Warum das alles so lange dauert...

Lidl-Prozess zieht sich: Brutale Szenen unter Tränen geschildert

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Hamm/Ascheberg/Dortmund – Im Prozess um zwei mutmaßliche Serienräuber ist kein nahes Ende in Sicht. Die zuständige Jugendstrafkammer am Dortmunder Landgericht hat vorsorglich etliche weitere Verhandlungstage bis Ende Oktober terminiert.

Seit Anfang März wird gegen zwei junge Männer aus Lünen verhandelt, die für eine ganze Serie von bewaffneten Raubüberfällen auf Discounter in Hamm, Ascheberg und Lünen verantwortlich sein sollen. So sollen die mittlerweile 22 und 27 Jahre alten Angeklagten in unterschiedlicher Beteiligung mit einem weiteren Komplizen unter anderem Lidl-Märkte in Hamm am 3. und 22. August 2017 überfallen haben.

An den bisherigen zwölf Verhandlungstagen hatten die überfallenen Kassiererinnen und Marktleiter teilweise unter Tränen brutale Szenen geschildert, in denen sie mit vorgehaltener Scheinwaffe zur Herausgabe von Tageseinnahmen und Tresorinhalten gezwungen wurden. Teilweise wurden die Opfer durch den 22-jährigen mutmaßlichen Haupttäter mit Tritten und Schlägen malträtiert.

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Darum dauert das alles so lange:

Das Verfahren zieht sich nun schon seit Monaten in die Länge, weil die beiden Angeklagten eher dürftige und teilweise widersprüchliche Angaben zu ihrer eigenen Tatbeteiligung und zum Ablauf der einzelnen Taten machen. So sind alle Prozessbeteiligten darauf angewiesen, durch ausführliche Befragung der mutmaßlichen Opfer sowie von Tatzeugen die einzelnen Anklagepunkte im Detail aufzuarbeiten.

Ein dritter Tatbeteiligter war vor wenigen Wochen wegen seiner Beteiligung an vier Raubtaten zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte ein rückhaltloses Geständnis abgelegt und zur Aufklärung der Tatserie beigetragen.

Der 23-Jährige hatte sich schnell von dem kriminellen Umfeld seines jetzt angeklagten ehemaligen Freundes gelöst und macht heute eine Ausbildung. Diese berufliche Perspektive wollten ihm die Jugendrichter durch die Verhängung einer Gefängnisstrafe nicht verbauen.

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