Bundestagswahl

„War von oben herab“: Hamms Wahl-Kandidaten nach Triell uneinig - auch bei Koalitionen

Kämpfen um den Einzug in den Bundestag: Arnd Hilwig (CDU), Michael Thews (SPD), Martin Kesztyüs (Grüne).
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Kämpfen um den Einzug in den Bundestag: Arnd Hilwig (CDU), Michael Thews (SPD), Martin Kesztyüs (Grüne).

Das Triell der drei Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Union ist auch zwei Tage später noch bei vielen Hammern Gesprächsthema. Wer ist im Stile eines Kanzlers aufgetreten? Oder hat inhaltlich und emotional gepunktet? Die drei lokalen Bundestagskandidaten haben – wenig überraschend – ganz unterschiedliche Meinungen.

Hamm – Michael Thews (SPD) sieht Olaf Scholz als klaren Sieger. Das habe schließlich auch eine Blitz-Umfrage nach der Diskussionsrunde so ergeben. „Er war konzentriert. Dass jetzt an Kleinigkeiten herumgenörgelt wird, wie etwa seiner Kleidung oder angeblich fehlender Dynamik, ist sekundär. Es ging um Inhalte“, so Thews.

Dass Scholz immer wieder die Merkel-Karte zog und auf das zusammen mit der Kanzlerin Erreichte anspielte, will der SPD-Mann nicht überbewerten. „Olaf Scholz ist Olaf Scholz. Angela Merkel hat, wenn sie in der SPD-Fraktion zu Gast war, auch mal einen Witz gerissen. Scholz ist da sachlicher.“ Bei der Frage nach seiner liebsten Koalition bleibt Thews zurückhaltend. „Vieles kann man nur gemeinsam erreichen“, sagt er. „Die anderen darf man da nicht verstören.“

Hilwig: „Wenn man Umfragen glauben würde, wäre Hunsteger noch OB“

CDU-Kandidat Arnd Hilwig sieht naturgemäß Armin Laschet vorne. Die von Thews erwähnte Forsa-Umfrage sei nicht repräsentativ gewesen. „Deshalb habe ich das erst einmal nur zur Kenntnis genommen. Wenn man Umfragen glauben würde, wäre Thomas Hunsteger-Petermann auch noch OB von Hamm.“ Laschet habe einige wichtige Punkte gemacht: „Er hat gut nachgehakt, als Scholz nicht bereit war, ein Linksbündnis auszuschließen.“

Nun müssten weitere Ausrufezeichen folgen. „Laschet wird noch Themenschwerpunkte setzen. Ich erwarte auch, dass er sein Team präsentiert.“ Mit wem er am Ende am liebsten koaliere, falls die CDU stärkste Kraft wird? „Ich finde gut, dass Reiner Haseloff es in Sachsen-Anhalt geschafft hat, eine Koalition ohne die Grünen zu bilden“, sagt Hilwig.

Kesztyüs: „Laschet verschließt die Augen vor der Realität“

Deren Kandidat Martin Kesztyüs wollte das Triell trotz des aus seiner Sicht überzeugenden Auftritts von Annalena Baerbock nicht überbewerten. „So eine Diskussion zeigt nicht, ob jemand Kanzler kann.“ Dennoch ließe sich einiges ableiten. „Armin Laschet verschließt die Augen vor der Realität. Wie er gesprochen hat, war von oben herab“, findet Kesztyüs. Ihn habe auch gewundert, wie defensiv Olaf Scholz aufgetreten sei.

Für die Grünen sei das wichtigste Ziel, mitzuregieren. Der SPD sei man dafür beim Klimaschutz am nächsten. „Auch, wenn das alles nicht ausreicht, was sie planen und unklar ist, ob sie es auch einhalten.“ Welche Gemeinsamkeiten es mit der Union gebe? An diese Stelle überlegt Kesztyüs lange. „Wenn man sich mit den Konservativen wenigstens einigen würde, dass es darum geht, dafür zu kämpfen, die Schöpfung zu erhalten, wäre eine Zusammenarbeit vielleicht möglich.“

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