Finanzmittel für Modernisierung können verfallen

Warten auf „belastbaren“ Termin für Bahnhofsumbau in Bockum-Hövel

Bis 2024 muss der Bahnhof Hamm-Bockum-Hövel umgebaut sein, um bereitstehende Finanzmittel zu nutzen.
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Bis 2024 muss der Bahnhof Bockum-Hövel umgebaut sein, um bereitstehende Finanzmittel zu nutzen. Bis dahin gibt es viel zu tun: Unter anderem soll er barrierefrei werden, einen längeren Bahnsteig und einen neuen Wetterschutz erhalten.

Das Zeitfenster ist vorgegeben. In vier Jahren – gerechnet ab 2020 – muss der Bahnhof Bockum-Hövel umgebaut sein, sonst verfallen die bereitgestellten Mittel. Wie sich zeigt: Einen genauen „belastbaren Zeitplan“ gibt es immer noch nicht.

Bockum-Hövel – In vier Jahren, sonst sind die Mittel weg - in der Art schilderte es Jörg Seelmeyer von der Deutschen Bahn vor der Bezirksvertretung Bockum-Hövel im Juni des vergangenen Jahres. Er versprach, es werde 2020 noch einen „belastbaren Termin“ geben. Doch einen genauen Baubeginn kann die Bahn immer noch nicht nennen. Das teilte ein Bahnsprecher jetzt auf Anfrage des WA mit.

Vor Beginn der Bahnhofsmodernisierung müssten noch Arbeiten an der Infrastruktur abgeschlossen werden. Hier befinde man noch in der Planungsphase. Die Deutsche Bahn gehe davon aus, dass die Arbeiten an den Gleisen und Weichen Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein werden. Erst danach könne die Modernisierung der Verkehrsstation Bockum-Hövel beginnen, so der Bahnsprecher.

Zu deren Vorbereitung hat die Bahn neben der Planung der einzelnen Maßnahmen auch schon weitere Vorkehrungen getroffen. Dazu gehört die Anmeldung von Sperrpausen. Das sind laut Bahn Zeitfenster, in denen keine Züge fahren. Sie müssen zwingend eingerichtet werden, wenn Arbeiten im Sicherheitsbereich stattfinden. Am Bahnhof Bockum-Hövel müssen drei Weichen umgebaut werden.

Sperrpausen für Bahnhof Bockum-Hövel geplant

Die Anmeldung der Sperrpausen erfolge in der Regel drei Jahre im Voraus. Für den Bahnhof Bockum-Hövel – die Bahn nennt ihn Verkehrsstation – seien die Zeitfenster für die Jahre 2023/2024 vorläufig geplant. Die Dauer der Bauarbeiten sei abhängig von den bestätigten Sperrpausen. „Sollten sich die Arbeiten an der Infrastruktur verzögern, hat dies entsprechend auch Auswirkungen auf den Beginn der Bahnhofsmodernisierung“, teilt der Bahnsprecher mit.

Schon jetzt hat es Verzögerungen von mehreren Jahren gegeben. Denn eigentlich sollten die Arbeiten bereits 2018 beginnen.

Modernisierung des Bahnhofs Bockum-Hövel aufgeschoben

Die Modernisierung des Bahnhofs Bockum-Hövel war dann hinausgeschoben worden, weil es zahlreiche andere Baumaßnahmen im Schienennetz gab und die Strecke über den Bahnhof Bockum-Hövel dabei immer wieder als Ausweichroute benötigt wurde.

Beseitigung des Bahnübergangs am Bahnhof Bockum-Hövel

Auch nach der Modernisierung wird der niveaugleiche Bahnübergang direkt am Bahnhof auf nicht absehbare Zeit bestehen bleiben. Dafür gebe es derzeit kein Projekt zur Beseitigung, teilte der Bahnsprecher mit und erläuterte das erforderliche Vorgehen: Da Bahnübergänge Schiene und Straße berührten, seien sie Gemeinschaftsaufgabe. Daher seien laut Eisenbahnkreuzungsgesetz alle Beteiligten, sprich Bahn, Straßenbaulastträger und Bund, gemeinsam gefragt, wenn es um die Beseitigung und technische Ausstattung eines Bahnübergangs gehe. Hier sei gegebenenfalls auch ein Planfeststellungsverfahren nötig.

Sei die Entscheidung aller Beteiligten zugunsten eines Überführungsbauwerks oder eines Seitenweges gefallen und die Finanzierung geklärt, könne der Bahnübergang beseitigt werden. Die zeitliche Umsetzung wäre dann wiederum – wie bei anderen Projekten auch – abhängig von den abgestimmten und genehmigten Sperrpausen.

Modernisierung des Bahnhofs Bockum-Hövel im Überblick

Der Bahnhof Bockum-Hövel wird im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 (MOF 2) barrierefrei umgebaut. Dazu sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Verlängerung des Bahnsteigs um 40 Meter auf eine Gesamtlänge von 190 Metern
  • Erhöhung des Bahnsteigs auf 76 Zentimeter, um einen stufenfreien Einstieg in die Fahrzeuge zu ermöglichen
  • Neubau des Wetterschutzes
  • Erneuerung der Beschallung, Beleuchtung und Bahnsteigausstattung

Die Bauzeit beträgt vier bis sechs Monate. Die Gesamtkosten belaufen sich gemäß aktueller Planung auf rund zwei Millionen Euro. Die Mittel sind durch das Land NRW (Fördergeber) und die DB (über die LuFV – Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung) gesichert.

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