Neue Alarmierung für Ersthelfer sollte schon 2016 kommen

Wo bleibt denn bloß...?! Rätsel um Retter-App für Hamm

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Hamm - Spezielle Smartphone-Apps können Leben retten. Sie können helfen, dass Ersthelfer im Notfall schneller als bisher am Einsatzort eintreffen. In Hamm sollte eine solche Neuerung schon 2016 eingeführt werden. Der Name stand bereits fest, ebenso die Modalitäten. Bis heute hat sich nichts getan.

Die "Mobile-Retter-App" wird längst von anderen NRW-Städten und -Kreisen genutzt.

Schon im April 2016 hatte Hamms Feuerwehr-Dezernent Markus Kreuz gegenüber dem WA angekündigt, dass bis zum Jahresende die App „Mobile Retter“ eingeführt werde. Das damals bereits mehrfach ausgezeichnete System aus dem Kreis Gütersloh (siehe Video weiter unten) wollte sich die Stadt zu Beginn jährlich rund 20.000 Euro kosten lassen. Die technischen Voraussetzungen für „Mobile Retter“ sollten ursprünglich bis Mitte 2016 geklärt sein und in der Folge die Akquirierung der potenziellen Ersthelfer beginnen. Daraus ist aber nichts geworden. Weder ist ein System im Einsatz, noch gibt es entsprechende Verträge.

Schuld an der undatierten Verzögerung sei die „Weiterentwicklung des Marktes“ seit damals, so Stadtsprecher Lukas Huster auf WA-Nachfrage. Das Angebot habe sich zwischenzeitlich mit Blick auf Anbietermasse, Kostenaspekte und Leistungsumfänge rasant vergrößert. Man habe sich Zeit genommen, um den Markt genau zu sondieren. „Mobile Retter“ sei daher heute nur noch eine Option von vielen.

Mit mehreren Anbietern in Kontakt

Die Stadt stehe aktuell mit mehreren Anbietern in Kontakt, „die verschiedene Modelle verfolgen“, ergänzte der Stadtsprecher. Namen könne er zwar nicht nennen. Doch erklärtes Ziel sei, in den kommenden Monaten eine Variante auszuwählen, sie dem Personal- und Feuerwehrausschuss vorzustellen und sie dann tatsächlich noch in diesem Jahr auf den Hammer Markt zu bringen.

Symbolbild der Lebensretter-App "Landretter". Eine der vielen verschiedenen Varianten am Markt.

App kein Ersatz für bisherige Praxis

Das bisherige „Rendezvous-System“ würde durch eine Retter-App ergänzt, aber nicht ersetzt. Bei „Mobile Retter“ registrieren sich qualifizierte  Ersthelfer aus vielen Formen medizinischer Berufe – zum Beispiel Rettungsassistenten und Notfallsanitäter – sowie Ärzte, um über Notfälle im näheren Umfeld informiert zu werden und dann vor Ort ehrenamtlich Hilfe leisten zu können. Die Leitstelle der Feuerwehr setzt aber wie gehabt den Rettungswagen und je nach Lage den Notarzt in Gang.

Es kann also passieren, dass zudem einer der Ersthelfer, der näher dran war, schneller beziehungsweise ebenfalls vor Ort ist. 30 Sekunden hat ein per App informierter Ersthelfer Zeit, um zu melden, ob er einsetzbar ist oder der nächste Helfer angefunkt werden muss.

„Bei einem Herzstillstand reduziert sich die Überlebenschance jede Minute um zehn Prozent, da kann es entscheidend sein, wenn man mit Hilfe der App einen Ersthelfer findet, der gerade ganz in der Nähe des Geschehens ist“, warb Kreuz vor zwei Jahren begeistert.

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