Kultur. Der Beitrag erscheint am 22. April.

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