Sirenen-Warnsystem für Hamm wird verbessert

Auf Hammer Stadtgebiet gibt es insgesamt 37 Sirenenanlagen.

Hamm - Anfang der 1990er Jahre wurden deutschlandweit viele Sirenen abgeschaltet. Der Fall des Eisernen Vorhangs machte sie für die Verantwortlichen endgültig überflüssig. Die Feuerwehr Hamm ging damals einen anderen Weg.

Die Hammer erwarben die insgesamt 37 Sirenenanlagen auf Stadtgebiet vom Bund und dürfen sich rund 20 Jahre später mehr denn je in dieser Entscheidung bestätigt fühlen. In immer mehr NRW-Städten erleben Sirenen nämlich eine Renaissance. Während die „Heuler“ dort erst für teures Geld wieder angeschafft werden müssen, arbeitet die Hammer Wehr bereits daran, die vorhandenen Anlagen technisch aufzurüsten, um den Schutz der Bevölkerung weiter zu erhöhen.

Hauptsächlich auf städtischen Gebäuden

„Für mich war es immer eine gute Entscheidung, die Sirenen damals zu kaufen“, sagt Wilhelm Tigges, Leitender Branddirektor der heimischen Wehr. Aktuell werden die Sirenenanlagen, die überwiegend auf städtischen Gebäuden wie Schulen oder dem Rathaus, vereinzelt aber auch an landwirtschaftlichen Betrieben zu finden sind, einzig zur Alarmierung der Bevölkerung und Feuerwehrleute im Brandfall genutzt. Dies geschieht durch die bekannten an- und abschwellenden Heultöne.

Sirenen für die Gefahrenwarnung

In Kürze soll für Hamm ein weiteres Signal hinzukommen. „Wir wollen die Sirenen wieder für die Gefahrenwarnung der Bevölkerung aktivieren“, erklärt Tigges.

Probealarm

Die 37 Sirenenanlagen auf Hammer Stadtgebiet werden jährlich gewartet, um im Ernstfall einsetzbar zu sein. So gab es bisher in regelmäßigen Abständen so genannte Sirenenproben in den Bezirken. Für einige wenige Minuten heulen die Sirenen dabei zu Testzwecken auf. „Das passiert meist am Samstagvormittag. Viele Bürger kennen diesen Probealarm sicherlich“, sagt Wilhelm Tigges, Leitender Branddirektor der Hammer Feuerwehr.

Möglich sein sollen auch Lautsprecherdurchsagen. Dafür wird das Warnsystem der Feuerwehr aktuell mit einer neuen Computersoftware ausgestattet.

Schnelle Erstwarnung der Bevölkerung

Tigges denkt bei den Einsatzmöglichkeiten weniger an Terroranschläge, sondern vielmehr an „normale“ Unglücksfälle. „Wenn beispielsweise ein gefährlicher Stoff explodieren würde und es zu einem Chemieunfall kommt, können wir eine schnelle Erstwarnung der Bevölkerung in den betroffenen Stadtbezirken über den Sirenenalarm und entsprechende Durchsagen gewährleisten“, sagt Tigges.

Probleme in einigen Randbezirken

Dafür wurde die Erreichbarkeit möglichst aller Bürger mit den 37 Sirenenanlagen laut Tigges per Computersimulation schon durchgespielt. „In den Randgebieten müssen wir an einigen Stellen nachrüsten. Da sind wir auf der Suche nach weiteren Standorten“, berichtet der Leitende Branddirektor.

Alternativen stecken "noch in den Kinderschuhen"

Alternativen zur traditionellen Sirene, die in anderen Städten bereits getestet wurden, gibt es für Tigges auch im Jahr 2015 weiterhin nicht: „Möglichkeiten wie Radios, die sich selbst einschalten, Feuermelder, die per Funktechnik angesteuert werden können, oder spezielle SMS-Nachrichten stecken allesamt noch in den Kinderschuhen und haben in bestimmten Fällen Schwächen.“ - wm

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